Ein Kunstprojekt für drei Generationen

Von: jam
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Die Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Seniorinnen, präsentieren gemeinsam mit Bürgermeisterin Margareta Ritter ihre Textilarbeiten auf dem Monschauer Parkplatz. Foto: Jürgen Ammann

Monschau. Studentinnen, Schüler und Seniorinnen haben sich gemeinsam künstlerisch betätigt und am Samstag, 5. April, auf dem Monschauer Marktplatz ihre Arbeiten ausgestellt.

Vom 3. bis 5. April haben 28 Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses von Ulli Flohr, Fachlehrer an der Gesamtschule Niederzier/Merzenich, 12 Studentinnen der Universität Köln, Fachbereich Kunst „Ästhetische Erziehung“ und 4 Seniorinnen der in Niederzier der Schule gegenüberliegenden Wohnanlage Sophienhof gemeinsam kreativ und textil gearbeitet – auch mit dem Ziel sich näherzukommen, sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Nun präsentierten sie ihre Ausstellung auf dem Monschauer Marktplatz.

Für Bürgermeisterin Margareta Ritter war es selbstverständlich, diese Ausstellung am Samstagmorgen zu eröffnen und die Bedeutung von Kunst und Kultur in der Monschau besonders hervorzuheben. „Ich habe mich auf dieses Projekt sehr gefreut“, sagte Ritter und berichtete über die vielen positiven Zustimmungen der Monschauer Bevölkerung aus dem Jahre 2013; umstrickte Bäume und andere Präsentationen rund um die Wolle sind vielen Menschen in Monschau noch in bester Erinnerung. „Monschau ist offen für Kunst und Kultur, wir unterstützen Kunst im öffentlichen Raum und sind sehr froh, Sie zum zweiten Mal bei uns zu Gast zu haben“, begrüßte die Bürgermeisterin alle anwesenden Gäste.

Alte Handwerkstechniken

Sie und sicherlich viele Bürger hätten sich eine längere Verweildauer der Ausstellung in Monschau gewünscht. Dieses umso mehr, da es den Künstlern aus unterschiedlichen Altersgruppen im Zusammenwirken gelungen ist, alte Handwerkstechniken in Verbindung mit Alltagsutensilien und Gebrauchsgegenständen künstlerisch und aussagekräftig zu gestalten.

Sitzen bleiben“ galt sicherlich nicht im klassischen Sinne der Schule, „Sitzen können“ auf den künstlerisch gestalteten Kissen und den umgestalteten Zweier- und Dreiermöbeln aus Rollstühlen, Rollatoren, Hockern, Sesseln und Stühlen war angesagt. Ein alter Sessel wurde mit Wolle und Filz künstlerisch „runderneuert“, die gewählten Farben blau und grün unterstreichen das Motiv „Wasserfall“ und laden zum Träumen ein.

Vor der Bearbeitung ein einfacher alter Stuhl, nach der Bearbeitung – mit Wolle wurden die nationalen Farben von Ländern der verschiedenen Kontinente neben der symbolischen Weltkugel dargestellt – ein Beispiel für internationale Zusammenarbeit und ein Appell gegen Diskriminierung. Das sind nur zwei Beispiele für das kreative Schaffen der Aussteller.

Die Studentinnen haben sich im Vorfeld überlegt, welche textilen Techniken sie vermitteln können und welche künstlerischen Ansätze wichtig in diesem Projekt sind.

Die Seniorinnen haben mindestens die Rolle der Trägerinnen von Geschichte(n) übernommen, wenn nicht auch die der Fachfrauen. Denn die älteren Damen seien die heimlichen Workshop-Leiterinnen gewesen, berichteten die Studentinnen.

„Wir sind sehr happy, bei diesem Projekt mitwirken zu können. Wir bilden damit eine Brücke zwischen den Generationen, und wir geben unseren älteren, künstlerisch mitwirkenden Menschen darüber hinaus einen erhöhten Lebenssinn“ mit diesen Worten unterstrich Gerda Graf, Leiterin der Wohnanlage Sophienhof Sinn und Zweck des Projektes.

„Ein Klasseprojekt, ein Paradebeispiel für gelungene Kooperation zwischen Jung und Alt“ ergänzte die Aachener Künstlerin, Kulturagentin und Dozentin Monika Nordhausen mit sichtbarer Freude.

Länderübergreifendes Netzwerk

Mit künstlerischer Unterstützung wird an den Orten der Wollroute mit Schülern der Klassen 4 bis 13 von neun Schulen aus Aachen, Düren, Euskirchen, Eupen-Kettenis, Maastricht und Stolberg die Idee, einer mit Hilfe von Wolle vernetzten Welt fortgesponnen. Den Abschluss dieses Projektes bildet im Herbst 2014 eine dokumentarische Gesamtausstellung.

Die Wollroute ist ein länderübergreifendes Netzwerk, das Informationen zur Geschichte der Tuchindustrie in der Euregio Maas-Rhein vermittelt. Schulpartnerschaften, künstlerische Workshops, Stadtführungen, der Austausch mit Experten und Ausstellungen im öffentlichen Raum werden anregt und umsetzt.

Die Experten der Arbeitsgruppe Wollroute – Route de la laine –, die die historischen Produktionsstandorte Aachen, Eupen, Euskirchen, Monschau, Vaals sowie Verviers und deren Geschichte beleuchten und vernetzen, unterstützen seit 2012 das Kultur- und Kunstprojekt „worl-wide-wool.net“ der Initiative aachenstricktschön und der Jugendkunstschule in der Bleiberger Fabrik.

Im Schuljahr 2013/2014 wird der Wirkungskreis grenzüberschreitend auf Schulen in Belgien und den Niederlanden erweitert – eine spannende Aufgabe.

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