Einstieg ins Asylverfahren: Großer Schritt zur neuen Heimat

Von: Heiner Schepp
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Wo einst Schülerköpfe rauchten, arbeiteten vergangene Woche Beamte der Bundespolizei, um die in der ehemaligen Hauptschule Monschau untergebrachten Flüchtlinge zu erfassen. Foto: H. Schepp

Monschau. Die Flüchtlingssituation in der Nordeifel gerät in Bewegung – und dies im positiven Sinne. Waren bislang seit Sommer nur neue Zuweisungen zu Notunterkünften in Einruhr, Monschau, Höfen und nun Simmerath zu vermelden, so geht es seit Donnerstag für die betroffenen Menschen konkret weiter im Versuch, eine neue Heimat zu finden.

Da die Bundespolizei auf Anweisung der Bundesregierung seit der vergangenen Woche im Zuge der Amtshilfe bei der Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen behilflich ist, wurden am Donnerstag und Freitag auch in der Notunterkunft Monschau/Haag rund 100 Menschen registriert und einer neuen Kommune in NRW zugewiesen, wo sie ihre Asylverfahren nun abwarten.

Sehr entspannte Atmosphäre

Die Kölner Bezirksregierung, in deren Zuständigkeit seit 1. Oktober die Notunterkunft in der ehemaligen Hauptschule liegt, hatte den Einsatz der Bundespolizei im Vorfeld angekündigt, „um die Bevölkerung darüber in Kenntnis zu setzen, warum plötzlich so viel Polizei auf dem Hof steht“, so Marianne Bothen-Frehr, die selbst aus Monschau stammt und nun hier für das Dezernat 20 der Bezirksregierung tätig ist.

Gemeinsam mit Franz-Peter Peters (Kalterherberg) koordiniert Bothen-Frehr derzeit die Abläufe in der Notunterkunft und berichtet von einer „sehr entspannten Atmosphäre in Monschau“, vor allem im Vergleich zu vielen anderen Notunterkünften.

Das galt auch für die Registrierungsaktion. Bereitwillig gaben die Flüchtlinge aus aller Welt den aufnehmenden Beamten der Bundespolizei Auskunft; einzig die sprachliche Verständigung führte die Gesprächspartner manchmal an ihre Grenzen, wenn gerade kein geeigneter Dolmetscher zur Verfügung stand.

So wurde ein Großteil der Fragebögen in arabischer Schrift ausgefüllt, und die Bundespolizei überprüfte vor Ort die Plausibilität und die Angaben der Menschen. Elf Beamte der Bundespolizei hatten dazu in einem ehemaligen Klassenzimmer der Hauptschule Arbeitsplätze mit Laptops und Drucker eingerichtet, von denen aus sie via Internet Zugriff auf bundespolizeiliche Daten hatten.

„Den Menschen liegt doch selbst daran, dass es voran geht“, so Marianne Bothen-Frehr, die eine Fortsetzung der Registrierung für den 19. Oktober ankündigte.

100 Flüchtlinge wurden an den beiden Tagen erfasst und werden nun „zeitnah“ von Monschau aus in eine andere Kommune reisen. „Dies ist allerdings erst möglich, wenn per Röntgen und Blutuntersuchung der Ausschluss von TBC erfolgt ist“, erläutert die Führungskraft der Bezirksregierung. Dabei habe auch die Zusammenarbeit mit der Eifelklinik in Simmerath „reibungslos funktioniert“, so Bothen-Frehr.

Wie es mit den aus Monschau abgereisten Flüchtlingen, die nun den Status eines Asylbewerbers haben, weitergeht, liegt nun nicht mehr in der Macht und Verantwortung der Behörden vor Ort. „Ob die Personen beispielsweise aus einem sicheren oder nicht sicheren Herkunftsland kommen, ist nicht Gegenstand unserer Arbeit“, erläutert Marianne Bothen-Frehr.

Sie hielt aber fest, dass in der ehemaligen Hauptschule „praktisch keine Menschen aus Balkanländern, sondern überwiegend arabische und afrikanische Flüchtlinge“ untergebracht seien. Laut „Pro Asyl“ liegt bei Flüchtlingen aus Balkanstaaten derzeit die Ablehnungsquote bei 99 Prozent, während die Menschen aus Syrien aktuell eine Asylanerkennungsquote von nahezu 100 Prozent haben.

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