Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Elisabeth Lackner wird geehrt

Von: P. St.
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Untrennbar mit dem Haus Troistorff verbunden: Hauswartin Elisabeth Lackner hat nicht nur in der Küche das Sagen. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Eigentlich steht sie nicht gerne im Mittelpunkt sondern viel lieber in der Küche, aber dann genießt sie doch ein wenig die erhöhte Aufmerksamkeit an diesem besonderen Tag im Monschauer Haus Troistorff: Elisabeth Lackner soll sich ins Goldene Buch der Stadt Monschau eintragen. Diese Ehre wird normalerweise herausragenden Besuchern der Stadt gewährt.

Kanzler, Minister und Künstler haben in dem schweren, in Leder gebundenen Band, ihre Widmungen hinterlassen - und nun auch Elisabeth Lackner; ihr folgen wird, wenn nichts dazwischen kommt, in wenigen Wochen der skurrile Aktionskünstler HA Schult.

Sowohl die Stadtverwaltung Monschau als auch die Städteregion waren einhellig der Meinung, dass Elisabeth Lackner dieser Ehre würdig ist. Im 40. Jahr ist sie nun als Hauswartin in dem altehrwürdigen 1783 erbauten Monschauer Tuchmacherhaus in der Laufenstraße tätig, dessen Eigentümer seit über 100 Jahren der Kreis Aachen, bzw. die heutige Städteregion ist.

Das erste Wort bei einer kleinen Feierstunde im Trauzimmer des Hauses Troistorff gehörte Elisabeth Lackner, die freundlich aber bestimmt darauf hinwies, dass eine der Wandleuchten reparaturbedürftig sei. Ihr entgeht eben nichts, was im Hause geschieht und an ihr kommt auch niemand vorbei.

„Sie sind die gute Seele des Hauses“, brachte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter die Arbeitsauffassung von Elisabeth Lackner auf den Punkt. Sie trage Sorge dafür, dass sich das Haus stets in einem „gepflegten, bewachten und behüteten Zustand“ befinde. Als „Botschafterin“ des Hauses habe sie immer flexibel auf alle Anforderungen reagiert.

Elisabeth Lackner hat das Geschehen im und am Haus stets im Blick, und die Teilnehmer von Seminaren und Arbeitstreffen wissen ihre Zuverlässigkeit zu schätzen. Und wenn es viel zu tun gibt, dann helfen ihr Kinder gerne.

Diese Zuverlässigkeit rückte auch Helmut Etschenberg bei der ältesten Mitarbeiterin unter den insgesamt 1800 Bediensteten der Städteregion Aachen in den Blickpunkt. Der Städteregionsrat hatte es sich nicht nehmen lassen, der treuen Hauswartin die Ehre zu erweisen, zumal es sich um ein besonders Zusammentreffen handelte, ist Etschenberg doch dienstältester Mitarbeiter im Hause.

Und eine weitere Besonderheit zeichnet das Beschäftigungsverhältnis aus: „Elisabeth Lackner ist die einzige Mitarbeiterin der Städteregion, die selbst entscheidet wie lange sie arbeiten möchte.“ Etschenberg schätzte die zupackende Art der Hauswartin, „die kein Blatt vor den Mund nimmt“. Zudem seien die Stellplätze im Innenhof „der am besten bewachte Parkplatz in der ganzen Stadt.“ Die Betreuung des Hauses Troistorff sei eine „Lebensaufgabe“ für Elisabeth Lackner: „Ohne Sie ist das Haus nicht vorstellbar.“

Elisabeth Lackner hörte die Komplimente gerne, doch wäre sie wohl am liebsten wieder in der Küche verschwunden, wo sie wahren Platz im Haus Troistorff sieht. Über die vielen Gäste im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte wusste sie übrigens nur Gutes zu berichten: „Es waren immer alle nett zu mir.“

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