Monschau - Eine Monschauer Legende lebt auf

Eine Monschauer Legende lebt auf

Von: Peter Stollenwerk
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Legendär: die Ausstellung „U
Legendär: die Ausstellung „Umwelt-Akzente” in Monschau von 1970. Der Künstler Adolf Luther hing damals Glaslinsen auf. Die Ausstellung wird mit Tafeln und Fotos ab 27. August rekonstruiert. Foto: Angelika Platen

Monschau. 1971 verpackte Christo die Burg Monschau. Der Touristenort war in aller Munde. Ein Jahr zuvor löste die Ausstellung „Umwelt-Akzente” nicht minder eine öffentliche Diskussion über die Grenzbereiche der Kunst im öffentlichen Raum aus.

Die beiden Aktionen rückten die Idylle des Eifeler Fachwerkstädtchens bundesweit in den Blickpunkt, und weder vorher noch nachher hat die Perle der Eifel ein solche Beachtung als Ort gewollter provokativer Kunst im Außenraum erlangt.

41 Jahre danach

41 Jahre nach den legendären Umwelt-Akzenten soll nun eine Retrospektive an das öffentliche Ärgernis aus dem Jahre 1970 erinnern. Die Ausstellung „Umwelt-Akzente II” wird am 27. August eröffnet.

Monschau geht mit großer Ernsthaftigkeit an das Unternehmen Vergangenheitsbewältigung von zeitgenössischer Kunst, denn damals wie heute wird Ausstellungskurator Klaus Honnef die Fäden ziehen. Und auch der damalige Ausstellungsleiter vor Ort, der Monschauer Journalist Kaspar Vallot, ist begeistert von der Idee der Retrospektive und wird Einblick in sein Archiv geben wie auch die damals beteiligte Künstlern Rune Mields.

Die Fotografin der Künstler, Angelika Platen, zeigt in Schwarz-weiß-Fotografien die damaligen Akteure bei der Arbeit, und die Authentizität der Retrospektive wird hergestellt durch zwei Meter hohe Tafeln mit Aufnahmen der einzelnen Kunstwerke am Ort ihrer einstigen Verwirklichung.

Insgesamt waren es damals 39 Künstler und Künstlerinnen, die bei einem äußerst knappen Etat alle den Anspruch erhoben, unmittelbar in das Stadtbild einzugreifen und es ästhetisch zu verändern. Viele der damaligen Akteure zählen heute zu den bekanntesten Vertretern der Gegenwartskunst, wie Günther Uecker, Timm Ulrichs und HA Schult. Mit Objekten wie der Fußgängerfalle (Hingstmartin) oder Klangverstärkung der Rur (Peter Brüning) wurde eine heftige öffentliche Diskussion ausgelöst, die in der nächtlichen Zerstörung von Kunstwerken gipfelte. Die Schockwirkung der Kunst soll auch ein Thema der Retrospektive sein.

Die Monschauer Schau „Umwelt-Akzente” von 1970 gilt als die Mutter aller Open-Air-Ausstellungen der Kunst und hat bis heute zahlreiche Nachahmungen bekommen, etwa die „Skulptur Projekte” in Münster.
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