Monschau - Ein Königreich für ein neues Kirchendach

Ein Königreich für ein neues Kirchendach

Von: Nadine Preller
Letzte Aktualisierung:
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Das winterliche Bild trügt. Schneemassen belasten das ohnehin bereits marode Dach der Kirche. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. So tief wie die Risse in der Stuckdecke der evangelischen Kirche Monschau sind diese Tage wohl auch die Sorgenfalten auf der Stirn von Pfarrer Jens-Peter Bentzin. Und sie werden nicht kleiner - Risse wie Sorgenfalten. „Momentan belasten Schneemassen das Dach ungleichmäßig”, beschreibt der Pfarrer die fatale Situation.

Bereits seit dem Jahr 2005 zeichnen sich Risse an der Decke des Gotteshauses ab, Stuck und Fassade bröckeln vor sich hin. „Bis zum Februar dieses Jahres konnten wir die Pforten der Kirche noch für die Gemeinde offen halten,” so Bentzin. Das geht jetzt nicht mehr.

Nach einer Besichtigung von Statikern und Denkmalbeauftragten steht seit dem Frühjahr das ernüchternde Urteil fest: „Es kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass sich Teile der Decke lösen,” rezitiert Bentzin die Gutachter.

Den Innenraum schmückt jetzt ein Absperrband, kleinere Gottesdienste können nur noch unter der ersten Empore gefeiert werden. Heiligabend in der Monschauer Kirche ist damit gestrichen. „Der Gottesdienst wird in diesem Jahr das erste Mal in die Schlosskapelle verlegt,” erläutert Bentzin.„Wir sind sehr dankbar für diese Alternative. Aber hier müssen wir wegen Platzmangel gleich drei Gottesdienste nacheinander halten. Die Menschen leiden unter der Situation.”

800.000 Euro benötigen Bentzin und seine Mitstreiter für die vollständig Sanierung - eine Mammutsumme. Endlich das nötige Geld für die Renovierung zusammen zu bekommen steht somit auch in diesem Jahr wieder ganz oben auf der Weihnachtswunsch-Liste von Bentzin.

Von der Erfüllung ist sein Anliegen aber noch weit entfernt.
„Über den Daumen gepeilt stehen uns momentan 130.000 Euro zur Verfügung” so der Pfarrer. Derweil liefen intensive Gespräche mit der Bezirksregierung, der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz sowie der Kirchbaustiftung Evangelische Kirche in Deutschland. „Sie alle zeigen sich verhandlungsbereit und sind bemüht, uns zu helfen”, weiß er.

„Der Stadt Monschau hingegen fehlen leider selbst die nötigen Mittel, sie kann uns nicht unter die Arme greifen. Die Bürgermeisterin führt aber wichtige Gespräche und unterstützt uns dahingehend sehr.”

Ein zusätzlicher Betrag von 127.000 Euro, gesponsert vom Kirchenkreis, käme nach Bentzin zur aktuellen gesparten Summe noch obendrauf - doch erst dann, wenn die komplette Finanzierung stünde. Und bis dahin ist es noch ein weiter Weg, schließlich mangelt es an rund einer halben Million Euro.

Doch Pfarrer und Mitstreiter geben nicht auf, krempeln derweil selbst die Ärmel hoch. An allen Adventssamstagen servieren Gemeindemitglieder im Café Dachschaden, Ruhrstraße 18, ab 13 Uhr Kaffee, Kuchen und selbst gebackene Waffeln. Der Erlös aus dem Verkauf komme der Sanierung der Kirche zugute.

„Da ist eine riesige Bürgerinitiative über die Konfessionen hinweg tätig, auf die Monschau stolz sein kann”, unterstreicht der Pfarrer, der selbst nicht aufhören will zu glauben. „Ich kann und will mich nicht mit dem Gedanken abfinden, die Kirche aufzugeben. Das Haus ist wichtig für die Stadt und für die Menschen.”

Wer weiß, vielleicht geht für ihn ja in diesem Jahr sein erster Weihnachtswunsch endlich in Erfüllung.

Knapp 500.000 Euro fehlen noch zur vollständigen Finanzierung der Dachsanierung der evangelischen Kirche in Monschau. Spendengelder, die in die Renovierung fließen, sind an folgendes Konto zu überweisen: Sparkasse Aachen, BLZ: 39050000, Spendenkontonummer: 2204030.
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