Einfach mal woanders lernen

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In vielen Eifeler Grundschulen war das DasDa-Theater im letzten Schuljahr mit dem „Sams“ zu Gast, nun gibt es das „Piratenschwein“ für Kitas und den „kleinen Werwolf“ für Grundschulen. Foto: H. Schepp
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Im Bauernmuseum Lammersdorf können Kinder erleben, wie unsere Eifeler Vorfahren gelebt und gebacken haben. Foto: H. Schepp

Nordeifel. „Da ist kein Geld für da“, hieß es vor Jahren häufig dann, wenn Schulen oder Kindergärten einmal etwas Besonderes außerhalb des Schulalltags anbieten oder unternehmen wollten. Auch aus diesem Grunde haben sich an vielen Bildungseinrichtungen Fördervereine gegründet, die immer dann in die Bresche springen, wenn der Träger zumindest finanziell überfordert ist.

Seit gut drei Jahren hat auch die Städteregion Aachen ein Instrument im Einsatz, das es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, die gewohnte Bildungsumgebung zu verlassen und dabei doch für das Leben zu lernen: Die Bildungszugabe fördert 2014 mit insgesamt 350.000 Euro für alle zehn städteregionalen Kommunen außerschulische Lernorte, und gerade in der Nordeifel wird das Förderprogramm von Schulen und Kindertagesstätten rege genutzt.

So nutzen im ersten Schulhalbjahr 2014/15 über 1200 Kinder und Jugendliche aus der Eifel Angebote aus dem Katalog zur Bildungszugabe, wie Hans-Josef Heinen, bei der Städteregion verantwortlich für das Förderprogramm, ausgerechnet hat. „Kinder und Jugendliche erhalten durch die kommunale Förderung Zugang zu außerschulischen Lernangeboten – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern. Sie erleben Kunst und Kultur, Sport sowie Naturwissenschaften und Technik in der Region, in der sie leben“, erläutert Heinen.

Im aktuellen Angebotskatalog der Bildungszugabe sind 61 Anbieter mit rund 100 Maßnahmen aufgelistet, im ersten Halbjahr 2014 hat das städteregionale Bildungsbüro bereits 336 Anträge auf Förderung bearbeitet.

So besuchten die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula das Museum Zinkhütter Hof in Stolberg, die Grundschule Imgenbroich-Konzen das Rosenfisch Figurenspiel in Eschweiler und der Verbundkindergarten Rohren/Höfen das Druckereimuseum Weiss. Die Elwin-Christoffel-Realschule war zu Gast bei der Alemannia in Aachen, die Schulen und Kitas die Nutzung ihres Nachwuchsleistungszentrums anbietet.

Auch drei Kindergärten aus Roetgen machen sich auf den Weg in außerschulische Lernorte: So interessiert sich das Familienzentrum „Wackelzahn“ für das Projekt „Wie entsteht ein Buch?“ im Druckereimuseum Weiss. Der Waldorfkindergarten „Zwergenhaus“ unternahm eine Naturführung mit Michael Zobel aus Aachen, während sich der Kindergarten „Regenbogen“ aus Rott für einen Forscherkurs von „Kinder-Wollen-Wissen“ entschied.

Auch acht Einrichtungen aus der Gemeinde Simmerath erhielten oder erhalten die Bildungszugabe im laufenden Schuljahr: Die Grundschulen Kesternich und Steckenborn sowie die Kita „Kletterkiste“ (Strauch) besuchen das Weihnachtsmärchen im Theater Aachen. In der Kalltalschule Lammersdorf gastiert nächste Woche das Rosenfisch Figurenspiel mit dem Stück „Post von den Weihnachtswichteln“, und für die Förderschule Nordeifel geht es im Dezember zur Experimentierwerkstatt des Museums Zinkhütter Hof. Heimatlich verbunden bleiben die Kita „Brummkreisel“ aus Eicherscheid, die das Druckereimuseum Weiss besucht, und Kinder aus der Simmerather Kita Helena Stollenwerk erfahren im Bauernmuseum Lammersdorf, wie ihre Vorfahren Landwirtschaft betrieben haben. Den Tivoli als außerschulischen Partner lernten bereits vor kurzem zwei Klassen des Berufskollegs Simmerath/Stolberg kennen.

Der „Renner“ bereits seit Start der Bildungszugabe sind die Gastspiele des DasDa-Theaters und des jungen Grenzlandtheaters (Greta), die mit ihren unterhaltsamen, aber immer auch lehrreichen Stücken gerne in die Eifel kommen. Alleine in diesem Halbjahr führen die beliebten Theater-Ensembles aus Aachen ihre Theaterstücke für fast 1000 Kinder und Jugendliche auf. Das DasDa-Theater bringt mit dem Stück „Das Piratenschwein“ ein Theaterstück für kleine Zuschauer von drei bis sechs Jahren in die Kindergärten „Löwenzahn“ (Roetgen), „Rabennest“ (Simmerath) und „Pusteblume“ (Kesternich). Und mit dem Stück „Kleiner Werwolf“ ist die junge Bühne in der Grundschule Roetgen und in der Heckenlandschule Höfen zu Gast.

„Greta“, die Nachwuchsabteilung des Grenzlandtheaters, zeigt am 8. und 9. Dezember insgesamt vier Mal im St.-Michael-Gymnasium in Monschau das Stück „Stones“. Erzählt wird von der Freundschaft zwischen zwei Jungs, die sich gegenseitig mit gefährlichen Mutproben herausfordern. Drei Monschauer Schulen – Gymnasium, Realschule und Hauptschule – haben sich schon mit knapp 400 Schülern angemeldet, ein paar Plätze sind noch frei.

Anlässlich des Karlsjahres 2014 war von Juni bis September die Ausstellungstrias „Karl der Große“ zu sehen. Zu den Ausstellungen „Karls Kunst“ im Centre Charlemagne“ und „Orte der Macht“ im Krönungssaal gab es museumspädagogische Programme speziell für Vorschulkinder, Grund- und Förderschulen sowie für weiterführende Schulen. Und so besuchten 125 Kinder und Jugendliche aus der Eifel mit Unterstützung der Bildungszugabe die Ausstellungen, mit dabei waren St. Ursula, die Grundschule Imgenbroich-Konzen, die Kalltalschule, die Privatschule Conventz aus Roetgen sowie die Kitas „Kletterkiste“ (Strauch) und „Blumenwiese“ (Roetgen).

Dass die Bildungszugabe mehr ist als nur eine willkommene Auszeit vom Unterricht ist, sondern sich auch positiv auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirkt, hat die Städteregion nun Schwarz auf Weiß: Der Schwerpunktbericht „Außerschulische Bildung in der Städteregion Aachen“, den das Bildungsbüro veröffentlicht hat, kommt zu dem Ergebnis, „dass Jugendliche in der Region, die außerschulische Angebote nutzen, häufiger angeben, aktiv an der Gestaltung ihres sozialen Umfeldes teilnehmen zu wollen und sich auch für den weiteren Lebensweg als Schulabgänger besser vorbereitet sehen“.

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