„Enorme Geräusche”: RVE zieht Schulbus-Fahrer aus dem Verkehr

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
busunfall-neubild
Spektakulär und folgenschwer: Nachdem ein Schulbus bei Imgenbroich auf der Fahrt ein Hinterrad verlor, hat der Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein erste Konsequenzen gezogen. Foto: H. Schepp

Monschau. Mit großer Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit möchte die Stadt Monschau einen Schulbusunfall aufarbeiten, der in der vorigen Woche hohe Wellen in der Öffentlichkeit schlug. Bei dem Zwischenfall am vergangenen Donnerstag war ein mit Schulkindern voll besetzter Bus am Ortsende von Imgenbroich liegengeblieben, nachdem er das linke Hinterrad verloren hatte.

Der Unfall verlief glücklicherweise glimpflich, Personen kamen nicht zu Schaden. Inzwischen liegt der Stadt eine Zwischeninformation des Regionalverkehrs Euregio Maas-Rhein (RVE) vor. Ein schriftliches Gutachten soll noch folgen. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse ergibt sich die Vermutung, dass gelockerte Radmuttern zu dem Zwischenfall führten.

Karl-Heinz Huppertz, Leiter des Regiocenter Aachen des RVE, nahm jetzt gegenüber der Stadt Stellung zu den kritischen Nachfragen der Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter. Darin heißt es, dass ein Dekra-Sachverständiger das Fahrzeug am 8. Februar 2010 untersucht habe. Dieser habe die Angaben des Subunternehmers überprüft und festgestellt, „dass das Fahrzeug grundsätzlich gut gewartet und die Räder Anfang November neu montiert wurden.” Auch die generelle Empfehlung, Muttern neu montierter Räder nach 50 bis 100 Kilometern noch einmal nachzuziehen, sei erfolgt. Einen Nachweis darüber gebe es nicht.

Der Sachverständige will nun in seinem Gutachten Handlungsempfehlungen geben, die dazu beitragen sollen, zu verhindern, dass ein derartiger Zwischenfall sich noch einmal wiederholt.

Sobald der schriftliche Bericht des Gutachters vorliegt, erhält die Stadt Monschau eine Kopie.

Der RVE hat, wie auch die Stadt Monschau, von mehreren betroffenen Eltern, erfahren, dass Kinder den Fahrer schon einige Zeit vor dem Zwischenfall auf eine enorme Geräuschentwicklung aufmerksam gemacht und ihn gebeten haben, anzuhalten und nachzuschauen. Diesen Sachverhalt habe der Subunternehmer auch grundsätzlich bestätigt.

Das Verhalten des Fahrers ist laut Margareta Ritter „nicht akzeptabel.” Die RVE hat den 69-jährigen Fahrer inzwischen für die Schülerbeförderung gesperrt.

In seiner Stellungnahme bedauert der RVE den Vorfall und nimmt ihn sehr ernst. Daher werde man auch alle Fahrer „in geeigneter Form sensibilisieren, um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.”

Die Stadt Monschau in ihrer Verantwortung als Schulträger werde auf Grund dieses Vorfalls verstärkt die Sicherheit und Qualität der Schülerbeförderung an ihren Schulen einfordern und kontrollieren, kündigt die Bürgermeisterin an.

In dieser Angelegenheit werde es kurzfristig mit dem Vertragspartner RVE Gespräche zur Qualitätssicherung und zusätzlichen Kontrollen geben.

Margareta Ritter: „Gerade als Schulstadt stehen wir hier in der Verantwortung und nehmen diesen Vorfall sehr ernst.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert