Ein langer und schwerer Weg in das Licht

Von: Sarah Maria Berners
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Setzen sich für die Enttabuisierung des Themas „psychische Erkrankungen” ein: Amtsgerichtsdirektor Rainer Harnacke, Prof. Beate Herpertz-Dahlmann, Therapeut Georg Kempe, Förderkreisvorsitzende Roswitha Harth und Ergotherapeutin Varinja Blume. Foto: Sarah Maria Berners

Monschau. Herz- oder krebskranken Kindern ist das Mitgefühl anderer sicher. „Aber wenn ein Kind an einer psychischen Erkrankung, einer Verhaltensauffälligkeit oder Magersucht leidet, dann werden zunächst die Schuldigen gesucht”, beschreibt Roswitha Harth, Vorsitzende des Förderkreis „Kinderseele”. „Die Eltern müssen sich in der Gesellschaft oft verteidigen und rechtfertigen.”

Der Suizid von Fußballer Robert Enke hat das Thema „psychische Erkrankungen” in die Öffentlichkeit gerückt. „Ich gehe so weit, zu sagen, dass Robert Enke noch Leben würde, wenn die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen nicht so ausgeprägt wäre”, sagt Prof. Beate Herpertz-Dahlmann.

Die Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie- und psychotherapie setzt sich gemeinsam mit anderen Fachleuten schon lange dafür ein, das Thema zu enttabuisieren. Ein Schritt dazu, ist es, die Öffentlichkeit zu informieren und Aufklärung zu betreiben, zum Beispiel mit einer Ausstellung, die Einblicke in die Seelenwelt psychisch kranker Kinder und Jugendlicher gibt.

„Seelenblick” ist die Ausstellung überschrieben, die nun im Amtsgericht Monschau besucht werden kann. Kinder- und Jugendliche haben diese Bilder während ihrer Therapiestunden bei Ergotherapeutin Varinja Blume und ihrem Kollegen Georg Kempe gefertigt.

Die Bilder zeugen von innerer Zerrissenheit, Angst und Wut, aber auch von Hoffnung und Zuversicht. Die Patienten - einigen geht es mittlerweile wieder gut - haben den Mut, ihre Werke, die einen Einblick in die Seele geben, öffentlich zu zeigen.

„Long ist the way and hard that from hell leads up to light” (Lang ist der Weg und schwer, der von der Hölle hinauf in das Licht führt) - diesen Titel hat die 17-jährige Milena ihrem Gemälde gegeben. Ein großer, finsterer Totenkopf dominiert das Bild, zeugt von tiefer Angst. Aber ein kleiner heller Schmetterling kämpft sich aus der Dunkelheit hinauf in das Licht.
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