Eine deutsche Eiche für Bourg St. Andéol

Von: V.M.
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Prächtige Stimmung herrschte
Prächtige Stimmung herrschte am Sonntag beim deutsch-französischen Abschiedsabend in der Vereinshalle Kalterherberg. Zu den Klängen einer großen deutsch-französischen Gemeinschaftskapelle und dem Lied „Adieu mein kleiner Gardeoffizier” setzte sich sogar eine große Polonaise in Foto: Schepp

Monschau. Mit der Erneuerung der offiziellen Partnerschaftscharta zwischen den Städten Monschau und Bourg St. Andéol habe die Feierlichkeiten zum 35-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Freundschaft am Sonntag ihren Höhepunkt in Monschau gefunden.

Am Montagmorgen hieß es dann „au revoir” und „Auf Wiedersehen” für die knapp 150-köpfige Reisegruppe aus Südfrankreich. Nach einem morgendlichen Zug durch die Altstadt mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal und einer Festmesse mit Pastor Stoffels im Aukloster kam man im feierlichen Rahmen im Bürgersaal zusammen, um für weitere fünf Jahre die Freundschaft zwischen den beiden Städten zu besiegeln.

Hermann Mertens von der Stadt Monschau begrüßte die Anwesenden, die kaum alle Platz fanden in „der guten Stube” für festliche Angelegenheiten und bedankte sich bei den Gästen und Freunden der Partnerschaft, deren Familienangehörigen, den Musikerinnen und Musikern der Musikvereine und nicht zuletzt beim Bürgermeister von Bourg St. Andéol, Serge Martinez.

Auch den Bürgermeistern der Städte Gaggiano (Italien) und Albertirsa (Ungarn), ebenfalls Partnerschaftsstädte des malerischen Städtchens Bourg St. Andéol des Departements Ardèche in der Region Rhône-Alpes, nicht unweit von der Stadt Orange gelegen, galt ein herzlicher Willkommensgruß.

Nach einer musikalischen Einlage des Kirchenchors unter der Leitung von Birgit Röseler übernahm „La Mère de Ville Montjoie”, Bürgermeisterin Margareta Ritter das Wort und unterstrich, wie viel Freude es bereitet habe, die Freunde „im Gegenzug” eingeladen zu haben, denn im vergangenen Jahr waren die Monschauer zu Gast in Bourg St. Andéol gewesen. Man wolle die seit langem bestehende Partnerschaft „unterstützen und fortführen”, was ihr nicht nur „Verpflichtung und Ehre” sei, sondern auch viel Freude bereite. Und sie hoffe, so Ritter, auf eine „schöne, gemeinsame Zeit und eine lebendige Zukunft”.

Ihr Amtskollege Serge Martinez bestätigte die Bürgermeisterin. Dieses sei „une affaire de coeir”, eine Angelegenheit des Herzens. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit bedankten sich auch die Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees der französischen und deutschen Städte, Guy Baranger und Bernadette Rader. Diese Partnerschaft zwischen den Städten, den Vereinen, Familien, Schulen und Einzelpersonen sei etwas „ganz Besonderes”, an ihr sollte angeknüpft werden, egal ob es den Jugendaustausch, die Bildung oder den sozialen Bereich beträfe. Die Partnerschaft sei als Herausforderung und auch als Verpflichtung zu sehen.

Hervorgehoben wurden auch die seit 30 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen den Musikvereinen „Harmonie de la Basse Ardèche” und „Harmonie” Kalterherberg und die seit 15 Jahre bestehende Freundschaft zwischen der „Harmonie LEntente Bourguesanne” und dem Musikverein Mützenich, herzlicher Dank galt schließlich den Gastfamilien, Ehrenamtlern und Helfern für die Ausrichtung der Feierlichkeiten.

Ebenfalls bedankten sich die Vorsitzenden der Musikvereine, Daniel Neuß und Dominique Eldin für die „schönen Tage in der Region Monschau, die es zu entdecken galt”, so Letzterer, bevor der Partnerschaftsvertrag für die kommenden fünf Jahre unterschrieben wurde. „Die Partnerschaft lebt unbefristet weiter”, sagte Ritter. Dieses sei im Grunde nur eine Bestätigung einer dicken Freundschaft zwischen den beiden Städten.

Ihm selber habe Monschau „sehr gut gefallen”, bestätigte der Bürgermeister und Rennradfahrer aus dem Süden, Serge Martinez, nachdem er sich im Goldenen Buch der Stadt Monschau verewigt hatte und untereinander Gastgeschenke verteilt worden waren. Das ausgefallenste Geschenk war wohl eine Deutsche Eiche im Kübel, die die Stadt den Gästen mit auf die Reise nach Frankreich gab.

Nur die Sonne vermisst

Nach den Vorträgen der Musikvereine und einem kleinen Umtrunk wurde zunächst zu einem Festmahl geladen. Abends dann wurde in der Vereinshalle Kalterherberg bis spät in den Abend ein fröhlicher Abschiedsabend gefeiert, wusste man doch beiderseits, dass es ein Wiedersehen geben wird - als nächstes voraussichtlich wieder in der Sonne Südfrankreichs. Denn Sommer und Wärme hatten die Feiernden in den letzten Tagen doch schmerzlich vermisst. Mit Tanz, Gesang, einem köstlichen Buffet und originellen Gastgeschenken endete der letzte Abend erst am folgenden Morgen.

Und so hatte am Montagmorgen doch manch einer kleine Augen, als zum letzten Mal für dieses Jahr „Bizous” ausgetauscht wurden und die rund 150 Gäste die Heimreise antraten - im Gepäck einen Wanderpokal und ein Fässchen Bier für die französischen Gewinner des Bouletuniers sowie die Deutsche Eiche.
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