Eine Mehrheit auf dünnem Eis in Simmerath

Von: P. St.
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Ein Ergebnis mit historischen Dimensionen: Für die SPD erobert Marc Topp (2. v. li.) Rollesbroich mit 73, Prozent und freut sich im Kreise seiner Parteifreunde. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. 78 Stimmen fehlten der CDU, dann hätte sie im Simmerather Gemeinderat einen Sitz mehr und damit noch einmal die absolute Mehrheit erreicht. So aber rutschte sie knapp unter die 50 Prozent und ist nur noch stärkste Fraktion. 16 Sitze fielen der CDU zu, 16 Sitze auch den anderen Parteien (SPD: 8, UWG: 4, Grüne 2, FDP: 2).

Zwar kann die CDU im Gemeinderat noch auf die Stimme des Bürgermeisters zählen, aber die Mehrheit bewegt sich auf sehr dünnem Eis. Die CDU wird sich also um einen Partner bemühen müssen.

Die CDU hatte alle ihre 16 Direktkandidaten über die Reserveliste abgesichert. Dies erwies sich als kluge Voraussicht, da wegen des Total-Absturzes in Rollesbroich ansonsten kein örtlicher CDU-Vertreter im Gemeinderat vertreten gewesen wäre.

Die wenigen fehlenden Stimme der CDU führten auch dazu, dass für der Steckenborner CDU-Vertreter Ralph Löhr der eigentlich recht sicheren Reservelistenplatz 17 nicht mehr reichte und er somit nicht mehr Rat angehören wird.

Der Erdrutsch in Rollesbroich, wo SPD-Ortsvorsteher Marc Topp mit 73,6 Prozent triumphierte, hatte entscheidenden Anteil an der neuen Verhältnissen im Gemeinderat. Da nützten auch in letzter Minute von der Rollesbroicher CDU verteilte Flugblätter („Besser zwei Praktiker als eine Theoretiker”) nicht mehr, um Marc Topp, der gute Prognosen besaß, zu stoppen. Rollesbroich scheint auf dem besten Wege, Lammersdorf als SPD-Hochburg abzulösen. Nicht gelungen ist der Wechsel allerdings bei der Bürgermeisterwahl. In seinem Heimatort kam der neue CDU-Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns zwar auf 52,1 Prozent, aber ein Plus von nur 27 Stimmen gegenüber SPD-Bewerber Gregor Harzheim dürfte kein Grund zum Jubeln sein.

Ansonsten gab es auch andernorts viel Bewegung. Die Verluste der CDU in Huppenbroich (-10,1 Prozent), Steckenborn (-15,2), Teilen von Simmerath (-18,7) , Rollesbroich (-23,4) werden der CDU zu denken geben.

Wirklich massive Verluste gab es für die SPD nur in Erkensruhr (-14,5 Prozent), ansonsten überwiegen die Zuwächse, allen voran Rollesbroich (+28,6), Simmerath-Nordwest (+17,9), Steckenborn (+17,1).

Guter Dinge war auch die UWG, die nur in Kesternich-Oberdorf (-9,9 Prozent) höhere Verluste quittieren musste, ansonsten aber durchweg zulegte, was unter dem Strich ja auch mit einem Sitz mehr belohnt wurde. In Kesternich-Unterdorf gaben die Wähler dem UWG-Kandidaten mit 33,1 Prozent eigentlich einen klaren Auftrag, aber Helmut Keischgens, der sich bewusst nicht auf der Reserveliste absichern ließ, wird dem neuen Gemeinderat nicht angehören.

FDP und Grüne, die jeweils ihre beiden Sitze behielten, traten praktisch auf der Stelle, abgesehen von einem kleinen Ausreißer der Grünen, die im Wahlbezirk Steckenborn-Ost mit 12,2 Prozent Zuwachs ihr Ergebnis (24,2 Prozent) glatt verdoppelten. Unter dem Strich aber herrschte bei den beiden kleinen Fraktionen Enttäuschung.
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