Eingangsklassen an allen vier Grundschulen

Von: hes
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Bei Veranstaltungen wie dem Besuch des Dasda-Theaters im März dieses Jahres machten die Grundschulkinder aus Steckenborn und Kesternich bereits gemeinsame Sache. In Zukunft wird das noch häufiger der Fall sein. Foto: H. Schepp
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Alle 19 in Frage kommenden Kinder aus Kesternich, Einruhr und Erkensruhr wurden für die Schwalbenschule angemeldet, so dass es 2015 hier ein 1. Schuljahr geben wird.

Simmerath. In der Gemeinde Simmerath wird es zum Schuljahr 2015/16 an allen vier Grundschulen Eingangsklassen geben. Dabei werden an den Schulen in Simmerath und Lammersdorf jeweils zwei Klassen und in Steckenborn und Kesternich jeweils eine Klasse gebildet. Dies beschloss der Simmerather Generationen-, Schul- und Sozialausschuss am Dienstagabend nach rund einstündiger Debatte einstimmig.

136 statt 142 Kinder

„Die Schulaufsicht gibt den Rahmen vor – die Entscheidungen treffen Sie“, machte Renate Katz, Schulrätin für die Grundschulen in der Städteregion Aachen, zu Beginn unmissverständlich klar und sorgte sodann für lähmendes Entsetzen im Ausschuss: Statt der prognostizierten 142 seien lediglich 136 Schulanmeldungen erfolgt, so dass gemäß der Klassenrichtzahl (23) in der Gemeinde lediglich sechs statt der geplanten sieben Eingangsklassen gebildet werden könnten. „Dies bedeutet auch, dass nicht alle Kinder an der Schule eingeschult werden können, wo ihre Eltern dies wünschen“, führte die Schulamtsdirektorin aus. Der Rechtsanspruch der Kinder auf den „Besuch der nächstgelegenen Schule“ wechsele in diesem Fall auf den „Besuch der dann nächstgelegenen Schule“. Dies sei, so Renate Katz, beim Blick auf die Prognosezahlen aber nur der Anfang einer Entwicklung, „diese Situation wird in den nächsten Jahren immer wieder auf Sie zukommen“, riet sie dem Schulausschuss zu einer baldigen Entscheidung, „damit die Eltern Klarheit haben“.

Diese Entscheidung, so ergänzte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, müsse bis zum 15. Januar gefallen sein, zumindest was das kommende Schuljahr angeht.

Warum in der Gemeinde zur Bildung von sieben Eingangsklassen plötzlich Kinder fehlen, erläuterte Christine Lenzen von der Schulverwaltung: „Einige der 143 registrierten Kinder wurden schulärztlich zurückgestellt, drei Kinder ziehen bis nächsten Sommer aus der Gemeinde weg.“ Noch klammert man sich an die Hoffnung, „irgendwo drei Kinder herzubekommen“, wie der allgemeine Tenor im Ausschuss lautete, „vielleicht durch Zuzug“, so Manfred Nellessen, Leiter des Hauptamtes. Und deshalb wird man auch noch bis Januar abwarten und gegebenenfalls in einer Sondersitzung doch sieben Eingangsklassen beschließen. Die Hoffnungen, dass es dazu kommt, musste Bettina Fricke, Leiterin der KGS Simmerath, aus eigener Erfahrung trüben: „Von den 136 Kindern werden noch weitere Kinder infolge der schulärztlichen Rückstellung wegfallen. Das war bisher fast immer so“, so Fricke. Diese Untersuchungen sind allerdings erst im März vorgesehen.

Trotz der Misere herrschte im Schulausschuss Einigkeit, auch an der Schwalbenschule in Kesternich im Sommer 2015 eine Eingangsklasse zu bilden. „Da stehen wir bei den Eltern im Wort“, erinnerten Karl-Heinz Hermanns und Bernd Goffart (CDU) daran, dass man den Eltern aus Kesternich und Einruhr/Erkensruhr versprochen habe, ein erstes Schuljahr an der Schwalbenschule zu bilden, wenn alle in Frage kommenden Kinder dort angemeldet würden.

Weitere Planung vertagt

Was dies in der Konsequenz für die übrigen Grundschulen bedeutet, diskutierten die Fraktionen dann in einer viertelstündigen Sitzungsunterbrechung. „Die Fraktionen der CDU und der Grünen sprechen sich dafür aus, in Kesternich 2015 eine Eingangsklasse einzurichten und in Steckenborn auf eine zweite Eingangsklasse zu verzichten“, gab Sprecher Günter Scheidt das Ergebnis wieder. In Steckenborn seien dann zwei Schüler zu viel, die eine andere Schule besuchen müssten, so Scheidt, der betonte: „Das ist nicht einfach für die betroffenen Familien, scheint uns aber im Moment noch die beste Lösung zu sein.“

Für die weitere Planung werde man sich „noch Zeit lassen“, so der CDU-Sprecher, der auf „weitestgehende Zustimmung“ bei SPD-Sprecher Franz-Josef Hammelstein traf.

Dass die Bildung der Eingangsklasse in Kesternich nur eine Momentaufnahme sei, machte die Schulrätin noch einmal deutlich: Da die Schwalbenschule ab Sommer keine 92 Kinder mehr hat, werde sie den Status als eigenständige Schule verlieren und wird als Teilstandort fortgeführt. Überdies könne Heike Bittner, die derzeit die Schulleitung für Steckenborn und Kesternich innehat, „diese Aufgaben so nicht fortführen, da dies schulrechtlich kein Dauerkonstrukt“ sei, so Katz.

Heike Bittner bekundete, dass die Entwicklung der Schülerzahlen sie sehr traurig mache. „Ich werde mich aber dafür einsetzen, dass die Kesternicher Kinder zusammenbleiben, der Wechsel in eine andere Schule für sie so sanft wie möglich erfolgen wird und wir auch weiterhin gute pädagogische Arbeit machen werden“, versprach sie und fügte hinzu: „Schließlich arbeiten wir hier mit Menschen – und nicht mit Zahlen!“

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