Einbrecher zieht es am Wochenende in die Eifel

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
einbrüchebild
Bernd Kellner stand dem Einbrecher in der Roetgener Eifel-Apotheke für einen kurzen Moment gegenüber, ehe er sich hinter der Stahltür in Sicherheit bringen und den Alarm auslösen konnte. Die Täter hatten mit einem Vorschlaghammer die Eingangstür der Apotheke eingeschlagen. Foto: Heiner Schepp

Monschau/Roetgen. Es war ein Streifzug mit brachialer Gewalt, aber bescheidenem „Erfolg”: Unbekannte Täter haben in der Nacht von Freitag auf Samstag versucht, in drei Geschäfte an der Bundesstraße 258 und ein weiteres an der B399 in Kalterherberg einzubrechen.

Vieles spricht dafür, dass es sich zumindest um ein und dieselbe Einbrecherbande handelte, die es in zwei Apotheken in Imgenbroich und Roetgen und in einem Spielwarengeschäft in Imgenbroich offenbar nur auf Bargeld abgesehen hatte.

„Wie eine Explosion”

Die Ereignisse der stürmischen Nacht von Freitag auf Samstag werden Bernd Kellner wohl noch eine Weile verfolgen. Es war um 5.10 Uhr, als der Roetgener in seiner Wohnung hinter der Apotheke an der Bundesstraße 23 durch drei gewaltige Hammerschläge aus dem Schlaf gerissen wurde.

„Ich habe zuerst gedacht, die Heizung wäre in die Luft geflogen”, beschreibt er die Einbruchsgeräusche „wie eine Explosion”. Sein nächster Gedanke auf dem Weg ins Ladenlokal war das riesige Zier-Aquarium der Apotheke, das geplatzt sein könnte.

Doch als Bernd Kellner die Stahltür zur Apotheke öffnete, sah er eine vermummte Person vor dem Tresen stehen, die erschrocken zu ihm aufblickte. „Die Person war zirka 1,78 Meter groß, schlank und trug einen Kapuzenpulli. Mehr habe ich in der Hektik und Dunkelheit leider nicht erkennen können”, erinnert sich der Zeuge, der sich dann zunächst selbst in Sicherheit bringen musste: „Der Täter sprang auf mich zu, so dass ich nur noch die Stahltür zuschlagen und den Alarmknopf drücken konnte”, erzählt Kellner.

Das unerträgliche Geräusch der Alarmanlage schreckte den Einbrecher offenbar derart auf, dass er sofort die Flucht ergriff und nicht einmal mehr das komplette Wechselgeld aus der Kasse mitgehen ließ. „Die 50er, 20er und Fünf-Euro-Scheine hat er mitgenommen, die Zehner nicht mehr”, berichtet der Roetgener, der dann auch nicht mehr sah, wie der Täter floh. „Ich kann nur vermuten, dass ein paar Meter weiter ein Komplize im Fahrzeug wartete”, glaubt Bernd Kellner, zumal in der gleichen Nacht in der Imgenbroicher Marienapotheke gegen vier Uhr ein Einbruch im ähnlichen Stil verübt worden war.

Auch dort schlugen die Täter mit brachialer Gewalt die untere Hälfte der Glasfläche neben der Eingangstür vermutlich mit einem Vorschlaghammer ein. Apotheker Peter Kaulard, der im gleichen Gebäude wohnt, wurde aber „nicht richtig wach”, da es ohnehin durch den Sturm eine laute Nacht war und hier direkt an der Bundesstraße häufig Lkw auch nachts lautere Geräusche verursachen. Erst als um 5.30 Uhr ein Lieferant klingelte, entdeckte Peter Kaulard die Spuren des ungebetenen Besuchs.

Die Täter nahmen eine Kasse komplett mit, aus der anderen rafften sie das Münzgeld. „Was für ein Aufwand und was für ein Risiko für nicht mal 200 Euro”, meinte der Apotheker am Tag danach kopfschüttelnd. Die Geldscheine werden in der Marienapotheke nachts und am Wochenende herausgenommen.

In Roetgen waren es immerhin knapp 500 Euro Wechselgeld, die die Täter erbeuteten, aber auch hier dürfte der Sachschaden weit höher sein als die Beute.

Schon je vier Einbrüche

Duplizität der Ereignisse: Für beide Apotheken war es bereits der vierte Einbruch - allerdings in sehr unterschiedlichen Zeiträumen. Während in die Marienapotheke seit 2006 nun schon viermal eingebrochen wurde, betreibt Gerhard Czychowski die Eifel-Apotheke an der Bundesstraße in Roetgen bereits seit 43 Jahren. „Aber das war der bislang schlimmste”, war der Apotheker, der von den Schlägen ebenfalls wach wurde, am Tag danach ebenfalls noch sichtlich gezeichnet.

„Hoffentlich kriegen sie die”, setzt auch er nun darauf, dass irgendjemand in der Tatnacht etwas gesehen haben könnte. Bernd Kellner: „Denn auch wenn der materielle Schaden versichert ist - es bleiben die Angst und das ungute Gefühl eines sehr tiefen Eingriffs in die Privatsphäre.”

Wer Hinweise zu dem oder den Tätern geben kann oder in der Nacht zum Samstag verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich unter 0241/9577-33201 oder außerhalb der Büro-Dienstzeiten unter 0241/9577-34210 bei der Kripo zu melden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert