Ein tierisches Wiedersehen am Kraftwerk

Von: Stephan Everling
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Nicht nur die alten Sorgenkinder aus der Sendung waren nach Heimbach gekommen: Auch andere Hundehalter nutzten die Gelegenheit, der Moderatorin ihrer Lieblingssendung einen Besuch abzustatten. Foto: S. Everling
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Stolz präsentierten vor allem die Menschen ihre Hunde, die in der Sendung als Notfall annonciert waren.

Heimbach. Es war so etwas wie eine Wette. Wird es gelingen, 20 Menschen mit Tieren, die über die Fernsehsendung „Tiere suchen ein Zuhause“ vermittelt worden sind, zu einem Wiedersehen an das Jugendstilkraftwerk in Heimbach zu locken?

Mit einem Aufruf über Facebook hatten Simone Sombecki und Inga Sprünken, Protagonisten der gerade im Dreh befindlichen Sendung „Tierisch schön in der Eifel“ die neuen Besitzer der ehemaligen Sorgenkinder dazu aufgerufen, sich zu der kleinen Wiedersehensfeier einzufinden.

Dass die Eifel als Lebensraum unersetzlich ist, ist für die vielen Lokalpatrioten, die in unserer Region leben, ein Allgemeinplatz. Als Reiseziel wird sie ebenfalls immer attraktiver. Als neue Zielgruppe für einen Einblick in die Schönheiten unserer Region ist jetzt die große Gruppe der Tierliebhaber und Hundehalter auserkoren worden.

„Tierisch schön in der Eifel“ heißt der Pilotfilm für ein neues Format, dass die Produktionsfirma ACE-TV für den WDR mit Simone Sombecki, Moderatorin der Tiervermittlungssendung „Tiere suchen ein Zuhause“ und der Autorin des Reiseführers für Hundehalter „Fred und Otto in Köln“, Inga Sprünken drehte. Am 2. Oktober, 20.15 Uhr, wird die Sendung im WDR Fernsehen auf dem Sendeplatz der beliebten Reiseberichte mit Tamina Kallert ausgestrahlt werden.

Von Monschau bis Uxheim und Hümmel reichte die Reiseroute, die die beiden Frauen durch die Eifel führte. Dabei hatten sie viele Begegnungen, zum Beispiel mit der Tierschützerin Dagmar Gißler, die die Facebookqueen „Amelie Borstentier“, ein ehemaliges Zuchtschwein auf ihrem Gnadenhof beherbergt. Auch Standup-Paddeling mit Hund auf dem Rursee und ein Treffen mit dem Tierfilmer Andreas Kieling stand auf dem Programm.

Krönender Abschluss war das Ehemaligentreffen der besonderen Art vor der eindrucksvollen Kulisse des Jugendstilkraftwerks. Nicht nur die alten Sorgenkinder aus der Sendung waren nach Heimbach gekommen. „Ich habe schon oft versucht, nach der Sendung anzurufen, bin aber nicht durchgekommen“, bedauerte Ortrud van Londen aus Schmidt, die mit ihrer weißen Schäferhündin „Shakti“ der Moderatorin ihrer Lieblingssendung einen Besuch abstattete. Ihr Hund stammte aus der „Hundeoase“ in Niederzier.

Stolz präsentierten vor allem die Menschen ihre Hunde, die in der Sendung als Notfall annonciert waren. „Wir wollten zeigen, wie Molly sich gemacht hat“, sagten Andrea und Rolf Bell, die mit Tochter Luisa auf die beiden Protagonisten warteten. Als Findelkind aus der Toskana hatte „Molly“, die im Tierheim Viersen saß, kein neues Zuhause gefunden, weil sie an Dermodex-Räude litt. Allein das stressfreie Leben in Lammersdorf, berichtete Rolf Bell, habe ausgereicht, um die schwere Krankheit zu heilen.

Ein besonderer Fall war der altdeutsche Schäferhund „Bruno“, der gleichmütig an der Leine durch die Hundemenge schritt. „Als ich ihn bekam, galt er als unverträglich und musste Maulkorb tragen“, erinnerte sich Iris Hansen aus Stolberg.

Die ersten vierzehn Tage seien herausfordernd gewesen, verdrehte sie noch in der Erinnerung die Augen. Auf alles und jeden sei „Bruno“ losgegangen. „Ich habe ihm Grenzen zeigen müssen und nicht mehr die Entscheidungen fällen lassen“, beschrieb sie das Vorgehen, das aus dem einstigen Beißer ein friedliches Lämmchen gezaubert hatte, der geduldig die Pöbeleien der Artgenossen über sich ergehen ließ.

Nach dem Dreh konnten sich die vielen Fans noch mit ihren Hunden und Sombecki vor der Kulisse der Rur am Kraftwerk ablichten lassen. Geduldig posierte sie mit allen Menschen und Hunden und ließ sich dabei auch von dem Listenhund „Lino“ aus Disternich abschlabbern, der von grenzenloser Liebe zum Menschengeschlecht durchdrungen ist.

„Standup-Paddeling auf dem Rursee“ sei ihr Highlight gewesen, rief Inga Sprünken überzeugt, nach dem eindrucksvollsten Erlebnis der Drehtage gefragt. Simone Sombecki war da etwas undifferenzierter: „Eigentlich hat mich alles geflasht, die Eifel ist einfach tierisch schön!“

Beide kannten die Eifel bisher nur in Ansätzen. Sprünken hatte in ihrem Reiseführer durch das Rheinland zwei Touren mit Hund in die Eifel beschrieben, während Sombecki sie sogar nur von Fahrten nach Luxemburg kannte. „Wir haben aber an praktisch jedem Ort gesagt, dass wir hier noch einmal privat hinfahren, denn auf einem Dreh hat man keine Ruhe“, sagte Sombecki.

So steht die Entdeckung ohne Kamerateam, Maske und Skript für die beiden, die im Bergischen Land wohnen, noch an. „Ich bin kein Stadtmensch, und ich bin auch glücklicher auf dem Campingplatz als im Hotelzimmer“, verriet Sombecki. So ist ihr heimliches Ziel der Erwerb eines Campingbusses, um demnächst auf Entdeckungsreise zu gehen. Natürlich in der tierisch schönen Eifel.

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