Eine Partie Eishockey in Pleushütte

Von: Peter Stollenwerk und Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
13869602.jpg
Der vereiste Obersee bei Pleushütte bot offenbar ausreichend Stabilität für eine Partie Eishockey. Diese Familien aus Gemünd zogen unbeschwert ihre Bahnen Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Die Eifel liegt unter einer Schnee- und Eisdecke. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und nachts häufig zweistellige Minustemperaturen: Den Winterfans fehlt es momentan an nichts. Die Frostperiode soll noch bis Ende der Woche anhalten. Auch am vergangenen Wochenende zog es tausende Besucher in die Eifel.

Die Ski- und Rodelhänge waren hoch frequentiert. Parkplätze waren Mangelware. Ein außergewöhnliches Bild bietet in diesen Tagen die Rurtalsperre. Der Obersee ist komplett zugefroren und ebenso Teile des Rursees.

Besonders kompakt ist die Eisdecke an der Rurmündung in Pleushütte. Hier ist die Eisdecke zwischen zwölf und 15 Zentimeter dick. Das scheint vielen Menschen ausreichend stabil zu sein, um sich aufs Glatteis zu begeben. Das war dann auch am Wochenende der Fall. Menschen spazierten unbeschwert übers Eis, und aus Gemünd hatten sich mehrere Familien eingefunden, die Spaß an einer Partie Eishockey fanden.

Wenig beachtet werden die Hinweise am Ufer, die das Betreten der Eisfläche verbieten. Der Wasserverband Eifel-Rur als Betreiber der Talsperren hat die Schilder aufgestellt, um seiner Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Darüber hinaus, betont WVER-Sprecher Marcus Seiler, appelliere man an die Eigenverantwortung der Menschen. Der WVER sei im Übrigen keine Ordnungsbehörde und besitze auch keine Handhabe, um die Verbote zu ahnden.

„Wir wollen niemandem den Spaß nehmen“, sagt Marcus Seiler, aber Gefahren seien nicht zu unterschätzen. Die Rurtalsperre sei kein stehendes Gewässer, hingegen erheblichen Pegelschwankungen unterliegen. „Da kann es passieren, dass die Eisdecke regelrecht in der Luft hängt.“ Grundsätzlich gebe man von Seiten des WVER daher auch keine Dicke der Eisdecke bekannt. Auch erteile man „grundsätzlich keine Freigabe für das Betreten von vereisten Gewässern“, betont der WVER-Sprecher.

Das Eis lockte am Wochenende auch die Bergungstaucher an den Rursee, die die seltene Gelegenheit nutzten, unter der Eisfläche des Eiserbachsees in Rurberg zu üben.

Auf ihre Kosten kommen derzeit auch die Langläufer, auch wenn es manchmal etwas holprig läuft. Über den Zustand der Loipe Wahlerscheid hatte es kürzlich Beschwerden gegeben, weil sie bei Holzrückearbeiten im oberen Fuhrtsbachtal beschädigt worden war. Dies sei unglücklich gelaufen, sagt Monschaus Stadtförster Klaus-Jürgen Schmitz. Trotz vorheriger Absprache sei die Loipe nicht verlegt worden.

Mittlerweile sei sie aber umgeleitet und neu gespurt worden, „so dass man sich jetzt nicht mehr in die Quere kommt“. Im unteren Bereich des Fuhrtsbachtales sei die Loipe auch durch ein Fahrzeug beschädigt worden. Der Verursacher sei aber nicht bekannt, Forst- oder Rückefahrzeuge seien jedenfalls nicht dafür verantwortlich, sagt Schmitz.

Loipen und ihre Konkurrenz

Ins Leere liefen auch die Wintersportler auf der frisch gespurten Loipe Lammersdorfer Wald. Hier kommt es derzeit zu Interessenkollisionen zwischen Tourismus und Wirtschaftswald. Weil die kürzlich errichteten sieben neuen Windräder noch im Probebetrieb fahren und täglich gewartet werden müssen, wurden die Zufahrtswege geräumt. Dabei wurden auch Teile der vier Kilometer langen Loipe eingeebnet.

Bei der Gemeinde Simmerath überlegt man, ob kurzfristig eine alternative Streckenführung angeboten werden kann und wie man in Zukunft das Angebot im Lammersdorfer Wald gestalten kann. Langlaufbegeisterte, die sich bei der Rursee-Touristik nach den Wintersportmöglichkeiten in der Gemeinde Simmerath erkundigen, werden ohnehin auf die inzwischen viel gelobte Loipe Eicherscheid verwiesen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert