Ein neues Café soll den Dorfladen retten

Von: ag
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Sie wollen den Konsumladen in Mützenich mit einem Café aufwerten: Hans-Bernd Schwienhorst, Silvia Moss, Hans-Jürgen Graff, Jacqueline Huppertz, Hans-Peter Dörr und Ursula Claßen. Foto: A. Gabbert

Mützenich. Kleine Dorfläden gibt es auch in der Nordeifel nur noch wenige, und alle kämpfen im Schatten der Supermärkte und Discounter um ihr Überleben. Einer davon ist der Konsumladen an der Ecke Eupener Straße/Am Nassenhof in Mützenich. Er ist nicht nur ein Geschäft, sondern insbesondere für ältere Leute auch ein sozialer Treffpunkt.

Innen wie außen versprüht der Laden noch den Charme vergangener Jahrzehnte, doch das soll sich bald ändern. Eine Großbäckerei will dort ein Café eröffnen. Dafür soll der Laden in den kommenden Wochen umgebaut werden. Der Mietvertrag ist bereits unterschrieben. Bis Ende August soll alles fertig sein.

Auf Initiative der Ortsvorsteherin, Jacqueline Huppertz, hatten sich engagierte Bürger Anfang des Jahres zur „Konsum-AG“ zusammengeschlossen, und Ideen entwickelt, wie der Laden attraktiver gestaltet und mehr Leute gewonnen werden können, die sich für ihn einsetzen. In der Folge bot die Konsumgenossenschaft eG verstärkt Milch, Honig, Eier und andere Lebensmittel aus der Region an, ein neues Gemüseregal wurde eingerichtet und die Blumenecke vergrößert.

Unerwartet kam dann über die 1. Vorsitzende der Konsumgenossenschaft, Ursula Claßen, der Kontakt zur Bäckerei Moss zustande und die geplanten Verschönerungsaktionen wurden zunächst auf Eis gelegt. „Was sollen wir Regale schieben oder streichen, wenn sich die Situation ändern wird?“, sagt der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Genossenschaft, Hans-Peter Dörr.

Frische Waren eines Bäckers aus der Region wurden bislang auch schon im Mützenicher Konsum angeboten. Um den Kunden auch einen Kaffee anbieten zu können, hatte die Genossenschaft eine kleine Kaffeemaschine und ein paar Stühle organisiert, das hatte aber eher den Charakter eines Provisoriums.

Durch die Ansiedlung eines Cafés hofft der Vorstand der Genossenschaft auf eine Belebung des Geschäfts und neue Kunden, die der Eifelsteig in den Ort, in das Café und in den Laden führen soll.

In den kommenden Wochen wird der Laden umgestaltet. Die Backwaren und das Café sollen zukünftig im vorderen Teil des Geschäftes auf insgesamt 80 Quadratmetern Platz finden. Dort wird es 14 Sitzplätze geben und im Außenbereich, der ebenfalls umgestaltet wird, sollen auf einer Terrasse weitere zehn bis 15 Sitzplätze entstehen. Eine neue und größere Fensterfront soll künftig mehr Licht in den Laden lassen. „Die Kaffeemaschine wird dann auch eine Nummer größer“, sagt Hans-Bernd Schwienhorst von der Bäckerei Moss. „Unter dem Motto ‚Im Konsum ist der Ofen an‘ werden wir frisch vor Ort backen“, fügt Silvia Moss hinzu.

Einen Bruch in dem Konzept, mehr regionale Produkte anzubieten, wird nicht gesehen. „Das ist kein Backkonzern, sondern ein mittelständisches Unternehmen aus der Region“, sagt Dörr. Der Bezug der Bäckerei Moss zur Eifel sei schon lange da, erklärt Silvia Moss. Vor zwölf Jahren habe man begonnen, Roggen und Weizen aus der Eifel zu verwenden. Seit elf Jahren sei man in Roetgen vertreten, seit fast sechs Jahren in Simmerath und seit einem Jahr in Kalterherberg. Von der Lage her sei Kalterherberg schwierig und deshalb ein Versuch gewesen, der sich aber gelohnt habe. Aufgrund der guten Erfahrungen dort, wolle man es nun auch in Mützenich versuchen.

An Fläche soll der Konsumladen durch das Café nicht viel verlieren. Bisher ungenutzte Flächen würden aktiviert und das Angebot nur marginal geändert, erläutert der 2. Vorsitzende der Konsumgenossenschaft, Hans-Jürgen Graff. Die Öffnungszeiten würden im Zuge der Umgestaltung an die von Schule und Kindergarten angepasst, ergänzt Ursula Claßen. Die Umbaumaßnahmen sollen in Kürze beginnen und teilweise im laufenden Betrieb erfolgen. Für größere Arbeiten muss der Laden voraussichtlich eine Woche geschlossen werden.

Zurzeit sind im Konsum in Mützenich zwei Festangestellte und drei Aushilfen beschäftigt. Nicht alle Mitarbeiterinnen blicken optimistisch in die Zukunft. Es sei noch nicht alles klar, personell soll sich aber im Wesentlichen nichts ändern, bekräftigen Claßen, Dörr und Graff. Laut Moss sollen in dem neuen Café vier bis fünf Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit eingestellt werden, die möglichst aus der Nähe kommen sollen. „Am Anfang werden wir auf eine Mischung aus neuen und erfahrenen Kräften setzen“, erklärt Silvia Moss. „Das sehen wir sehr positiv“, sagt Claßen.

Im Ort kämen die Pläne gut an, sagt die Ortsvorsteherin. „Da freuen sich schon viele drauf.“ Und Graff unterstreicht: „Wir machen das, weil wir uns für den Erhalt des Konsums einsetzen und etwas für das Dorf tun wollen.“

Die Bemühungen der Konsum-AG sollen parallel zu den Ausbauplänen vorgesetzt werden.

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