„Einige Kinder werden bestimmt sehr traurig sein”

Von: P. St.
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Schulleiter Reinhold Franck ze
Schulleiter Reinhold Franck zeigte die traurigen Überreste: Während der vergangenen 14 Tage wurde der in der Pausenhalle der Grundschule Steckenborn ausgestellte Miniatur-Eiffelturm zerstört. Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. Gut erholt vom Sommerurlaub aus Korsika zurückgekehrt (wo er übrigens einige bekannte Eifeler Gesichter sah), war der erste Arbeitstag für Reinhold Franck, den Leiter der Gemeinschaftsgrundschule, weniger erfreulich. Beim Betreten des Schulgeländes traf er auf eine Szene der Zerstörung.

In der offenen und von außen frei zugänglichen Pausenhalle war das rund 2,50 Meter große Modell des Eiffelturms mutwillig zerstört worden. Das aus Hunderten kleiner Holzstäbchen zusammengesetzte berühmte Wahrzeichen der französischen Hauptstadt Paris, befand sich seit rund einem Jahr unter dem Dach der Schule.

Die außergewöhnliche Filigranarbeit stammt aus der Hand von Multitalent Johann Schmitz aus Kesternich, der bereits eine Vielzahl bekannter Bauwerke in monatelanger Fleißarbeit im Miniaturformat originalgetreu gestaltet hat.

Später stellte er seine Arbeiten dem Simmerather Krankenhaus zur Verfügung, wo die kunsthandwerklichen Skulpturen aber aus Brandschutzgründen keinen dauerhaften Platz finden durften. Mit Hilfe der Gemeindeverwaltung Simmerath wurden alternative Ausstellungsplätze gesucht, und die Grundschule Steckenborn meldete Interesse am Eiffelturm an.

„Wir wussten, dass es ein Risiko war, die Arbeit in der Pausenhalle aufzustellen”, erzählt Reinhold Franck, aber aus den genannten Brandschutzgründen gab es keine Alternative.

Den Kindern gefiel die realistisch nachempfundene Sehenswürdigkeit sehr gut, und der Schulleiter ahnt schon, dass nach den Ferien einige Kinder bestimmt sehr traurig sein werden, wenn sie das Bild der Zerstörung sehen.”

Immerhin war der in Kesternich entstandene Eiffelturm auslösender Grund dafür, dass das vierte Schuljahr im vergangenen Jahr einen Tagesausflug nach Paris unternahm. Die Kinder, berichtet Reinhold Franck, „wollten einmal sehen, wie der Eiffelturm in Wirklichkeit aussieht.”

Bis zum Schulbeginn sollen nun die traurigen Überreste des Eiffelturms in der Pausenhalle liegen bleiben, damit die Kinder das Ergebnis sinnloser Zerstörungswut sehen können.

Während der Sommerferien ist das Schulgelände regelmäßig genutzt worden. Sandkasten und Spielgeräte haben sich als beliebte Treffpunkte erwiesen. Dagegen hat Schulleiter Reinhold Franck überhaupt nichts einzuwenden, auch wenn es ihm nicht gefällt, dass er beispielsweise abgebrannte Streichhölzer im Sand entdeckt hat. Er hofft, dass es nun nicht soweit kommt, dass das Schulgelände künftig strenger bewacht werden muss.
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