Ein Sturm unter dem Zeltdach

Von: ho
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Ein wahrer Augenschmaus und das Schönste was die KG Roetgen zu bieten hat. Allein wegen der Tanzgarde des Vereins sollten im nächsten Jahr noch mehr Besucher ins Festzelt Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Roetgen. Endlich war es auch für die Roetgener Jecken so weit. Am Samstagabend marschierte die KG Roetgen mit allem, was sie zu bieten hatte, in das zu Beginn gut geheizte Festzelt auf dem Wervicq-Platz ein. Von Präsident Rainer Hütten war dann der Ausruf zu hören, nach dem das Publikum gewartet hatte: „Rüetsche Alaaf!“

Beifall für Pfarrer Schornstein

Die KG bot hiernach dem Publikum über vier Stunden ein unterhaltsames Programm, in dem im Wechsel eigene und auswärtige Kräfte bestens unterhielten. Unter den Ehrengästen neben Bürgermeister Manfred Eis auch der aus Aachen angereiste „Ex-Monsignore“ Hans-Georg Schornstein, der mit viel Beifall begrüßt wurde.

Die 14 Mädels der Kindertanzgarde und Kindertanzmariechen Jana Stoffels zeigten bei ihren Darbietungen, was sie in monatelanger Trainingsarbeit gelernt hatten. Der lange Applaus war verdienter Balsam für die Nerven der kleinen Künstler.

In tropentauglicher Kostümierung zur Musik von „The lion sleeps tonight“ eroberte dann die Jugendtanzgruppe der KG die Bühne. Ihr flotter Tanz hätte jeden schlafenden Löwen aus dem Dschungel vertrieben.

Die „Schatzis“ standen dann im Bühnenrampenlicht, um sich mannhaft einer in Karnevalskreisen unangenehmen Zeremonie zu stellen. Stephan und Verena Schatz gaben als noch amtierendes Prinzenpaar aber schließlich gerne die Insignien ihrer Macht an Präsident Hütten ab und bedankten sich von Feuerwehr bis zum Musikverein für die erfolgte Unterstützung. Wie sehr ihm die Sache Spaß gemacht hatte, zeigte Stephan Schatz auch damit, dass er gleich auf der Bühne als Neumitglied der Prinzengarde deren Jacke und Hut anzog.

In der Folge bestand zeitweilig die Gefahr, dass das Dach des Festzeltes davon segelte. Die Show- und Bigband „De Bajaasch“ erzeugte so viel Sound, dass es einem schwindlig werden konnte. Da hielt es keinen im Publikum mehr auf seinen Plätzen. Eine weibliche Fangruppe rockte im Mittelgang vor der Bühne und im Zelt ging die Post ab.

Singen statt tanzen

Dann wurden die Hälse gestreckt und die Blicke wanderten in Richtung Zelteingang, als Rainer Hütten bat: „Empfangen Sie die neue Tollität und erheben Sie sich von den Plätzen.“ Es war ein rauschender Empfang, den die Rüetschener ihrem neuen Prinzenpaar boten. Franz-Josef und Agi Birkigt kämpften sich durch die Reihen im Festzelt, bützten hier und drückten dort und alle waren begeistert. Die Musiker des Musikvereins unter Leitung von Manfred Reinartz hatten das Prinzenpaar wie immer mit ihrem tollen Sound auf die Bühne gespielt, wo sie dann mit allem nötigen für ihre Regentschaft ausgestattet wurden.

Mit den Worten „Wir werden nicht tanzen und nicht springen; wir werden Euch ein Liedchen singen“ animierten sie das Zelt zum Mitsingen ihres neuen Hits „Rüetsche feiert Fastelovend“. Zu Ehren der neuen Tollitäten wirbelte dann Tanzmariechen Jana Naumann über die Bühne, bevor der Augenschmaus eine weitere Steigerung erhielt. Das Hübscheste, was der Verein zu bieten hat, die zehnköpfige Tanzgarde der KG, zeigte einen Gardetanz der Extraklasse.

Gezaubert wurde gleichfalls auf der Proklamation. Charli Martin aus Düsseldorf unterhielt das Publikum mit allerlei magischen Tricks.

Ein völlig anderes Kaliber war da „Oli, der Köbes“. Der Sieger des WDR-Wettbewerbes „Rampensäue“ zeigte von Anfang an, warum er derzeit in den Hochburgen des rheinischen Karnevals zu den ganz Großen zählt. Das Verlesen seiner mitgeschnittenen SMS-Nachrichten war nur einer seiner rednerischen Höhepunkte. Kein Wunder, dass das Publikum eine Zugabe forderte und ihn gar nicht gehen lassen wollte.

Natürlich hatte sich auch der Elferrat zu Ehren der neuen Tollitäten etwas einfallen lassen. Dass man dafür das Zelt verdunkeln musste, lag selbstverständlich nicht an den Darstellern, sondern war in der Schwarzlicht-Nummer begründet, welche das Team in meisterhafter Manier zelebrierte. Am langen Beifall wurde deutlich, dass sich die Arbeit von Trainerin Bärbel Kühnel gelohnt hatte.

Für die Stimmung wurde zum Schluss nochmals Vollgas gegeben, wofür natürlich die Band „Volljaas“ aus der Region verantwortlich zeichnete.

Nach vier Stunden neigte sich die Roetgener Prinzenproklamation, deren Programm wesentlich mehr Zuspruch verdient gehabt hätte, dem Ende entgegen.

Am kommenden Sonntag geht das närrische Treiben im Festzelt auf dem Wervicq-Platz mit der Kindersitzung weiter.

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