Ein kleiner Schmetterling sorgt für große Probleme

Von: P. St.
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Schmetterling
Der blauschillernde kleine Feuerfalter ist ein hübscher kleiner Tagfalter.

Simmerath. Der blauschillernde Feuerfalter ist ein hübscher kleiner Tagfalter und wirklich sehr klein. Lycaena helle heißt er biologisch korrekt. Seine Vorderflügellänge beträgt nur 12 bis 14 Millimeter.

Er ist einer der seltensten Schmetterlinge in Deutschland und sogar vom Aussterben bedroht. Der blauschillernde Feuerfalter ist somit ein Problemfalter.

Und das ist das Problem nicht nur für die Naturschützer sondern auch für die Gemeinde Simmerath. Ausgerechnet dort, wo der Feuerfalter vorkommt, möchte die Gemeinde ihr bestehendes Gewerbegebiet vergrößern.

Verfahren auf der Kippe

Seitdem das Vorkommen des Falters bekannt ist, steht das Verfahren auf der Kippe, und die Chancen, dass der Bebauungsplan zur Erweiterung des Gewerbegebietes Simmerath ab Betonwerk in Richtung Kesternich zu einem positiven Ende führt, sind steig gesunken. Noch immer nicht sind alle Bedenken des Umweltamtes des Kreises Aachen im ökologisch sensiblen Erweiterungsgebiet ausgeräumt.

Dies machte jüngst auch Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns deutlich, als er im Rahmen der Mitgliederversammlung der CDU den Dauerbrenner aufgriff und deutlich machte, dass man sich keine allzu großen Hoffnungen auf eine Erweiterung machen solle. „Noch ist keine Entscheidung gefallen”, sagte Hermanns auf Nachfrage, „aber der blauschillernde Feuerfalter stellt in der Tat eine besondere Schwierigkeit für das Verfahren dar.” Es sei nicht möglich, den gefährdeten Falter in ökologisch vergleichbare Gebiete umzusiedeln; die Art müsse am Standort verbleiben. Im Laufe des Jahres werde die politische Entscheidung fallen, wie man mit der zehn Hektar großen Erweiterungsfläche verfahre. Denkbar sei auch eine mögliche Reduzierung der Erweiterungsfläche.

Bereits seit dem Jahr 1998 laufen die Voruntersuchungen für das Erweiterungsgebiet. Schon die erste Standortuntersuchung vor zehn Jahren machte deutlich, dass es mit der Erweiterung schwierig werden würde. Der ursprünglich im Flächennutzungsplan dargestellte Standort in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes Fischbach wurde daher auch aufgegeben und der Standort in Richtung Kesternich verschoben.

Karl-Heinz Hermanns: „Im Verlaufe des langen Bearbeitungszeitraumes des Verfahrens hat sich eine stetig verschärfende Gesetzgebung entwickelt.”

Nach intensiven Untersuchungen wurde mit den beteiligten Behörden Übereinstimmung darüber erzielt, dass das Niederschlagswasser mit Hilfe eines Bodenfilterbeckens vor Ort versickern soll. Diese Lösung aber konnte die Bedenken beim Umweltamt des Kreises Aachen nicht aus der Welt schaffen. Seitens der Unteren Landschaftsbehörde wurde die Befürchtung geäußert, dass das tiefer liegende Feuchtgebiet dennoch trocken fallen könnte, da eine Störung der Wasserführung in den unterirdischen Schichten durch die Bebauung nicht ausgeschlossen werden könne.

Das Umweltamt erwartet nun eine definitive Aussage des Gutachters für den Fall, welche zu Maßnahme zu treffen seien, falls das Feuchtgebiet entgegen aller Erwartungen doch trocken falle würde.

Karl-Heinz Hermanns hält fest, dass es bei allen Schwierigkeiten, weiterhin das Ziel der Gemeinde Simmerath sei, ortsnahe Arbeitsplätze zu schaffen. Auch wenn im Gewerbegebiet Rollesbroich noch Kapazitäten vorhanden seien, „müssen wir perspektivisch denken.”
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