Roetgen - Emotionale Debatte: Verkauftes Grundstück ist nicht nutzbar

Emotionale Debatte: Verkauftes Grundstück ist nicht nutzbar

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Kaum ein Thema wird in der Roetgener Politik so emotional verhandelt wie der Verkauf eines Grundstücks am Ahornweg. Die umkämpfte Parzelle ist in der Tat ein lauschiges, schattiges Fleckchen und wird als Spielplatz benutzt, die einen sagen mehr, die anderen sagen weniger.

Im Sommer hatten CDU und Grüne das Thema geschickt emotionalisiert, als sie viele Kinder aus dem Quartier zusammentrommelten, um gegen den damals geplanten Verkauf zu demonstrieren. Als der Gemeinderat dennoch mit Mehrheit dem von einer Interessentin gewünschten Verkauf zustimmte, soll es im nichtöffentlichen Teil der Sitzung und zu weit vorgerückter Stunde zu tumultartigen Szenen und verbalen Unhöflichkeiten gekommen sein.

SPD und UWG hatten fortan den Schwarzen Peter, weil sie es schließlich gewesen seien, die „Spielplätze verkaufen”. Vorwürfe wie diese wurden von beiden Fraktion mehrfach als blanker Unsinn und Stimmungsmache zurückgewiesen. Die Kaufinteressentin benötige diese Parzelle, um ein angrenzendes Baugrundstück erschließen zu können, der Bolzplatz nebenan biete hinreichend Spielfläche und die Gemeinde sei auf die Einnahme, einen höheren fünfstelligen Betrag, dringend angewiesen.

Es kehrte Ruhe ein, bis zum Bauausschuss am Dienstag. Erneut gab es teilweise erregte Wortbeiträge aus allen politischen Lagern. Für Claudia Ellenbeck von den Grünen war es völlig unverständlich, „einen Spielplatz, der sehr gut angenommen wird, für die Finanzen zu opfern, für ein paar Euro. Das darf doch nicht wahr sein”. Es komme schließlich auch niemand auf die Idee, das Büro des Bürgermeisters zu vermieten. FDP-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Zwingmann traf mit seinem Kompromissvorschlag, der Käuferin zumindest einen Korridor zur Verfügung zu stellen, um ihr Baugrundstück zu erschließen, und den Rest als Spielplatz zu belassen, auf taube Ohren.

Weil die SPD ihren Fraktionszwang aufgehoben hatte und die UWG sich ohnehin nicht zwanghaft als Fraktion sieht, wurde die von der Verwaltung vorgeschlagene Änderung des Bebauungsplanes mit vier gegen acht Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Die Gemeinde Roetgen ist damit in der ungewöhnlichen Lage, ein Grundstück verkauft zu haben, das die Käuferin nicht für ihre Zwecke nutzen kann, weil die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplanes gescheitert ist. Zunächst, denn in der Ratssitzung in der kommenden Woche kann das wieder völlig anders laufen...
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