Ein neuer roter Flitzer für die Feuerwehr

Von: M. S.
Letzte Aktualisierung:
feumü1-bu
Zahlreiche Ehrungen nahm Mützenichs Löschgruppe im Rahmen ihres Tages der offenen Tür vor. Arnold Koch (Zweiter von links) ist seit 65 ein Brandschutz-Aktivposten seines Heimatortes. Foto: Manfred Schmitz

Mützenich. Die feierliche Einsegnung eines kürzlich in Betrieb genommenen Feuerwehrfahrzeuges durch Pfarrer Karl-Heinz Stoffels stand im Mittelpunkt des Tages der offenen Tür der Löschgruppe Mützenich.

Es handelt sich um einen gebraucht gekauften Pickup mit geräumiger Ladefläche der Marke Nissan, der den vor einem Jahr ausrangierten, betagten VW-Bus der Wehr ablöste.

Die jüngste, allradgetriebene Investition solle sich, erläuterte Monschaus Stadtbrandinspektor Falk Claßen, „im unwegsamen Gelände bewähren, wenn es darum geht, Material an einen schwer zugänglichen Einsatzort zu transportieren und einige Kameraden als schnelle Eingreiftruppe rasch an den Unfall- oder Gefahrenpunkt zu befördern”.

Falk Claßen bezifferte die in Eigenleistung erbrachten Arbeitsstunden seiner Mützenicher Kameraden zur Ertüchtigung des Flitzers mit 166 Einheiten: „Der Tranporter war usprünglich weiß, wir mussten ihn in klassisches Feuerwehr-Rot umspritzen.”

Der nun signalfarbene Sprinter sei imstande, mit bis zu 80 Sachen Spitzengeschwindigkeit Personen irgendwo auf verschlungenen Waldwegen zu bergen, schnell Erste Hilfe zu leisten oder Atemschutzgeräte oder Werkzeug an die Einsatzstelle zu schaffen.

1 Euro für die Sicherheit

Mützenichs Ortsvorsteher Hans-Peter Dörr ist Vorsitzender des vor sechs Jahren gegründeten Mützenicher Feuerwehr-Fördervereins. Er umriss das vielseitige Aufgabenspektrum der Löschgruppe und warb für die Mitgliedschaft im Förderverein der Wehr: „Ein Euro im Monat an Beitrag müsste jedem von uns die Investition in die eigene Sicherheit wert sein!”

Pastor Stoffels segnete den Einsatzwagen mit Fürbitten aus dem Markus-Evangelium und vertraute auf Gottes Schutz wie den des Feuerwehrpatrons Sankt Florian während des riskanten Dienstes der Wehrleute zum Allgemeinwohl.

Und um den flammroten Kleintransporter gleich auf seine Funktionstüchtigkeit zu testen, rückte die Mützenicher Jugendwehr mit ihm zu einer Übung aus.

Mit einem Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Karl- Heinz Stoffels, der Tag der offenen Tür begonnen. Aufgrund des Wetters mußte die Eucharistiefeier - ursprünglich als Freiluftmesse geplant - kurzfristig in die Pfarrkirche verlegt werden.

Im und um das Gerätehaus begann anschließend ein reichhaltiges Programm, eingeleitet von einer Reihe Ehrungen und Beförderungen langjährig aktiver und verdienstvoller Feuerwehrleute und Nachwuchskräften.

Monschaus Stadtbrandinspektor Falk Claßen, Löschgruppenführer Martin Claßen und die rurstädtische Beigeordnete Margareta Ritter ernannten die gerade 18- jährigen, bisherigen Angehörigen der 14-köpfigen Jugendwehr, Dirk Steffens und Joachim Steffens, zu Mitgliedern der aktiven Feuerwehr (25 Angehörige). Martin Claßen wurde zum Löschgruppenführer ernannt. Die Unterbrandmeister Karl-Heinz Lenzen und Michael Steffens erhielten aufgrund 25-jähriger Wehrzugehörigkeit das Ehrenzeichen in Silber, verbunden mit Dankesworten der Stadt Monschau wie des Landes NRW.

65 Jahre im Dienst der Wehr

Umrahmt wurde das würdevolle Zeremoniell von Klängen des Jugendorchesters im Musikverein „Eintracht” Mützenich unter dem Dirigat von Natalie Schepp. Diese Formation hatte bereits der heiligen Messe das klangvolle Gepräge verliehen.

Höhepunkt der Auszeichnungen war die Würdigung des gemeinnützigen Einsatzes von Arnold Koch. Er ist seit 65 Jahren Aktivposten und Förderer der Mützenicher Feuerwehr und wurde 1943, gerade mal 15 Jahr alt, in die Notfeuerwehr seines Heimatortes berufen: „Wer schon 17 war, stand nicht zur Verfügung, befand sich im Krieg.” Koch lobte die trotz der Wirrnisse jener Zeit in seiner Gruppe genossene „gute fachliche Ausbildung”.

Eine lebensgefährliche Einsatz-Situation und schier unlösbare Aufgabe ergaben sich für ihn und seine jungen Mitstreiter, als alliierte Flugzeuge das Lager Elsenborn bombardierten. In einem Dankeswort ermuntere Arnold Koch seine Kameraden, ihr ganzes Leben der Feuerwehr treu zu bleiben: „Diese Ehrung nehme ich mit Freuden entgegen. Einziger Wermutstropfen: Wer sie erhält, ist alt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert