Empfang der Stadt Monschau für Mario Theissen

Von: hes
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Dr. Mario Theissen (4. v. li.)
Dr. Mario Theissen (4. v. li.) stattete seiner Heimatstadt Monschau nun einen Besuch ab und trug sich im Beisein eines kleinen Empfangskomitees in das Goldene Buch der Stadt Foto: Heiner Schepp

Monschau. „Meine Bekanntheit resultiert nicht aus Leistung, sondern ist eng geknüpft an eine ständige Medienpräsenz. Deshalb ist diese Art der Bekanntheit genau so schnell wieder vorbei, wenn man nicht mehr im Fernsehen ist. Dann legt sich das ganze Theater wieder.” Mario Theissen hat sich Bescheidenheit und seinen Sinn für die Realität bewahrt, obwohl er weitaus mehr vorzuweisen hat als flotte Fernsehinterviews.

Und der gebürtige Monschauer hat in all den Jahren seiner steilen Karriere auch nie seine Herkunft und Heimat vergessen oder gar geleugnet.

„Alleine das ist ein Grund für uns als Stadt Monschau, Sie heute hier zu empfangen und mit der Eintragung in unser Goldenes Buch zu würdigen”, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter am Montagabend bei einer kleinen Feierstunde im Haus Troistorff. Monschaus „gute Stube” war der würdige Rahmen für den Empfang eines bekannten und weitgereisten Sohns der Stadt, der, obwohl Ur-Monschauer, das Tapetenzimmer „in meinen bisherigen 59 Jahren noch nie von innen gesehen” hatte.

Professor Dr. Mario Theissen war in Begleitung seiner Frau Ulrike nach Monschau gekommen, neben der Bürgermeisterin empfingen ihn die Vertreter der Fraktionen, Altstadt-Ortsvorsteher und seit Samstag auch Bürgerschützenkönig Georg Kaulen nebst Gattin Petra sowie Unternehmer und Motorsportler Georg Weiss mit seiner Frau Claudia.

„Ihre Bodenständigkeit ist ein unglaublich sympathischer Charakterzug”, lobte die Bürgermeisterin den Gast, der heute in München lebt und auch zu den Spitzenzeiten seiner Manager-Karriere immer wieder den Weg nach Monschau gefunden hatte. Mittlerweile, so bekannte der 59-Jährige, „hat sich die Terminflut gelegt”, spielte Theissen auf seinen Ruhestand an, der genau genommen nur die vorzeitige Freistellung seines Arbeitgebers, der Bayerischen Motorenwerke ist.

Theissens Interesse am Motorenbau sowie die berufliche als auch die private Begeisterung für den Motorsport entdeckte er bereits während seines Maschinenbaustudiums (1971-1977) an der RWTH Aachen, wie Margareta Ritter herausgefunden hatte.

Seine erste Tätigkeit bei BMW nahm er direkt nach Abschluss seines Ingenieur-Diploms im Juni 1977 im Bereich der Motorenberechnung auf. In den folgenden Jahren erfüllte der junge Ingenieur in der Motorenentwicklung von BMW verschiedene Aufgaben und promovierte im Jahr 1989 zum Thema „Untersuchung zum Restgaseinfluss auf den Teillastbetrieb des Ottomotors” an der Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität Bochum. Seit Juli 2005 ist Theissen Honorarprofessor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.

Ab April 1999 war der gebürtige Monschauer zunächst gemeinsam mit dem ehemaligen österreichischen Formel-1-Piloten Gerhard Berger zum Motorsportdirektor bei BMW bestellt worden. Der Automobilkonzern hatte zu diesem Zeitpunkt eine Rückkehr als Motorenlieferant in die höchste Motorsportklasse Formel 1 beschlossen und einen Vertrag mit dem britischen Williams-Team unterzeichnet.

Nach Auslaufen seines Fünfjahresvertrags Ende 2003 zog sich Berger zurück; danach füllte Theissen die Position des Motorsportdirektors allein aus. Seiner Verantwortung oblagen sämtliche Motorsportprojekte - neben der Formel 1 die Formel-BMW-Serien, die Einsätze in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft und in den 24-Stunden-Rennen.

In den Jahren 2006 bis 2009 war Mario Theissen hauptverantwortlich für das werksseitige Formel-1-Projekt von BMW. Der Hersteller hatte sich 2005 dazu entschlossen, den Vertrag als Motorenpartner von Williams nicht zu verlängern und stattdessen selbst ein Team zu gründen. BMW übernahm in der Folge die Mehrheitsanteile des schweizerischen Sauber-Teams und trat unter dem Namen BMW Sauber F1 Team an. Mario Theissen war hier auch ohne den offiziellen Titel eines Motorsportdirektors für alle teaminternen Entscheidungen hauptverantwortlich und berichtete direkt dem BMW-Vorstand.

Nach dem Ausstieg von BMW aus der Formel 1 blieb Theissen Leiter der Motorsportaktivitäten von BMW bis zur Jahresmitte 2011, ehe er sich in den Ruhestand begab.

Sein Haus in Monschau, so berichtete Mario Theissen, sei nach dem Verkauf zur Ferienwohnung umgebaut worden, „was den Vorteil hat, dass wir uns hier immer einmieten können, wenn wir nach Monschau kommen, und sogar schon zwei Flaschen Bier im Kühlschrank liegen”, so der 59-Jährige augenzwinkernd.

Für Theissen und seine Frau Ulrike ging es nach dem Empfang nicht gleich zurück nach München, denn schon am Mittwoch Abend wartete ein weiterer „Termin” auf den Ruheständler: Beim Abschied des Monschauer Kneipen-Urgesteins Uli Küpper feierte Mario Theissen nicht nur mit, sondern löste ein Versprechen ein und stand hinter dem Tresen. „Das habe ich versprochen”, freute sich die prominente Bedienung auf ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.

TV-Moderator vor ein Rätsel gestellt

„Wo ist denn Monschau?” fragte der bekannte TV-Sportmoderator Gerd Rubenmauer den BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bei einer Sportsendung im Bayrischen Fernsehen, nachdem der Gast von seiner Herkunft berichtet hatte.

Rubenbauersgeographische Unwissenheit im Bezug auf die „Perle der Eifel” fand der bayrische Weizenbierhersteller „Paulaner” so situationskomisch, dass man die Begebenheit wenig später in einen Werbespot einbaute. Hier war es dann eine unwissende Biergarten-Bedienung, die wissen wollte: „Wo liegt denn eigentlich Monschau?”

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