Elektroauto in Eicherscheid kommt ins Rollen

Von: M. S.
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Der Elektroflitzer der Firma Mitsubishi steht ab sofort den Eicherscheider Bürgern zur Verfügung. Kommunalpolitiker und Vertreter der Projektpartner feierten am vergangenen Samstag die Übergabe des Wagens.

Eicherscheid. Gold als Dorffarbe trägt Eicherscheid längst und steht zudem vorne in der Liga zukunftsorientierter Dörfer. Nun können seine Bürger mit dem sprichwörtlich ausgeprägten Wir–Gefühl zu Recht behaupten: „Wir sind Elektro–mobil“.

Am Samstagvormittag wurde mit einem fröhlichen Fest das Projekt „Dorfauto Eicherscheid“ offiziell ins Rollen gebracht. Ab sofort testen die Eicherscheider Bürger ein elektrisch angetriebenes und im täglichen Bedarf vielfältig nutzbares Fahrzeug (wir berichteten). In seiner Präsentation stellte Simmeraths Bürgermeister Karl–Heinz Hermanns die Repräsentanten starker Partner vor, die das anspruchsvolle Vorhaben buchstäblich auf die Straße brachten.

Ortsvorsteher Günter Scheidt ist der Motor des Programms „Neue Energie für gemeinschaftliche Mobilität“, er wird tatkräftig und fachlich kompetent unterstützt von Udo Müllenberg, Energie- und Wasserversorgung (EWV) Stolberg, Simone Handwerk (Koordinatorin des Naturpark-Konzeptes Eifel der Leader-Region Eifel mobil), sowie Claudia Strauch und Ruth Rollen, beide Städteregion Aachen.

Sechsmonatige Testphase

Für eine sechsmonatige Testphase stellt die EWV der Dorfgemeinschaft den grünweißen Flitzer der Marke Mitsubihsi kostenlos zur Verfügung. Hermanns und Scheidt referierten zum Thema „Klimaschutz/erneuerbare Energien“. Sie warteten mit imposanten Zahlen auf und bedachten dabei die Kommune Simmerath mit einer beispielhaften Vorreiterrolle: „Im Jahre 2012 wurden 74 Prozent ihres gesamten Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien wie Wind, Sonne oder Wasser gedeckt. Wir streben hundert Prozent an, dann können wir sogar Haushalte in Nachbarorten bedienen.“

60 Prozent aller Eicherscheider Häuser besitzen eine zweite Heizmöglichkeit in ihren Räumen, überwiegend holzbefeuerte, CO2–neutrale Kamine. Schon 2010, als Eicherscheid im Dorfwettbewerb auf Europa-Ebene Silber gewann, habe das Motto der Nordeifler Preisträgerin „Neue Energien für ein starkes Miteinander gelautet“, erinnerte Hermanns. Eicherscheid sei „auf vielen Gebieten spitze“ und liege im Vergleich mit anderen oft vorn. Ein Erfolg wie dieses Projekt, postulierte der Bürgermeister, ginge wesentlich auf Günter Scheidts Konto: „Er steht ständig unter Strom, ihm und seinen Mitbürgern wie Autohaus-Inhaber Mischa Offermann oder den „Nahkauf“-Verantwortlichen ist für das Gelingen des futuristischen Miteinander-Projektes „Dorfauto für alle“ zu danken.“

„Neue Energien erwachen zum Leben und entwickeln sich rasant fort“, sagte Ruth Roelen. Sie betrachtete die rapide schrumpfende Bevölkerung im ländlichen Raum als „große Herausforderung, die auch die Nordeifeler stemmen müssen“. Eicherscheid handele, sei Vorbild für andere, die noch zögerten, stellte Roelen fest. Sie wertete die Anschaffung eines Elektromobils für die Ortschaften als „unbedingt erforderlich, weil die unverzichtbare Konsequenz einer modernen Gesellschaft bedeutet, täglich beweglich zu sein“. Diese anspruchsvolle Freizügigkeit gehe freilich nicht immer konform mit dem Gedanken praktizierten Umweltschutzes. Unsere Jugend, hielt Ruth Roelen fest, lege großen Wert auf stetig steigende Mobilität, aber: „Die muss lange schon nicht mehr durch das eigene Auto gewährleistet sein. Car–Sharing heißt mehr und mehr die Devise zu Gemeinschaftsfahrten.“

Roelen entwickelte auch eine Zug um Zug realisierbare Strategie des virtuellen Mediums „Dorfplatz“. Es sei, betonte die Referentin, „weit mehr als Facebook auf dem Lande“. Im Internet hätten die Eicherscheider die Chance, miteinander unkompliziert in Kontakt zu treten. Unter „www.wir-in-eicherscheid.de“ fänden Suchende eine neue Möglichkeit, Angebote aller Art zu machen, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern und auszutauschen, Geschäfte zu machen oder „nur“ miteinander zu plaudern.

E-Bike Station geplant

Die Sprecherin der Städteregion verwies auf die drastisch veränderte Lebensweise: „Bei früheren Generationen beliebte und höchst kommunikative Treffs wie beim Bäcker an der Ecke, nach dem Kirchgang, zum Frühschoppen im Vereinslokal oder durch munteren Klönschnack mit den Nachbarn sind nahezu verschwunden. Deshalb möchten wir durch den virtuellen Dorfplatz eine gern besuchte Begegnungsstätte schaffen.“

Und schon ist ein weiteres gemeinnütziges Eicherscheider Novum am Puls der Zeit im Gespräch: Das Autohaus Offermann soll eine Pedelec–Station mit Verleih von Elektrorädern für Naturfreunde einrichten, die das bergige Nordeifelland ohne größere körperliche Mühen per Bike erkunden möchten. Noch während der Veranstaltung berieten Scheidt und sein Dorfauto–Team buchungswillige Bürger individuell über die vielfältige Nutzungsmöglichkeit des kleinen Flitzers mit der großen Zukunft.

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