Eine „urbane Legende” zieht durchs Land und erreicht Kalterherberg

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:

Nordeifel. Es ist eine tragische Geschichte, die derzeit im Buschfunk die Runde macht: In Kalterherberg hatten einige junge Männer einen Junggesellenabschied gefeiert.

Der werdende Bräutigam hatte schon das ein oder andere Gläschen intus, da hat sein Trauzeuge ihn in Gummistiefel gesteckt und diese - die Symbolik ist eindeutig - mit Bauschaum ausgeschäumt. Am nächsten Morgen wachte der Bräutigam auf und konnte seine Beine nicht mehr spüren. Beide Beine mussten vom Knie abwärts amputiert werden, der Schaum hatte die Blutzufuhr abgequetscht, der Bräutigam hatte im Rausch keine Gefahrenzeichen erkannt.

In den Polizeiakten in Aachen ist dieser Vorfall nicht verzeichnet, aber ein Blick ins Internet verrät: Diese Tragödie ist schon ziemlich oft in zahlreichen Ortschaften der Bundesrepublik, in Niedersachsen, im Münsterland und Osthessen geschehen, und wurde auch schon in Holland erzählt. In der einen Variante stirbt der Bräutigam an den Folgen der Amputation, in einer anderen Version nimmt sich der Trauzeuge als Verursacher des Unglückes das Leben.

Jetzt hat diese urbane Legende auch die beschauliche Eifel erreicht: Ein Freund hat erzählt, dass ein Bekannter erzählt hat, dass ... Erst soll es in Kalterherberg passiert sein, andere hatten die Geschichte im benachbarten Belgien gehört.

Dran ist an der Geschichte wohl nichts. Ob sie jemals irgendwo geschehen ist, bleibt offen. Das Gute an der brodelnden Gerüchteküche: Auf die Idee, Bauschaum in Gummistiefel zu füllen, kommt wohl niemand, der diesen urbanen Mythos je gehört hat. Symbole für den Balast, den eine Ehe mit sich bringt, gibt es schließlich genug, und da bleibt meist allenfalls ein wenig Muskelkater.
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