Eine Weißtanne geht auf Reisen

Von: rpa
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Nach einer Minute 35 Jahre sprichwörtlich abgesägt: Die Tanne aus dem Garten von Hannelore Schwalke wird ab sofort den „Kraremann” in Simmerath schmücken. Der Baum musste von seinen urspünglichen 17 auf zehn Meter gekürzt werden und wog 900 Kilo. Foto: R. Palm

Simmerath. Mit großer Kraft frisst sich die Kettensäge in das harzige Holz der Weißtanne. Nach gut einer Minute ist es dann passiert: Die schön gewachsene Tanne ist von ihrer Wurzel getrennt und hängt am Haken des 60-Tonnen schweren Krans. Am Ende seines Lebens ist aus dem Baum doch noch geworden, was er eigentlich in jungen Jahren werden sollte - ein Weihnachtsbaum.

Statt in einer warmen Stube steht er nun neben dem „Kraremann” in Simmerath.

Es war schon beachtlich, was die Männer da geleistet haben: Eine rund 17 Meter hohe Tanne, deren Äste schon das Dach des Hauses Nr. 5 am Arnikaweg berührten, abzusägen, zu bergen, herzurichten, um sie dann am „Kraremann” aufzubauen. Die Helfer um Erich Kogel, Leiter des Arbeitskreises Alt-Simmerath, haben die Aufgabe meisterlich gelöst. Zu keiner Sekunde gab es auch nur den Hauch einer Gefahr für umliegende Häuser.

Die Helfer waren Damian Heiduk, Karl Heinz Matheis und Hermann Haas, der, ausgerüstet mit Helm und Motorsäge (und Führerschein dazu) die Aufgabe hatte, den Baum zu fällen. Unterstützt wurde die durchaus knifflige Arbeit von Hubert Toiussaint von der Firma Rudi Henn, der den 60-Tonner-Autokran gekonnt und geschickt bediente. Mit dabei auch Hartmut Braun, der später den Baum mit seinem Lkw zum „Kraremann-Platz” brachte.

1975 im Garten eingepflanzt

Die Weißtanne gehörte Hannelore Schwalke am Arnikaweg 3. Sie erinnert sich gut: Vor etwa 35 Jahren wurde die kleine Tanne im Garten eingepflanzt, um sie einige Jahre später als Weihnachtsbaum zu ernten. Irgendwie wurde der rechte Zeitpunkt verpasst, und so konnte die Tanne wachsen und wachsen - bis zur Fällung. Inzwischen war aus der kleinen Tanne ein großer Baum geworden mit einem mächtigen Astwerk, das dem Nachbarhaus das Licht nahm.

Für das Fest am Wochenende brauchte der Kameradschaftliche Verein für den „Kraremann” einen stattlichen Weihnachtsbaum. Da kam die Weißtanne im Garten der Schwalkes gerade recht. Schnell hatten die Helfer die „Lage” erkundet. Karl-Heinz Matheis kletterte auf einer langen Leiter in den Baum und befestigte am Stamm eine Kette, die Hubert Toussaint am Ausleger des Krans, den er 34 Meter hoch ausgefahren hatte, herab ließ.

Dann machte sich Hermann Haas ans Werk: Rund 35 Jahre hatte die Tanne gebraucht, um gut 17 Meter groß zu werden. Nach nicht viel mehr als einer Minute waren Baum und Wurzel voneinander getrennt. Hubert Toussaint konnte an der Waage im Kran feststellen, wie schwer der Baum war, der da am Haken schwebte: 2,7 Tonnen. Auf dem schneebedeckten Boden (Minus zwei Grad) wurde die Tanne dann „passend” gesägt - als Weihnachtsbaum für den „Kraremann”.

Um sechs bis sieben Meter musste der Stamm, der unten am Ende einen Durchmesser von fast 40 Zentimetern hatte, gekürzt werden. Das Gewicht betrug nun um die 900 Kilo. Anschießend brachte Hartmut Braun den Baum auf seinem Laster zum „Kraremann” auf dem Platz an der Hauptstraße.

Dort steht jetzt die etwa zehn Meter hohe Weißtanne als Weihnachtsbaum, fest verankert in einem tiefen Rohr aus Beton.
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