Eine Windanlage für das Gewerbegebiet Rollesbroich?

Von: P. St.
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Wie nahe sollen Windräder den Menschen kommen? Diese Frage stellt sich jetzt auch im Gewerbegebiet Rollesbroich.

Rollesbroich. Wenn es nach dem Wunsch des Antragstellers geht, dann soll sich schon bald im Gewerbegebiet Rollesbroich ein Windrad drehen. Noch aber gibt es eine Reihe ungeklärter Fragen, die auch in der zurückliegenden Sitzung des Simmerather Planungsausschuss nicht beantwortet wurden, wo das Thema in öffentlicher Sitzung beraten wurde.

Bei der Städteregion Aachen wurde zwischenzeitlich ein Bauantrag für die Errichtung einer einzelnen Windenergieanlage eingereicht. Aufgestellt werden soll ein Windrad mit einer Nennleistung von 2300 kW und einer Nabenhöhe von knapp 85 Metern. Die Spitzen der Rotorflügel würden sich auf 120 Meter Höhe bewegen.

Die Verwaltung hatte in Zusammenhang mit dem Erlass einer Veränderungssperre für die Haltung von Tieren im Gewerbegebiet Rollesbroich noch einmal die textlichen Festsetzungen zu den Bebauungsplänen im Gewerbegebiet Rollesbroich überprüft. Dabei hatte man dann festgestellt, dass diese Festsetzungen zwar Höhenbeschränkungen für Bauwerke enthalten, aber Windkraftanlagen nicht ausdrücklich ausgeschlossen werden.

Dennoch, so lautet die Auffassung der Verwaltung, seien durch die Festlegung der zulässigen Firsthöhe von 15 Metern Windanlagen automatisch ausgeschlossen. Ein Schlupfloch in der Interpretation könnte aber die ergänzende Festlegung bieten, dass von dieser Firsthöhenbegrenzung Silos und oder andere technisch bedingte technische Nebenanlagen wie Kamine oder Lüftungsanlagen, ausgenommen sind.

Wie sind aber nun Windanlagen zu bewerten? Fallen sie auch unter die Ausnahmeregelung oder handelt es sich wegen der großen Höhe (deutlich mehr als 50 Meter) um Hauptanlagen? Auch in diesem Punkt ist für die Verwaltung die Sache klar. Windanlagen seien als Haupt- und nicht als Nebenanlagen zu werten und unterlägen somit der Beschränkung der Firsthöhe.

1000 Meter Abstand geht nicht

Der Antragsteller sieht die Sache genau anders herum. Will die Gemeinde nun absolute Rechtssicherheit erzielen, dann müsste im Bebauungsplan die Errichtung von Windanlagen ausdrücklich ausgeschlossen werden.

Bei der Diskussion im Planungsausschuss wurde die Entscheidung darüber auf die nächste Sitzung am 18. Juni vertagt, insgesamt aber stand man der Errichtung eines Windrades im Gewerbegebiet Rollesbroich eher verhalten gegenüber. Die CDU-Fraktion ging sogar eher auf Distanz – vor allem im Hinblick auf mögliche Geräusch-Immissionen durch ein Windrad.

Die Beeinträchtigung durch Windräder für die Wohnbebauung ist des Weiteren ein sensibler Punkt. Aus diesem Grund hatte die Gemeinde Simmerath bei der Ausweisung des neuen Windparks Lammersdorf den Bürgern auch zugesagt, dass die Windräder mindestens 1000 Meter Abstand zur Bebauung haben werden. Bei Anwendung der 1000-Meter-Zone auf das gesamte Gemeindegebiet würde dies für einen Windrad-Standort Rollesbroich bedeuten, dass große Teile von Strauch, Witzerath und Rollesbroich in diesem 1000-Meter-Radius liegen würden.

Die Verwaltung hofft nun, dass sich vor diesem Hintergrund die politischen Fraktionen positionieren und zur nächsten Sitzung zu einer Meinungsbildung gefunden haben.

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