Monschau - „Eine wunderbare Atmosphäre”: Neun Künstler zeigen ihre Arbeiten

„Eine wunderbare Atmosphäre”: Neun Künstler zeigen ihre Arbeiten

Von: V.M.
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Neun Künstlerinnen und Künst
Neun Künstlerinnen und Künstler der Region zeigen ihre Werke noch bis Sonntag in der historischen Markthalle Monschau. Foto: V. Monterey

Monschau. In nunmehr dritter Folge zeigt „die Kunststadt Monschau”, so vertretender Bürgermeister Hermann Mertens in der historischen Markthalle in der Rurstraße 9 die „Kunstschau Monschau”. Neun Künstler aus der Region von Aachen bis zur Eifel und rund um Monschau zeigen hier vom 23. bis zum 26. Juni ihre Arbeiten.

Monschau, inzwischen ein Inbegriff für „Kunst, Natur und Kultur”, so Mertens während der Eröffnungsrede in der gut besuchten Markthalle, präsentiert damit einen sehenswerten Querschnitt, sei es Technik, Stil oder Sujet betreffend von hier ansässigen Künstlern.

„Eine super Kombination” sei die Verbindung von Bruchstein und Fachwerk mit moderner Kunst und schaffe neben der musikalischen Begleitung von SylnDan mit den „Songs for your heart” und einem leckeren Büfett eine „wundervolle Atmosphäre”, so der Künstler Udo Bongard, der sich freute, zum dritten Mal bei der Kunstschau, initiiert von dem Künstler und Krippenbauer Alexander Hütten, dabei sein zu dürfen.

Von dem Tier- und Landschaftsmaler sind 27 klein- bis mittelformatige naturalistische Ölbilder zu sehen, die in ihrer Genauigkeit faszinieren. Seinen Stil, die Präzision hat er innerhalb der letzten 20 Jahre stetig verfeinert, wohl das Einzige was die Malerei mit seinem Beruf gemeinsam habe, „die Genauigkeit der Bilder”, so Bongard schmunzelnd, „ich bin Bilanzbuchhalter”.

Elvi Soretire-Steinmann ist ebenfalls Natur- und Landschaftsmalerin, schafft aber einen faszinierenden Gegensatz. Die Pünktchentechnik der Aborigines, der Ureinwohner Australiens sind ihr vorherrschendes Thema, seit sie in diesem Land gelebt hat. Die Tiere der Traumwelt und ihre Deutung verarbeitet sie ebenso wie die Symbole und Zeichen die für Wohlstand, Glück und Stärke stehen, wie ein Titel eines ihrer zwölf ausgestellten Bilder beschreibt, „Die Zukunft liegt in den Sternen”. Inzwischen hat die Krankenschwester, deren Vater ihr einst ausgeredet hat, die „Brotlose Kunst” zu studieren, unzählige Preise gewonnen.

Eifel und Südeuropa

Gleich nebenan ist Gerlinde Bawendi mit zwölf Öl- und Acrylbildern zu sehen. Sie abstrahiert Landschaftsbilder, widmet sich der Darstellung kleiner Dinge, indem sie diese übergroß darstellt, schafft Tiefe, indem sie Papier und Erde verarbeitet und setzt mit leuchtenden Farben Akzente.

Die Autodidaktin Anja Lindbüchel ist mit 20 Bildern in verschiedenen Techniken und Stilen, meist auf großformatigen Leinwänden vertreten. „Ich brauche die Abwechslung, die Herausforderung etwas Neues auszuprobieren”, erklärt Lindbüchel. Ihre Stärke liegt in der Darstellung figürlicher Abstraktion und der Darstellung mediterraner Landschaften.

Mit beeindruckender Glaskunst ist auch dieses Jahr wieder der Glasmeister Wilfried Grob vertreten. Sowohl Skulpturen, wie zum Beispiel wie ein Totem wirkendes Kunstobjekt, in dem sowohl verschiedenste Materialien, wie Eichenholz, Metall und eingelassene Glasintarsien verarbeitet sind als auch verschiedenste Bilder in faszinierenden, mal matten, mal durchscheinenden Farben sowie abstrakten Bildern, die mit der sogenannten Glaswurmtechnik entstanden sind.

Im Gegensatz zu dem Glasbläser arbeitet Grob direkt mit Schutzkleidung im Ofen. „Glas ist ein sehr schwieriger Werkstoff”, erklärt Grob, besonders während der Abkühlungsphase. „Die Gläser müssen kompatibel sein”, erklärt Grob weiter, müssen die gleiche Ausdehnung haben und könnten sonst nicht miteinander verschmelzen und dauerhaft verbunden bleiben. Grob hat als Kunstglaser und Kunstbildner sowohl das Wissen als auch die Kreativität und beeindruckt mit seiner Kunst - Anfassen erlaubt - auf ganz besondere Weise.

Heike Habeck-Leibing ist mit 20 Aquarellen und Ölbildern vertreten. Ihre Sujets sind Landschaften der Eifel und Südeuropas. Besonders hervorzuheben ist die „Blaue Stunde”, eine Kapelle mit zügigem Pinselstrich in kräftigen Kobalttönen und Ultramarin gemalt. Sie zeichnet seit der frühen Kindheit, gefördert durch den Vater, Kirchen- und Malermeister.

Ein wenig Zeit mitbringen sollte man sich für die Krippenkunst von Alexander Hütten. Er verarbeitet in seinen Krippendarstellungen biblische Geschehnisse, wie zum Beispiel die Heilige Familie mit starkem Bezug auf die heutige Welt. Das „Glaubenstheater” ist ein herausragendes Beispiel seiner Arbeiten, geschaffen aus Fichtenholz, Polystyrol, Gips, Pappmaché und Stoff. Wie Marionetten ist hier die heilige Familie dargestellt und macht uns deutlich, dass wir zeitweise nur wie Marionetten funktionieren. Das Thema „Familie” erscheint in vielen Variationen, welches den Betrachter zum „Hinschauen und Nachdenken animieren soll”, so Hütten.

Herausragend auch die Arbeiten von Yvonne Delisle, sieben großformatige existentielle Ölbilder auf farbig grundierter Leinwand. Mal Pastos, mal mit Lasurtechnik schafft sie Räumlichkeit in ihren meist figürlichen Darstellungen. Ihre Themen sind „Dinge die mich stark bewegen”, so Delisle. Protest, Menschlichkeit, Trauer, Freude, die Verdeutlichung von Regung und Emotion.

Um Emotionen geht es auch bei Albert Florian, um Humor. Er spielt mit optischen Täuschungen, wie Escher, er versteckt ein Bild im Bild. So wird aus der Darstellung dreier Blüten und einem Schmetterling ein Frauenportrait, aus einer Palmenreihe eine Karawane, ein Spiel mit Positiv- und Negativ, mit Licht und Schatten. „Bei mir muss ein Lächeln im Bild sein”, schließt Florian.
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