Ein Stück Lokal-Tradition: Lammersdorfer Theatergruppe

Von: ho
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Georg Schruff (l.), Vorsitzender des Heimatvereins, und Autor H. Jürgen Siebertz präsentieren zum 90-jährigen Bestehen der Theatergruppe voller Stolz die frisch gedruckte Chronik des Lammersdorfer Theaterspiels. Foto: Karl-Heinz Hoffmann
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1958 wurde die Komödie „Der kerngesunde Kranke“ aufgeführt. Beim Schlussbild präsentierten sich (v.l.) Rolf Wilden, Hildegard Läufer, Hubert Kreutz, Christel Strauch, Ernst Stollenwerk, Ursula Läufer, Karl-Heinz Strauch, Marliese Läufer und Alfred Läufer.

Lammersdorf. Die vielzitierten Bretter, welche die Welt bedeuten, spielen in Lammersdorf nachweislich seit 90 Jahren eine Rolle. Das Laien-Theaterspiel hat im Dorf der „Bessemsbenger“ (Besenbinder) also eine lange Tradition und ist laut Heimatforscher H. Jürgen Siebertz ab 1925 in Fotografien auch nachweisbar.

Das ist Grund genug, im Jubiläumsjahr ein Buch herauszugeben, welches auf 126 Seiten mit 220 Fotografien reich bebildert ist und für das Heimatforscher H. Jürgen Siebertz als Verfasser verantwortlich zeichnet.

Mit ihren Komödienaufführungen im Sommer und dem Weihnachtsmärchen im Winter ist die Theatergruppe, wie Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns im Vorwort anmerkt, zu einem festen kulturellen Bestandteil der Gemeinde geworden. Wie der Autor zur „Chronik des Lammersdorfer Theaterspiels“ im Hinblick auf die zahlreichen Fotos anmerkt, handelt es sich bei seinem 14. Werk eigentlich um „ein Bilderbuch“, was im Grunde genommen aber eine kleine Untertreibung ist. Letztlich sind die Informationen vielfältig und lassen die Akteure mit ihrer ganzen Spielleidenschaft sowie die Bühnenereignisse aus der Vergangenheit lebendig werden.

Bis 1935 war der Bäckermeister Andreas Lauscher Leiter der Lammersdorfer Theaterspiele. Die Spielerinnen gehörten anfänglich der Marianischen Jungfrauenkongregation an und später dem Kirchenchor. Das Theaterspiel hatte schon damals einen hohen Stellenwert in der Dorfgemeinschaft und gehörte zu den besonderen Attraktionen im Jahresverlauf.

Wie aus der Chronik hervorgeht, lässt sich die Geschichte des Lammersdorfer Theaterspiels in sieben Phasen einteilen, die von verschiedenen Regisseuren, Spielern und Helfern geprägt wurden. Nach dem erwähnten Beginn mit Andreas Lauscher erwachte nach dem 2. Weltkrieg zu Beginn der 1950er Jahre auch langsam das Theaterspiel wieder. Herausragend war hier Josef Stollenwerk, der im Ort den Dorfnamen „Piesch-Jupp“ trug. 1961 fiel dann leider mit dem letzten Stück auch der Vorhang für die beliebte Theatergruppe. Geschlagene 24 Jahre dauerte dieser Zustand.

Neubeginn ab 1985

1985 initiierte dann H. Jürgen Siebertz als Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur eine neue Theatergruppe. Als Spielleiter konnte der aus Schmidt stammende pensionierte Lehrer Hermann Stollenwerk kurzfristig gewonnen werden. Trotz intensiver Proben löste sich die Gruppe jedoch im selben Jahr wieder auf. Mit etwas Glück fand Siebertz dann aber in Ernst Stollenwerk einen Mann, der in der Lage war, eine neue Gruppe aufzubauen und zu führen.

Ernst Stollenwerk war bis 2004 als Spielleiter und Regisseur aktiv. Hiernach begann die Ära von Heinrich Poschen (2004 bis 2009), der zuvor schon einige Jahre die Regieassistenz innehatte. Als Poschen aus familiären Gründen sein Amt aufgeben musste, übernahm Lothar Berger, der bereits 1998 eine Kinder-Theatergruppe initiiert hatte, auch das Theaterspiel der Erwachsenen. Als Regisseur war er bis 2011 tätig.

Seit 2012 wird die Theatergruppe von Gerd Skropke geleitet und hat sich laut Buchautor Siebertz inzwischen einen festen Platz im kulturellen Bereich des Monschauer Landes gesichert. Spielleiter und Akteure erfreuen sich einer großen Popularität. Siebertz: „Das spricht zweifellos für die hohe Qualität der Mitwirkenden, aber auch für die reibungslose, kooperative Zusammenarbeit zwischen der Spielleitung und den vielen Helfern hinter der Bühne“.

Ein Dank des Autors geht im Übrigen an die vielen Informanten, die dafür sorgten, dass ein umfassendes Werk entstand.

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