Eine Wahl, zwei Bürgermeister, drei Räte

Von: P. St.
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Trotz Kommunalwahlkampf geht der Arbeitsalltag weiter. Wie hoch hinaus es für die Kandidaten auf europäischer oder kommunalpolitischer Ebene geht, entscheidet sich am Sonntag. Ab 18 Uhr werden die Stimmen ausgezählt. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Alles schön der Reihe nach: Auch wenn die Kommunalwahl in der Nordeifel den politisch interessierten Menschen wesentlich näher stehen dürfte, wird am Sonntagabend ab 18 Uhr zunächst die Europawahl ausgezählt, die mit dem Blick auf die Wahlbeteiligung mit Sicherheit von der zeitgleich stattfindenden Kommunalwahl in NRW profitieren dürfte.

Es ist also auch in der Eifel ein langer Wahlabend zu erwarten, wenn nach der EU-Wahl in der vorgeschriebenen Reihenfolge Städteregionsrat, Städteregionstag, Bürgermeister und Rat ausgezählt werden.

In Roetgen wird noch kein Bürgermeister gewählt, da Bürgermeister Manfred Eis, bei der Kommunalwahl 2009 mit überwältigenden 63 Prozent bestätigt, im Gegensatz zu den beiden anderen Nordeifeler Amtsinhabern noch bis Herbst 2015 im Amt bleiben möchte.

Als besonders spannend dürfte sich die Zusammensetzung des neuen Gemeinderates erweisen, da die 2009 erstmals angetretene UWG aus dem Start heraus drittstärkste Kraft wurde. Wechselnde Mehrheiten haben in Roetgen Tradition. Klare Verhältnisse sind auch aktuell nicht erkennbar: SPD (8 Sitze), CDU (7), UWG (5), Grüne (4) und FDP (2) bilden je nach Themenlage Kooperationen.

In 13 Wahlbezirken sind die bei der Kommunalwahl wahlberechtigten 6804 Bürger (ab 16 Jahre) in Roetgen zur Stimmabgabe aufgerufen. Die fünf im 26-köpfigen Rat vertretenen Parteien haben in allen Wahlbezirken Kandidaten aufgestellt. Für den Wahlmarathon sind in der kleinsten Kommune der Städteregion 128 ehrenamtliche Wahlhelfer eingesetzt.

In der Stadt Monschau sind ebenfalls 128 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz. Hier ist die Anzahl der Wahlbezirke von 16 auf 13 reduziert worden. In Kalterherberg, Konzen und Mützenich ist der jeweils dritte Wahlbezirk entfallen. Verkleinert wird auch der Stadtrat von bisher 32 auf 26 Volksvertreter. Die Hälfte der Kandidaten wird direkt in 13 Wahlbezirken gewählt, der Rest rückt über die Reserveliste nach.

Exakt 10 253 Wahlberechtigte sind in Monschau zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag vor fünf Jahren bei 66 Prozent.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, die sich 2009 erstmals um das Bürgermeisteramt bewarb, erhielt im ersten Wahlgang mit 52,2 Prozent die erforderliche Mehrheit. Diesmal muss sie statt zuletzt drei gleich vier Mitbewerber (Gregor Mathar, SPD; Werner Krickel, Grüne; Kurt Victor FDP und Renate Reinartz als parteilose Einzelbewerberin) hinter sich lassen, um einer Stichwahl zu entgehen.

Die Wahlzettel für den Monschauer Stadtrat fallen in den einzelnen Wahlbezirken unterschiedlich aus, da die FDP in einigen Bezirken keine Direktkandidaten stellt. Hier stehen dann nur vier Kandidaten zur Auswahl, dafür aber in einem Monschauer Bezirk sogar sechs Bewerber wegen der Kandidatur der Einzelbewerberin Renate Reinartz.

Im Stadtrat Monschau verfügt die CDU mit 54,4 Prozent klar über die absolute Mehrheit. Die Sitzverteilung: CDU (18), SPD (6), Grüne (4), FDP (2), Linke (1), Bürgerforum (1).

Die Linke, die 2009 auf 4,4 Prozent kam und mit einem Vertreter im Stadtrat sitzt, hat sich entschlossen, bei der Kommunalwahl 2014 nicht anzutreten.

In der Gemeinde Simmerath sind bei der Kommunalwahl 12785 Wahlberechtigte aufgerufen, in den 16 Wahlbezirken ihre Stimme abzugeben. Hier sind 194 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz. Drei der Wahlbezirke wurden neu zugeschnitten. Wie gehabt, bleibt es in Simmerath bei 32 Ratsmitgliedern, von denen die Hälfte direkt gewählt wird.

Ergebnisse werden präsentiert

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns kletterte bei seinem Amtsantritt vor fünf Jahren mit 54,9 Prozent auf den Stuhl des Verwaltungschefs. Sein damaliger Gegenkandidat, SPD-Spitzenmann Gregor Harzheim, kam mit 45,1 Prozent recht nahe; der Unterschied betrug noch 800 Stimmen. Wie auch schon 2009 hat es Hermanns erneut mit nur einem Gegenkandidaten zu tun, diesmal mit SPD-Herausforderer und Newcomer Stephan Kaever.

Die Simmerather CDU hat vor fünf Jahren ihre absolute Mehrheit im Gemeinderat verloren (49,1 Prozent). Ihr erklärtes Ziel ist es, diesmal wieder den Sprung über die 50-Prozent-Marke zu schaffen. Die Sitzverteilung in Simmerath sah nach der Kommunalwahl 2009 wie folgt aus: CDU (16), SPD (8), UWG (4), FDP (2), Grüne (2).

Durch den Wechsel von UWG-Ratsherr Stephan Weber Anfang des Jahres in die CDU-Fraktion verfügen die Christdemokraten aktuell über 17 Sitze.

In allen Simmerather Wahlbezirken treten die Kandidaten der fünf im Rat vertretenen Parteien und Gruppierungen an.

In den Rathäusern in Simmerath und Monschau können die Bürger ab 18 Uhr den Eingang der Wahlergebnisse verfolgen; in Roetgen findet die Ergebnispräsentation im Bürgersaal (Eingang Rosentalstraße) statt. Außerdem laden die Roetgener Grünen am Sonntagabend ab 20.30 Uhr noch zu einer Wahlfete mit dem „Schlagsaiten-Quantett“ in das Theater am Venn ein.

Sollte bei der Bürgermeister-Wahl eine Stichwahl erforderlich werden, weil keiner der Bewerber nicht die erforderlichen 50 Prozent erhält, so findet diese am Sonntag, 15. Juni, statt.

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