Elite-Sportler im reißenden Wasser der Rur

Von: Andreas Gabbert
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Spektakuläre Szenen garantiert: Das Internationale Wildwasserrennen auf der Rur in Monschau gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen der Kanuten. Foto: Andreas Gabbert

Monschau. Nur Zentimeter entscheiden im wilden Wasser der Rur über Sieg oder Niederlage, wenn die Elite des Kanusportes in Monschau Station macht. Spektakuläre Szenen sind dann garantiert.

Bereits zum 54. Mal zog das Internationale Wildwasserrennen am Wochenende zahlreiche Zuschauer in die Altstadt. Dabei hatte das Rennen auf der Kippe gestanden, nachdem der Ausrichter abgesprungen war. Mit dem Rhein-Kanu-Club Köln konnte aber kurzfristig ein Neuer gefunden werden. Zudem sagte der Wildwasserförder-Club seine Hilfe zu, um beispielsweise die Zeitmessung zu organisieren. Beim Transport sprang dann auch noch die Bundeswehr ein, schließlich befinden sich unter den Athleten einige Sportsoldaten.

„Die Veranstaltung muss weiterleben, sie ist ein Klassiker mit großer Tradition und eines der wichtigsten Rennen im Jahr”, erklärte Günter Schröter, Bundestrainer im Kanu-Wildwasser-Rennsport. Seit mehr als 30 Jahren kommt Schröter nach Monschau, früher ist er hier auch selbst gestartet.

Seit mehreren Jahren moderiert er jetzt die Rennen am berühmt-berüchtigten „Favoritentöter”, einem Wehr im Rosenthal, wo sich dem Publikum besonders spektakuläre Szenen bieten und die meisten Zuschauer ihre Favoriten anfeuern. Gestartet wird unterhalb der Perlenbachtalsperre. Dort gehen die Sportler auf die 4,2 Kilometer lange und technisch anspruchsvolle Strecke. „In Monschau ist mentale und körperliche Fitness gefordert”, weiß der Bundestrainer.

Davon bringt Max Hoff, Sprintweltmeister in 2006 und Europameister über die Langstrecke in 2007, genügend mit. Er zeigte sein Können in seiner Spezialdisziplin auf der Classicstrecke. Obwohl es seit zwei Jahren sein erstes Wildwasserrennen war, gewann er souverän.

Die letzten beiden Jahre, waren für ihn geprägt von den Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Peking, wo er in der Disziplin 1000 Meter/Einer den fünften Platz belegte. „Monschau war nochmal eine willkommene Abwechslung, es war etwas Umstellung nötig, aber es hat Spaß gemacht”, sagte der Olympionike nach dem Rennen.

Doch Hoff war nicht der einzige Weltmeister, der in Monschau an den Start ging. Die gesamte Wildwasser-Nationalmannschaft mit den amtierenden Weltmeistern im Zweiercanadier, Ulrich Andree und Patrick Driesch, sowie den Weltmeistern in der Canadiermannschaft, Normen Weber, Julian Rohn und Dominik Pesch, war ebenso vertreten wie der amtierende Junioren-Europameister Blörn Beerschwenger und seine Schwester Svenja, Vize-Europameisterin in der Mannschaft. Die Ranglistenrennen und der Wertungslauf für den Deutschlandcup dienen der Qualifizierung der Deutschen Nationalmannschaft für die Teilnahme an der diesjährigen Europameisterschaft in Italien.

Gleichzeitig mit den Wildwasserrennen fand auf dem Marktplatz der 1. Monschauer Blumenmarkt statt. Schnittblumen, Topfpflanzen oder Pflanzschalen brachten nach dem langen, tristen Winter zusätzliche Farbe in die Altstadt.

„Wir bemühen uns, durch parallel stattfindende Veranstaltungen, zusätzliche Gäste in die Stadt zu locken und den Sportlern eine größere Kulisse zu bieten”, erklärt Barbara Frohnhoff von der Monschau-Touristik. Das kommt bei den Kanuten an, auch der Bundestrainer ist angetan: „Es ist gut, dass es noch eine Veranstaltung drumherum gibt, so findet unsere Siegerehrung auf einem vollen Marktplatz und nicht im stillen Kämmerlein statt.”
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