Rurberg - Ein Wegbereiter des Technologietransfers: Volker Hepple wird 80

Ein Wegbereiter des Technologietransfers: Volker Hepple wird 80

Von: P. St.
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In Rurberg heimisch geworden: Volker Hepple, bis 2002 Geschäftsführer der IHK Aachen, wird am Dienstag, 8. August, 80 Jahre alt. In seinem traumhaft gelegenen Fachwerkhaus blickt er auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Foto: P. Stollenwerk
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In Rurberg heimisch geworden: Volker Hepple, bis 2002 Geschäftsführer der IHK Aachen, wird am Dienstag, 8. August, 80 Jahre alt. In seinem traumhaft gelegenen Fachwerkhaus blickt er auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Foto: P. Stollenwerk Über eine beachtliche Postkartensammlung verfügt Volkler Hepple. Dazu gehört auch diese frühe Ansicht der Jugendherberge Rurberg.

Rurberg. Ende der 1970er Jahre war Innovation in vielen Bereichen noch ein Fremdwort. Unternehmen und Industrie arbeiteten weitgehend unabhängig von der Forschung. Heute sind solche Berührungsängste aus der Welt, und es ist Alltagsgeschäft, dass insbesondere technologieorientierte Unternehmen eng mit Hochschulen und Forschungsrichtungen kooperieren.

Diese große Chance der Zusammenarbeit erkannte man bereits vor 40 Jahren bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Zu den Wegbereitern und Initiatoren des Technologietransfers bei der IHK gehörte damals Volker Hepple, der später auch zum Geschäftsführer der Kammer berufen wurde. An diese innovative und bewegte Zeit erinnert er sich auch im Ruhestand noch gerne zurück.

Volker Hepple lebt seit vielen Jahrzehnten mit Ehefrau Helga in Rurberg, und feiert am kommenden Dienstag seinen 80. Geburtstag. Er bewohnt ein idyllisches und gepflegtes Anwesen in der Wieskuhl, und lebt in einem der ältesten Häuser Rurbergs. In den Jahren 1971 bis 1973 richtete er das denkmalgeschützte Fachwerkhaus detailgetreu her, das anschließend sein Wohnsitz wurde.

Hier spiegelt sich noch ganz authentisch das bäuerliche Leben aus früherer Zeit wieder. 1886 wurde das Haus erbaut, wie die eingeritzte Jahreszahl auf dem Türbalken verrät, aber wahrscheinlich ist das Gebäude deutlich älter. Der Landeskonservator datiert den Ursprung des Hauses um 1650. Vermutlich ist das Anwesen einmal abgebrannt und dann wieder errichtet worden.Vom in Hanglage befindlichen Grundstück wandert der Blick auf den Rursee. Der Weitblick und die Ruhe in der Eifel müssen wohl auch ein gutes Umfeld dafür gewesen sein, dass Volker Hepple seine Vision einer Verknüpfung von Forschung und Arbeitswelt zielstrebig verfolgte.

1974 kam er zur IHK Aachen, nachdem er als Diplom-Wirtschaftsingenieur seine Karriere an der RWTH Aachen beendet hatte. Vorausgegangen war ab 1956 ein Maschinenbau-Studium. Nach dreijähriger Tätigkeit im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung für gewerbliche Berufe bei der IHK avancierte Hepple zu einem der ersten Innovationsberater Deutschlands und gilt heute als Mann der ersten Stunde bei der Förderung von Existenzgründungen.

Der Begriff vom Technologietransfer wurde geprägt; das Kooperationsmodell war beispielgebend für ganz Deutschland. Volker Hepple war maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der Agit, der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (1983) wie auch am Aufbau des TZA, des Technologiezentrums am Europaplatz Aachen. Es war 1984 des erste Technologiezentrum Westdeutschlands.

Dann ging es Schlag auf Schlag in der Region Aachen. Heute gibt es in der Region Aachen/Heinsberg nicht weniger als 14 Technologie- und Gründerzentren, vom Technologiepark Herzogenrath, über den Gewerbe- und Industriepark Alsdorf, das Gewerbe- und Technologie Center Eschweiler, das Dienstleistungszentrum Stolberg, das Technologiezentrum Jülich bis hin zum Himo-Innovationszentrum Imgenbroich.

Zusammengerechnet stehen an den 14 Standorten 100.000 Quadratmeter Fläche für Existenzgründer und innovative Unternehmen zur Verfügung. Auf vielen Ebenen entwickelte Volker Hepple Netzwerke und baute Hürden ab. Zu Beginn seiner Tätigkeit bei der IHK habe es „keine praktikable Kooperation“ zwischen den Aachener Hochschulen und der umgebenden Wirtschaft im Kammerbezirk gegeben. „Da muss doch etwas zu machen sein“, sagte sich Volker Hepple damals vor dem Hintergrund, dass die Kohlearbeitsplätze in der Region immer mehr verschwanden.

Eine IHK-Studie aus dem Jahr 2010 bescheinigt den gelungenen Strukturwandel in der Region. Demnach wurden zwischen 1975 und 2009 über 1400 Technologie-Unternehmen als Ableger aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und größeren Firmen gegründet, die über 30.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Als langjähriger Innovationsberater und IHK-Geschäftsführer trat Volker Hepple im Jahr 2002 in den Ruhestand, betätigte sich aber weiterhin als Gutachter bei Firmengründungskonzepten in der Region. Bis heute ist er noch als Berater bei verschiedenen Förder- und Unterstützungsvereinen nach wie vor seinem beruflichen Lebenswerk verbunden.

Jetzt genießt Volker Hepple den Ruhestand und kann sich ganz seinen Hobbys widmen. Er verfügt über eine beachtliche Sammlung von über 350 alten Postkarten mit Motiven aus Rurberg, Woffelsbach und der Urfttalsperre und fühlt sich dem Dorf eng verbunden.

Diese Bindung entstand schon Ende der 1960er Jahre, als er mit seinen Eltern, die aus Düren stammen, häufig in die Eifel fuhr. Bei einem Besuch in Rurberg faszinierte ihn sogleich das prägnante Fachwerkhaus, das sein späterer Wohnsitz werden sollte. Rurberg habe er stets als „besonderen Ort“ empfunden, sagt Volker Hepple, der an diesem besonderen Ort nun einen besonderen Geburtstag feiern kann.

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