Roetgen - Eine gute Idee bewährt sich in Roetgen seit 40 Jahren

Eine gute Idee bewährt sich in Roetgen seit 40 Jahren

Von: ale
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Eine „Modenschau” zeigte die Vielfalt des Kleiderangebots aus dem Alternativladen. Foto: Anneliese Lauscher

Roetgen. Mit einem harmonischen Fest feierte der Alternativladen Roetgen am Sonntag sein 40-jähriges Bestehen. Dazu trafen sich Freunde, Kunden und Gönner im Evangelischen Gemeindehaus. Zunächst fiel das großartige Kuchenbuffet ins Auge, das die Damen zusammengestellt hatten.

Dann sah man die kleine Ausstellung einiger Kleidungsstücke – und schließlich entdeckte man den „Schätzchen-Tisch“, da wurden ausgewählte Gegenstände angeboten, aparter Tischschmuck und wunderschöne Armbanduhren – alles aus dem Alternativladen, alles zu supergünstigen Preisen.

Pfarrer Wolfgang Köhne griff die Grundidee auf, nach der der Alternativladen vor vierzig Jahren entstand: „Dinge des Alltags, die man nicht mehr braucht, zu diesem Laden bringen, denn jemand anders kann sie noch brauchen.“ Dies haben engagierte Frauen und Männer bis heute fortgesetzt, und durch ihre ehrenamtliche Arbeit erwirtschaftet der Alternativladen jährlich zwischen 10.000 und 12.000 Euro.

Dieses Geld wird nach gemeinsamer Beratung für soziale Zwecke gespendet, für Projekte in Entwicklungsländern oder auch in der Region. Pfarrer Köhne nannte „die Idee des Wiederverwendens statt Wegwerfen revolutionär und frech, weil sie den Kapitalismus stört“. Jedoch drückte er seine Freude darüber aus, dass man hier ein deutliches Zeichen gegen Verschwendung setze.

Revolutionär und frech

Anna-Maria Jansen vom Organisationsteam dankte Pfarrer Köhne und der evangelischen Gemeinde, die dem ganzen Projekt immer gut gesonnen waren. „Seit 29 Jahren erfahren wir Ihre Unterstützung“, sagte sie und erwähnte besonders den Mietzuschuss für die Räumlichkeiten des Alternativladens.

Bürgermeister Jorma Klauss machte keinen Hehl daraus, dass er stolz ist auf das „sehr starke Gemeinwesen in Roetgen“. Er verwies auf den engagierten Einsatz im Sport und im sozialen Bereich, auch auf das am Vortag eingeweihte „Haus für Menschen in Not“. „Wir sind ein kleines Stück heile Welt, aber wir sind nicht weltfremd, sondern weltoffen“, sagte er.

Dass eine Idee über 40 Jahre am Leben erhalten geblieben ist, sei nicht selbstverständlich. Er wünschte dem Alternativladen, dass es gelingen möge, auch Jüngere Menschen zu rekrutieren. „Was Sie machen, ist absolut gut und zukunftsträchtig“, sagte der Bürgermeister.

Pfarrer Köhne fügte als Mann der Kirche hinzu: „Die Nächstenliebe ist säkularisiert. Sie ist ja eigentlich eine Erfindung von uns, aber das ist egal, jetzt heißt sie bürgerschaftliches Engagement!“ An die „Urgesteine“ des Alternativladens, Marlene Roentgen und Wilhelm Hermann, richtete Anna-Maria Jansen Dankesworte: „Ihr unterstützt uns immer wieder mit Aktivität und wertvollen Tipps.“

Über einen originellen und gelungenen Programmbeitrag amüsierten sich Jung und Alt: Eine Modenschau mit Kleidung aus dem Alternativladen, witzig moderiert von Anna-Maria Jansen. Da wurden sportliche und elegante Ensembles gezeigt – und sogar eine kuschelige „Morgenmode“ im Partnerlook.

Der Alternativladen in der Bundesstraße 77 in Roetgen ist immer (außerhalb der Ferien) dienstags und freitags geöffnet, von 9 Uhr bis 11.30 Uhr und von 15.30 Uhr bis 18 Uhr.

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