Ein wechselhafter Sommer in der Eifel?

Von: ag
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Regen oder Sonnenschein am Rursee?: Der heutige Siebenschläfertag ist Bestandteil vieler Bauernregeln. Wahrscheinlich ist das richtige Datum eher der 7. Juli. Das liegt an der gregorianischen Kalenderreform. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Zum Siebenschläfertag am 27. Juni gibt es zahlreiche Bauernregeln. Es heißt, das Wettergeschehen am Siebenschläfertag gebe einen Ausblick auf das in den kommenden Wochen zu erwartende Wetter.

„Ist der Siebenschläfer nass – regnet‘s ohne Unterlass“, lautet zum Beispiel eine der Bauernregeln. Doch selbst wenn es am Montag ausgiebig regnen sollte, heißt das noch lange nicht, dass das in den kommenden Wochen auch so bleiben wird und der Sommer in der Eifel ein Totalausfall wird.

Umgekehrt gilt das natürlich ebenso: Sollte die Sonne an diesem Tag scheinen, ist das noch keine Garantie für einen schönen Sommer. „Man kann anhand eines Tages absolut nicht sagen, wie das Wetter in der Zukunft aussehen wird“, sagt unser Wetterexperte Andy Holz. Trotzdem sei die Großwetterlage Ende Juni/Anfang Juli oft ein Richtwert für die kommenden Wochen.

Großwetterlage zählt

Genau genommen ist auch nicht der 27. Juni der Stichtag für die Siebenschläferregel, sondern vermutlich der 7. Juli. Das liegt an der gregorianischen Kalenderreform. „Man betrachtet einfach die Großwetterlage in der Zeit vom 27. Juni bis zum 7. Juli“, sagt Eifelwetter-Experte Holz. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Wetterlage dann über mehrere Wochen Bestand habe, liege in unserer Region bei rund 65 Prozent. „Das heißt aber auch, dass die Vorhersage voll daneben liegen kann“, sagt Holz.

Als Beispiel nennt er das Jahr 2003. „Da hatten wir einen schlechten Siebenschläfertag aber einen Supersommer.“Auch 2013 habe der Sommer schlecht angefangen und habe sich dann doch noch positiv entwickelt. Im Jahr 2014 sei die Siebenschläferregel aber ziemlich genau eingetroffen. „Der ganze Sommer war so wechselhaft wie die Siebenschläfertage.“

In diesem Jahr rechnet der Wetterexperte am Siebenschläfertag mit Temperaturen knapp über 20 Grad und wechselhaftem Wetter mit schönen Phasen, aber nicht mit stabilen Hochdruckwetter. „Das könnte wieder ein durchwachsener Sommer werden“, sagt Holz.

Der Siebenschläfertag hat mit dem gleichnamigen Nagetier übrigens nichts zu tun. Der Name lässt sich auf eine alte Legende zurückführen. Danach hatten sich sieben junge Christen in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius (249 bis 251) in einer Berghöhle nahe Ephesus versteckt. Als sie entdeckt wurden, mauerte man sie lebendig ein und sie fielen in einen tiefen Schlaf. Dieser dauerte rund 200 Jahre lang, bis die Höhle am 27. Juni 446 zufällig entdeckt wurde.

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