Nordeifel - Eine 60-Millionen-Euro-Investition im Windpark

Eine 60-Millionen-Euro-Investition im Windpark

Von: P. St.
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Neue Windmühlen für Schöneseiffen: Zunächst aber einmal müssen die erst 15 Jahre alte Altanlagen, einschließlich der Betonfundamente, entsorgt werden. Foto: P. Stollenwerk
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Der GLS-Windpark Schleiden-Schöneseiffen soll ab Oktober 2015 Strom liefern. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Während die Stadt Monschau im zur Erweiterung anstehenden Windpark Höfen-Brath um jede Anlage kämpft, weil man den artenschutzrechtlichen Forderungen und der Nähe zum Nationalpark Eifel Rechnung tragen muss, scheinen diese Fragen drei Kilometer weiter kein Problem zu sein.

Kaum, dass man den Wald hinter Wahlerscheid verlassen hat, ist man mitten in der größten Baustelle der Nordeifel.

Der Windpark Schöneseiffen zwischen Dreiborner Eck und Hellenthaler wird „repowert“, d. h. 12 der hier bereits befindlichen Anlagen werden abgebaut und durch 13 neue wesentlich größere Windmühlen ersetzt.

60 Millionen Euro werden für diese technische Aufrüstung in den „GLS-Windpark Schleiden“ investiert, benannt nach der GLS-Bank Bochum. Die direkte Nähe zur Grenze des Nationalparks stellt sich hier unproblematischer dar, denn die hier insgesamt stehenden 18 Anlagen (sechs Anlagen gehören anderen Betreibern) wurden bereits im Jahr 2000 errichtet, als der Nationalpark Eifel erst in Gedankenspielen exisitierte.

Die damals errichteten Anlagen galten vor 15 Jahren als riesig, doch im Vergleich zu den heute produzierten Windrädern sind sie eher schmächtig. Der Abbau der Alt-Anlagen läuft bereits seit einigen Monaten; diese sollen nach Osteuropa verkauft werden. Zu Bergen aufgeschüttet sind die alten Betonfundamente; diese werden zerkleinert und zur Befestigung der Zufahrtswege genutzt. Der Betonstahl wird recycelt.

Bereits im Herbst hat der ostfriesische Windrad-Hersteller Enercon mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen. Die Gesamthöhe der neuen Windkraftanalgen wird sich auf 185 Meter erstrecken; die Nabenhöhe liegt bei 135 Metern, der Durchmesser der Rotorblätter bei 101 Metern. Damit liegen die neuen Windriesen, aber immer noch 15 Meter unter der Gesamthöhe des neuen benachbarten Windparks Patersweiher nahe Herhahn, wo im vorigen Herbst, übrigens auch unmittellbar an der Nationalparkgrenze, sechs gigantische Windräder ihren Betrieb aufnahmen.

Im Falle Schöneseiffen hat der Schleidener Stadtrat eine Höhenbegrenzung festgelegt.

Doppelt so stark

Die neue Anlagen sind genau doppelt so leistungsstark wie ihre Vorgänger. Die 13 neuen Klapotetz erbringen zusammen eine Nenn-Leistung von 39 Megawatt (MW). Somit kann der Windpark pro Jahr zwischen 85 und 90 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie produzieren. Damit wird Schleiden zu einem starken Lieferanten von so genanntem grünen Strom.

Im Oktober 2015 sollen die „repowerten“ Anlagen in Betrieb genommen werden. An den Eigentumsverhältnissen (die meisten Anleger stammen aus der Region,)wird sich nichts ändern.

Der gewonnene Strom wird ins Umspannwerk Hellenthal-Wollenberg transportiert. Dafür wurden 72 Kilometer Kabel in die Erde verlegt.

Die Großbaustelle lockt auch immer wieder Neugierige an. Erst bei näherer Betrachtung werden die gigantischen Ausmaße der noch auf dem Boden liegenden Bauteile sichtbar. Nachts ist auf dem Gelände übrigens ein Wachdienst im Einsatz.

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