Ein Mord, ein Totschlags-Versuch, sechs Missbrauchsfälle

Von: ess
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Zwei Sprengstoffanschläge auf Sparkassen-Filialen an der Bundes- und der Hauptstraße (Bild) in Roetgen gehörten zu den herausragenden Straftaten im Jahr 2009. Foto. P. Stollenwerk

Nordeifel. Die Aachener Polizei hat Grund zu Freude. Mehr als 1000 Straftaten gab es im Jahr 2009 weniger als 2008, die Aufklärungsquote stieg von knapp unter 50 auf mehr als 51 Prozent. Das heißt, mehr als jede zweite Straftat wurde aufgeklärt.

Wermutstropfen in der Statistik: Die Fälle der versuchten und vollenderen Tötungsdelikte stiegen 2009 wieder auf 26 an. Drei dieser Fälle gab es in der Eifel (ein Mord, ein Mordversuch, ein versuchter Totschlag). Erfreuliches konnte am Donnerstag dennoch auch für die Nordeifel vermeldet werden, wo die Kriminalität in vielen Bereichen deutlich zurückging.

Weniger Gewaltdelikte

Rückläufige Zahlen gibt es beim sexuellen Missbrauch von Kindern (einschließlich exhibitionistischer Handlungen vor Kindern) von 76 auf 63 Fälle. Diesem Rückgang um sechs Prozent steht in der Eifel ein Anstieg um 200 Prozent gegenüber - die Fälle stiegen von zwei (2008) auf sechs (2009).

Insgesamt 9492 Straftaten wurden in der Südregion (die drei Eifelkommunen plus Stolberg und Eschweiler) im Jahr 2009 von der Polizei registriert (2008: 10123). Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr, bei einer mit 51,6 Prozent fast gleichbleibenden Aufklärungsquote. In Monschau, Simmerath und Roetgen ist diese Quote um 3,6 Prozent auf 46,5 Prozent gesunken.

Während in der Südregion die Zahl der Gewaltdelikte (Raub und räuberische Erpressung, gefährliche und schwere Körperverletzung, Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme, Vergewaltigung, Tötungsdelikte) von 404 im Jahr 2008 auf 422 im Vorjahr anstieg, sank die Zahl in der Eifel von 52 auf 50 Fälle. Um 15 Fälle stiegen in der Südregion die Raubdelikte. Die Straßenkriminalität sank allerdings um elf Prozent, in der Eifel auf 338 Fälle um 4,8 Prozent.

Die Diebstahlsdelikte gingen in der Südregion um neun Prozent zurück. Gegenläufig dazu ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche mit einem Anstieg von insgesamt 1,15 Prozent. Die Eifelkommunen vermelden hier ein Minus von 5,5 Prozent (120 Fälle). Stolberg hingegen schießt mit einer Zunahme von 40,3 Prozent den Vogel ab.

Rückläufig ist in der Nordeifel die Entwicklung bei den Geschäftseinbrüchen mit 16 Delikten (minus 11,1 Prozent). Zum Vergleich Stolberg: 65 Delikte (plus 38,3 Prozent). Einen Anstieg gab es in den drei Eifelkommunen allerdings bei der Zahl der Ladendiebstähle von 26 auf 34 Fälle.

Gesunken ist jedoch wieder der Anteil der unter 21-jährigen Tatverdächtigen von 29,6 auf 27,9 Prozent. Weitere Zahlen (Zahlen 2008/Prozent):

Raub 8 (6/33,33), gefährliche und schwere Körperverletzung gesamt 36 (46/-21,74), davon im Straßenverkehr 21 (25/-16,0), vorsätzliche leichte Körperverletzung 86 (101/-12,87), Diebstähle gesamt 564 (628/-10,19), Diebstähle unter erschwerten Bedingungen 339 (365/-7,12), Diebstähle ohne erschwerte Bedingungen 225 (263/-14,45) Diebstahl von Kfz 15 (14/7,14), Diebstahl aus Kfz 88 (103/-14,56), Diebstahl an Kfz 49 (38/28,95), Fahrraddiebstahl 22 (29/-24,14), Betrug 132 (156/-15,38), Sachbeschädigungen, dazu gehört auch Gewalt gegen Tiere 196 (213/-7,98), Rauschgiftdelikte 19 (21/-9,52), Computerdelikte (Betrug mit Debitkarten mit PIN, Fälschung von Daten, Ausspähen von Daten, Computersabotage, Softwarepiraterie usw.) 35 (25/40,0), Umweltdelikte 9 (7/28,57).

Zwei Vergewaltigungen wurden 2009 in der Nordeifel angezeigt.

Die beiden Angriffe auf Sparkassenfilialen in Roetgen im Frühjahr 2009 sind statistisch schwer zuzuordnen. Weil es keine Gewalt gegen Personen gegeben hat, fallen die nächtlichen Sprengungen der Geldautomaten unter „besonders schweren Diebstahl”. S

ollte allerdings eine organisierte Gruppe am Werke gewesen sein, wären das Fälle für die Rubrik „Bandenkriminalität”. Die Statistik wird wohl erst dann bereinigt werden können, sobald die Kriminalpolizei irgendwann zugreift.
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