Eine Chance auf Rettung für Glorry Kulinu

Von: Georg Dünnwald
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Im Rollstuhl wartete Glorry Kulinu auf ihre Brust-Operation im Aachener Marienhospital. Ihre Tochter Ekeleme Blessing und Omar Jaji begleiteten sie ins Krankenhaus. Dr. Mahmoud Danaei (3.v.l.) und der Geschäftsführer des Marienhospitals, Rolf-Leonhard Haugrund, sicherten eine kostenlose Operation zu. Foto: Ralf Roeger

Nordeifel/Aachen. Verschüchtert saß Glorry Kulinu am Mittwochmittag in einem Rollstuhl des Marienhospitals. Die fremde Umgebung, neue Eindrücke auf einem fremden Kontinent, und nicht zuletzt ihre Krankheit machten der 60-jährigen Nigerianerin offensichtlich zu schaffen. Am Sonntag wurde Glorry Kulinu im Aachener Marienhospital operiert.

Die 60-jährige Frau aus Nigeria leidet unter einem lokal fortgeschrittenen Brustkrebs – eine große offene Wunde peinigt sie. Omar Jaji, ein aus dem westafrikanischen Staat stammender Drucker, der seit langem als deutscher Staatsangehöriger in Monschau-Imgenbroich lebt, setzte alle Hebel in Bewegung, um der Frau zu ermöglichen, im Aachener Marienhospital operiert zu werden. Ihm waren Fotos aus Nigeria vom Zustand der Frau geschickt worden, er ging ins Aachener Brustzentrum im Marienhospital und zeigte die Aufnahmen dem Senologen (Brustexperten) Dr. Mahmoud Danaei. „In Nigeria war eine Operation nicht möglich“, verdeutlichte Jaji.

Danaei erklärte sich sofort bereit, die Operation kostenlos zu übernehmen. „5000 Euro kostet normalerweise ein solcher Eingriff“, erklärte der Geschäftsführer des Marienhospitals, Rolf-Leonhard Haugrund. Aber da waren noch andere Kosten, die bewältigt werden mussten.

Für das Visum verlangte der Staat Nigeria alleine 800 Euro, die Flugkosten beliefen sich auf 2000 Euro. Diese Aufwendungen wurden teilweise von Jaji übernommen, im Imgenbroicher Begegnungszentrum Café International wurde gesammelt, eine wohlwollende Architektin aus Roetgen, Britta Oppermann, legte einen namhaften Betrag obendrauf und stellt demnächst für Glorry Kulinu und die sie begleitende Tochter Ekeleme Blessing in Roetgen eine Wohnung zur Verfügung.

Eine Woche in der Klinik

Damit ist der Weg zur weiteren Behandlung im Marienhospital kürzer. „Das Marienhospital hat sich sofort bereiterklärt, Frau Kulinu aufzunehmen“, sagte Haugrund. Eine Woche lang wird die kranke Frau stationär behandelt, die Nachbehandlung mit einer hormonellen Therapie, die die Chemotherapie ersetzt, erfolgt ambulant im Brustzentrum des Marienhospitals. Der Aufenthalt und der die Therapie werden ebenfalls auf Kosten des „Marien“ gehen.

Weil die Patientin mit Keimen belastet ist, wird ein erhöhter Pflegebedarf erforderlich sein. Der werde auch von dem Burtscheider Krankenhaus übernommen, sagte Haugrund. „Die Lebensqualität von Glorry Kulinu ist stark eingeschränkt“, begründete Danaei seine Bereitschaft, die Operation vorzunehmen. „Wir helfen, wo wir können“, verdeutlichte Haugrund. Die hohen Kosten dürften dabei keine Rolle spielen. „Wir werden die Brust, die voller Eiter ist, säubern und versorgen. Danach werden wir sie mit einem Lappen ihrer eigenen Haut schließen“, erläuterte Danaei. Nach ihrer Operation werde die Patientin sich wohl noch bis zu vier Wochen in eine ambulante Behandlung begeben müssen. Anschließend werde sich die Mutter von vier Kindern, die auch zwei Enkel hat, noch einer Operation unterziehen müssen. Danaei: „Dann werden wir die operierte Brust wieder aufbauen.“ Glorry Kulinu soll mit einem guten körperlichen und seelischen Gefühl in ihre westafrikanische Heimat zurückkehren können, waren sich Haugrund und Danaei einig.

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