Würselen - Ein Koloss aus Beton und Stahl

Ein Koloss aus Beton und Stahl

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
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Alles im Griff: Projektleiter Peter Krückels geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die Autos über die Autobahnbrücke (im Hintergrund) fahren können. Die Kreisstraße 34, auf deren Trasse er steht, wird wohl im Frühjahr 2011 fertig sein. Foto: Ralf Roeger

Würselen. Alles ist eine Frage der Relation: „Im Vergleich zu den ganzen Brücken, die in den nächsten Monaten und Jahren im Aachener Autobahnkreuz gebaut werden, ist das hier gar nichts”, sagt Peter Krückels. Doch wer mit dem Projektleiter im Matsch der rund acht Meter tiefen Baugrube an der A44 steht, dem imponiert beim Slalomlauf durch das Labyrinth aus dem Boden ragender Stahlstangen auch die gerade bei Merzbrück entstehende Brücke.

Und dazu helfen vielleicht auch ein paar Zahlen: Zehn Meter breit und rund 36 Meter lang wird das Bauwerk, unter das demnächst die neue Kreisstraße 34 zwischen dem Flugplatz Merzbrück und dem Gewerbegebiet Aachener Kreuz führen wird.

Alleine für die meterhohen Seitenwände, die zum Teil schon über den Rand der Baugrube hinauslugen, werden derzeit insgesamt 130 Tonnen Stahl und 950 Kubikmeter Beton verarbeitet. Und auch für das gesamte Fundament ist Anfang des Jahres eine kleine Armada an Betonmischern und Lkw aufgefahren: Rund 500 Kubikmeter Beton sind in den Boden gegossen und mehr als 140 Tonnen Stahl darin eingearbeitet worden.

Allein für die 54 Bohrpfähle, die demnächst die mehrere hundert Tonnen schwere Brückenlast abfangen müssen, sind jeweils zehn Meter tiefe Löcher ins Erdreich gebohrt worden. Die wiederum mit Beton und Stahl verfüllt wurden.

„Das ist schon was”, meint dann auch Krückels, der zuversichtlich ist, dass Ende des Jahres die Autos auf der A44 zwischen dem Autobahnkreuz und der Anschlussstelle Merzbrück über den sechsspurigen Beton- und Stahlkoloss fahren können. Dann wird die im November 2009 eingerichtete Umfahrung Geschichte sein.

Im Frühjahr 2011 soll der Verkehr dann auch über die K 34 rollen. „Falls es nicht wieder zu einem so harten Winter kommt, können wir den überarbeiteten Zeitplan einhalten”, sagt Krückels. derzeit hängen die Arbeiten rund vier bis sechs Wochen hinterher. „Aber das ist noch kein Problem.”

Was die finanzielle Seite des größten Straßenbauprojektes der Städteregion betrifft, läuft es derzeit auf Mehrkosten hinaus. Der Bauausschuss musste jetzt einen höheren sechsstelligen Betrag abnicken. Ursprünglich waren rund 11,4 Millionen Euro veranschlagt, von denen rund drei Millionen auf die Brücke samt Baustellenumfahrung entfallen. „Mir sind die Mehrkosten auch zu hoch. Aber wir haben sie auch nicht zu verantworten”, sagt Baudezernent Uwe Zink, der zwei Gründe für den Mehrbedarf benennt.

Nummer eins: Beim Wegbaggern der alten Autobahntrasse sind die Arbeiter neben Asphalt und Beton auch auf eine Teerschicht gestoßen. Nach den Ergebnissen der Probebohrungen habe das alle überrascht, sagt Zink. Das Problem: Die Entsorgung von Teer ist nicht gerade preisgünstig.

Nummer zwei: Nach dem Ausbaggern erwies sich der Boden für die K 34-Trasse als nicht tragfähig. Folge: Der Untergrund musste statt wie üblich mit Kalk nun mit Grobschlag - also größeren Steinen - verfestigt werden. Auch dies führte zu Mehrkosten.
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