Einrichtungen wie „Antoniusbrot e.V.” werden immer wichtiger

Von: dm
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Monschau. Kinder und Erwachsene, die Hunger haben, Menschen, die im Winter frieren, weil kein Geld für Öl oder Kohle da ist, Kleinkinder, die kein eigenes Bett haben: Auch hier in der Nordeifel gibt es arme Menschen.

Und die Armut nimmt zu. „Da gibt es kinderreiche Familien, die sich schwer tun, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Da gibt es allein erziehende Mütter, die mit ihren Kindern an der Armutsgrenze leben.” Diese Erkenntnis gehört mit zur „Bilanz” des Vereins „Antoniusbrot” in Monschau, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, arme Menschen mit Brot zu versorgen. Mehr noch: Der Verein sorgt dafür, dass alle Kinder in den Ganztags-Schulen am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen können.

Verein hilft 41 Kindern

Daher unterstützt der Verein, so Geschäftsführer Alexander Lenders in seinem Jahresbericht, den er nun der Mitgliederversammlung vorlegte, Kinder in den Kindergärten Monschau und Kalterherberg, in Konzen und Imgenbroich, in den Grundschulen Höfen, Mützenich, Konzen und Imgenbroich sowie an der Hauptschule und an St. Ursula, zudem an der Förderschule in Eicherscheid.

Insgesamt hilft der Verein „Antoniusbrot” 41 Kindern mit je 30 Euro im Monat, das macht pro Monat über 1200 Euro. Lenders: „Alle Kinder nehmen in Monschau am Essen teil, wir können stolz auf diese Leistung sein.”

Die Grundidee des Vereins (Vorsitzender ist Georg Weiss) ist es, Brot an bedürftige Familien zu verteilen. Dies geschieht über die Ausgabe von Brotmarken. Zurzeit verteilt der Verein pro Woche 60 Brotmarken an ärmere Menschen in 37 Familien. Dabei bekommt jede hilfsbedürftige Person jede Woche ein halbes Brot.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2003 hat der Verein über 10.000 Brote verteilt. Dies geschieht anonym und diskret. Geschäftsführer Lenders: „Man nennt uns die Namen der Familien, die dann Brotgutscheine der Bäckerei „Leo” erhalten. Die Gutscheine können in der Imgenbroicher Filiale unauffällig eingelöst werden.

Alexander Lenders richtete auf der Mitgliederversammlung in den „Monschauer Stuben” im Restaurant „Altes Getreidehaus” einen besonderen Gruß an Johannes Schuhmacher, der mit seiner Bäckerei „Leo” den Verein großzügig unterstützt und bisher „noch nie eine Rechnung an den Verein ausgestellt” habe.

Die Zahlen aus dem Geschäftsbericht machen deutlich, wie „wichtig und richtig” es war, den Verein „Antoniusbrot” zu gründen. Für diese Initiative sei man der Familie Weiss „sehr dankbar”. „Die weitsichtige Entscheidung” zeige aber auch die „soziale Grundeinstellung”, die er bei der Familie Weiss immer gespürt habe, sagte Alexander Lenders, der die Mitglieder darum bat, neue Mitglieder zu werben, damit der Verein auch künftig seine Aufgabe, Bedürftigen zu helfen, erfüllen können.

Dass die „Armut auch hier in der Region Monschau-Simmerath immer größer wird, dies wurde in einem weiteren „Armuts-Bericht” auf der Jahresversammlung von „Antoniusbrot” deutlich: Erika Frank aus Simmerath, Mitbegründerin und Leiterin „Monschauer Tafel”, berichtete auf der Versammlung über die Arbeit der „Tafel”, sie nannte dazu (erschreckende) Zahlen.

Die „Monschauer Tafel” unterstützt derzeit 200 Bedarfsgemeinschaften mit 453 Personen, darunter sind auch 170 Kinder und Jugendliche. Am ersten Tag ihrer Arbeit im Februar 2007 hatte die „Tafel” 14 Bedarfsgemeinschaften mit 44 Personen versorgt. Und die Zahl der Menschen, die für ihr tägliches Brot Hilfe brauchen, wird weiter steigen, ist Erika Frank überzeugt.

Gemessen an der Zahl der Bedarfsgemeinschaften insgesamt könnten noch viel mehr Menschen die Hilfe der „Tafel” beanspruchen, doch viele Menschen schämen sich, sich bei der „Tafel” mit Lebensmittel zu versorgen. „Die Schamgrenze hier in der Eifel ist weiterhin unwahrscheinlich hoch.”

Erika Frank berichtete: Die Kinder leiden sehr unter der Armut ihrer Eltern. Da sind Kinder, die kein Bett und keine Bettwäsche haben. Weil er keinen Ausweg mehr gesehen habe, habe sich schon ein Mann vor wenigen Monaten das Leben genommen, ein anderer habe es ebenfalls versucht.

Die „Tafel” und deren Mitarbeiter/innen seien längst zum „Kummerkasten” geworden, vor allem Rentner hätten das Bedürfnis, in Gesprächen über sich und ihre Lage zu sprechen. Da sei sie froh, dass die Kirche sich mit einer Pastoralreferentin nun vor Ort um die Menschen kümmere.

Dankbar für die große Hilfe

Erika Frank ist froh und dankbar, dass die „Monschauer Tafel” kräftig unterstützt werde: vom Rotary-Club Nordeifel, vom Lions-Club, von den Supermärkten, aber vor allem auch von der Bevölkerung der Region. Erika Frank berichtete kurz über eine Initiative, die Hilfsangebote weiter und stärker zu vernetzen.

Alexander Lenders dankte Erika Frank und der „Monschauer Tafel” für das große Engagement. Wohl niemand hätte sich vor Jahren träumen lassen, dass Einrichtungen wie „Antoniusbrot” und „Monschauer Tafel” auch in der „heilen Welt” der Nordeifel einmal nötig sein würden.

Kontaktmöglichkeiten für „Brot-Hilfe”

Wer „Brot-Hilfe” braucht, kann sich direkt an den Verein „Antoniusbrot” in Monschau, Stadtstraße 16, wenden, oder an eines der katholischen Pfarrämter der Region. „Der meist genutzte Weg führt inzwischen aber über die Monschauer Tafel”, erläutert „Antoniusbrot”-Geschäftsführer Alexander Lenders. Über die „Tafel” in Imgenbroich werden dem Verein Namen von Hilfsbedürftigen übermittelt, „denen wir direkt unsere Hilfe zukommen lassen.”

Der Verein „Antoniusbrot” braucht selber Hilfe, wer als Mitglied den Verein unterstützen will, ist dazu eingeladen, der Jahresbeitrag kostet 12 Euro, mehr wird gerne angenommen. Wer sich bei der „Monschauer Tafel” engagieren möchte, kann sich an Erika Frank wenden, 02473/68141.
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