Einen neuen Rekord zum Geburtstag

Von: Andreas Gabbert
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Fröhliches Treiben: In den Mützenicher Straßen wurde ausgiebig gefeiert. Dabei konnten die Zuschauer das ein oder andere Leckerchen ergattern. Foto: Andreas Gabbert
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Tierisch: Zwei- und Vierbeiner aller Größen machen mit. Foto: Andreas Gabbert
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Probleme mit Krähen?: Diese Vogelscheuchen wissen, wie man Abhilfe schaft. Foto: Andreas Gabbert
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Echte Handarbeit: In der Butterfabrik wurde so einiges durch den Wolf gedreht. Foto: Andreas Gabbert
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Voller Einsatz: Beim Erntedankzug in Mützenich sind auch die Kinder und Jugendlichen fester Bestandteil des Geschehens. Foto: Andreas Gabbert
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Dichtes Gedränge: Tausende Zuschauer säumten wieder die Straßen des Venndorfes, um die mit Liebe zum Detail vorbereiteten Wagen zu sehen. Foto: Andreas Gabbert

Mützenich. So viele Gründe zum Feiern gab es selten bei einem Erntedankzug. Zum 60. Mal schlängelte sich am Sonntag in Mützenich der eindrucksvolle Erntedankzug durch die Straßen. 33 liebevoll und detailreich geschmückte Wagen, acht Fußgruppen und die Trommler- und Pfeiferkorps sowie die Musikvereine aus Mützenich und Konzen waren dabei.

 „Das ist ein neuer Rekord“, freute sich der Vorsitzende der Ortsbauernschaft Mützenich, Elmar Victor. Aber auch mit der Ernte und dem Wetter waren die Landwirte zufrieden. „Die Grünlandernte war gut, und auch der Milchpreis entwickelt sich freundlich. Das Wetter könnte nicht besser, es müssen ja nicht immer sieben Sonnen am Himmel stehen. Wir haben auf jeden Fall Grund zum Feiern“, sagte Victor. Und das taten die Mützenicher mit den Tausenden von Schaulustigen am Straßenrand ausgiebig.

Dabei scheint den vielen privaten Gruppen kein Aufwand zu groß zu sein, um den Zuschauern etwas zu bieten. Ganze Obstbäume waren auf den Anhängern zu sehen. Eine Gruppe junger Männer hatte sogar ein Sägewerk mit einer alten Gattersäge, die von einem Wasserrad angetrieben wurde, auf ihrem Wagen aufgebaut.

Auf einem anderen Wagen breitete sich ein ganzer Garten aus. Kohlköpfe, Kürbisse fanden direkt neben den niedlichen Kaninchen – den „Biorasenmähern“ – Platz. Die herrlichen Gespanne mit den Kaltblutpferden demonstrierten, wie das Holz früher aus dem Wald geschafft wurde. „Eifel Hühner mot Pänz“ waren ebenso vertreten wie Vogelscheuchen und Kräuterhexen. Sogar eine Gruppe aus den Niederlanden verteilte Käse an die Zuschauer.

Beim Erntedankclub Schobbe, der jetzt zum 38. Mal dabei war, drehte sich diesmal alles rund um die Nuss. In einer Pfanne über dem offenen Feuer wurden sie geröstet und auf einem alten Ofen und einem 120 Jahre alten Einsatz karamellisiert. Das Resultat durften die Zuschauer natürlich ebenso kosten wie die vielen anderen Köstlichkeiten, die auf den verschiedenen Wagen gebrutzelt, gebraten und gekocht wurden.

Bei den Hühnerbauern gab es Rührei, in der Butterfabrik wurden leckere Brote geschmiert, Kastanien wurden über dem Feuer geröstet, Bratkartoffeln, Sauerkraut, Obst und natürlich auch unzählige selbst gemachte Schnäpse aus Waldbeeren und Schlehen wurden gereicht.

Interessant zu sehen war auch, wie in früherer Zeit die Vorräte in sogenannten Erdmieten untergebracht wurden. Demonstriert wurde ebenso die harte Handarbeit im Wald, das Einwecken von Früchten und vieles mehr. An frühere Zeiten erinnerten außerdem zahlreiche alte Traktoren der Marken Fendt, Hanomag, Mc Cormick und Deutz. Baujahr 1946 war auf einem der Exemplare zu lesen. Im Gegensatz dazu zeigten die „Energiewirte“, wie sich mancher Landwirt mit erneuerbaren Energien heute sein Brot verdient. Dazu hatten sie ein qualmendes Blockheizkraftwerk, Windräder und Solarmodule auf ihrem Wagen errichtet.

„60 Jahr Zug sind uns noch nicht genug“, hatten die Kindergartenkinder, die auch dieses Mal wieder die jüngsten Zugteilnehmer waren, auf ein großes Transparent gepinselt. Der Nachwuchs war ohnehin wieder stark vertreten, ob in der Hexenschule der Kräuterhexen, auf dem Hühnerhof oder auf den Schlitten der Wintersportler. Im Mützenicher Erntedankzug sind Kinder und Jugendliche eine Selbstverständlichkeit.

Nicht fehlen durfte auch Rolf Müller, der an der Kreuzung Schiffenborn/Eupener Straße den Zug gewohnt launisch und humorvoll kommentierte.

„Der Spaß soll hier im Vordergrund stehen. Deshalb schreiben wir auch kein Motto vor. Die Gruppen können alle machen, was sie wollen“, sagte Karl Volpatti von der Ortsbauernschaft, die den Zug organisiert. Für die Teilnahme erhält jede der Gruppen ein kleines Dankeschön von der Ortsbauernschaft. Finanziert wird dies hauptsächlich durch den Verkauf der Ährensträuße an den Absperrungen.

Nach dem Erntedankzug war gestern aber noch lange nicht Schluss mit dem Feiern. Im Anschluss waren alle Beteiligten und Zuschauer zum festlichen Ausklang ins Festzelt auf dem Dorfplatz eingeladen.

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