Nordeifel - Eine Stunde Zeit ist ein Geschenk

Eine Stunde Zeit ist ein Geschenk

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Ingrid Winzen (li.) und Anka Münker (re.) kümmern sich ehrenamtlich um die Senioren im Malteserstift Seliger Gerhard. Karin Auschrat zum Beispiel freut sich immer sehr über den Besuch.

Nordeifel. Sie sind eine unabdingbare Stütze der Gesellschaft. Unzählige Institutionen, Vereine oder soziale Einrichtungen könnten nicht wirken, wenn es die vielen Ehrenamtler nicht gäbe. Auch Ingrid Winzen aus Roetgen und Anka Münker aus Simmerath sind zwei dieser engagierten Menschen.

Ihr Wirkungsort ist das Malteserstift Seliger Gerhard. Dort betreuen sie demente Senioren. Anka Münker geht einmal pro Woche mit einer Seniorin spazieren und montags greift sie Andrea Karbig im Malkurs unter die Arme. Karin Auschrat ist eine der Bewohnerinnen, die gerne am Malkurs teilnehmen. Eine Wand in ihrem Zimmer ist voll mit ihren eigenen Kunstwerken. Sogar für ihren Enkelsohn hat sie ein Bild gemalt.

Ingrid Winzen kommt immer freitags für drei Stunden in das Stift. Bei schönem Wette geht sie mit den Senioren spazieren, bei schlechtem Wetter wird im Haus ein Pläuschen über vergangene Zeiten gehalten. „Wenn ich mit drei Stunden pro Woche, der Gesellschaft etwas zurückgeben kann, sollte ich das tun. Und die Bewohner geben mir auch sehr viel . Beispielsweise mit einem Lächeln”, erzählt sie.

„Man kann nicht immer nach dem Staat schreien”, findet Anka Münker. Selber aktiv werden ist ihre Devise. „Ich kenne es von Zuhause, dass meine Eltern die Großeltern gepflegt haben und wir haben unsere Eltern betreut. Viele Senioren hatten eine Kindheit, die durch den Krieg geprägt war, ich möchte etwas von dem Guten, das ich erfahren habe, zurückgeben”, beschreibt sie ihre Motiviation. Ihren Einsatz sehen die Fraucn als wichtige Ergänzung zu der Arbeit des Personals. „Das Pflegepersonal kann nicht für anderthalb Stunden durch Simmerath spazieren”, weiß Winzen. „Anders als das Personal haben wir keinen Zeitdruck, das tut den Menschen gut.”

Fünf Ehrenamtler sind derzeit im Stift tätig. Jeder kann sein zeitliches Engagement frei einteilen und seine stärken einbringen. Spielen, Spazieren, Erzählen, Kochen, Backen, Vorlesen - es gibt unzählige Möglichkeiten. Jeder kann das tun, was ihm liegt und Freude macht. Münker ist an einen Stand auf dem Simmerather Markt (siehe Infobox) auf die Möglichkeit zum ehrenamtlichen Engagement aufmerksam geworden, Winzenz über einen Zeitungsartikel.

Viele Heimbewohner sind dement. Das Malterserstift bietet den Ehrenamtlern daher in Kooperation mit weitern Einrichtungen einen Qualifizierungskurs zur Betreuung von dementen Menschen an. In dem Kurs lernen die Ehrenamlter die Krankheit mit all ihren Facetten kennen, und erfahren, was sie in der Betreuung beachten sollten.

„Für mich, die ich ja keinerlei Vorerfahrung habe, ist das sehr hilfreich”, sagt Anka Münker. Sie lerne, die dementen Menschen zu verstehen. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird das bürgerschaftliche Engagement immer wichtiger”, betont Pulwey. „Es ist eine Utopie, dass das Personal diese intensive Betreuung leiste könne”, sagt Schwester Gertrud. „Wir möchten den Bewohnern eine schöne Atmosphäre schafen und ihnen positive Erlebnisse ermöglichen”, erzählt Winzen. Im Kurs hat sie glernt, dass es wichtig ist, bei den demenen Menschen Emotionen zu wecken, denn die erleben sie sehr intensiv.

„Wenn jeder in der Gesellschaft nur eine Stunde erübrigen würde”, appelliert Münker auf mehr Mitstreiter. Und wer Berührungsängste im Umgang mit dementen oder alten Menschen hat, der kann sich ja auch an anderer Stelle einsetzen. Wirkungsorte für Ehrenamtler gibt es in der Gesellschaft genug.
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