Ein Jahr nach Glatteisunfall die Helfer nicht vergessen

Von: P. St.
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Kann wieder lächeln: Ein Jahr nach seinem Glatteisunfall ist das Geschehen bei Roman Wagner immer noch präsent. Foto: P. Stollenwerk
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Unsanfte Landung: Der Opel Corsa von Roman Wagner erlitt bei dem Glatteisunfall vor einem Jahr einen Totalschaden. Foto: THW Lammersdorf

Nordeifel. Es war vor gut einem Jahr am Montag, 11. Januar 2016, kurz vor fünf Uhr morgens, als Roman Wagner in Lammersdorf in seinen Opel Corsa stieg, um nach Schmidt zu seiner Arbeitsstelle zu fahren. Im dortigen Senioren- und Pflegeheim ist der 49-Jährige als Koch beschäftigt. Das Thermometer zeigte vier Grad plus, die Wiesen waren grün. In einer Kurve der Landstraße 246 im Buhlert aber nahm der noch junge Tag für Roman Wagner dann ein jähes und schmerzhaftes Ende.

Nachdem er ein Streufahrzeug des Winterdienstes überholt hatte, fand er sich nach einem Überschlag schwer verletzt im Straßengraben wieder. In einem Zeitungsbericht hieß es damals: „Bei einem Doppelunfall zwischen Schmidt und Strauch sind am frühen Montagmorgen zwei Autofahrer in ihren Wagen eingeklemmt und verletzt worden. Ursache war nach Angaben der Polizei wohl Straßenglätte - was einen der beiden Fahrer offenbar nicht davon abgehalten hatte, ausgerechnet ein Streufahrzeug des Winterdienstes zu überholen und dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug zu verlieren. Der Wagen schleuderte auf Höhe des Parkplatzes Buhlert nach links in den angrenzenden Straßengraben.“

Die Straße sei trocken gewesen. „Aber plötzlich war da eine Eisplatte“, erzählt Roman Wagner. „Ich hatte keinen Kontakt zur Straße mehr. Da habe ich nur noch die Beine in den Fußraum gestemmt und die Hände vors Gesicht gehalten.“ Sekunden später verunglückte an der gleichen Stelle auch noch ein Geländewagen, der gegen das Räumschild des Streufahrzeuges fuhr.

Ein Jahr nach diesem Unfall ist für Roman Wagner das Geschehen noch immer präsent. Die momentane Witterung mit ständiger Glättegefahr, aber auch die immer noch nicht ganz verheilten Unfallfolgen lassen das Geschehen wieder aufleben. Vor allem ist es ihm aber auch zwölf Monate später ein ehrlicher Wunsch, den Ersthelfern von damals noch einmal zutiefst zu danken.

Vor allem denkt er da an den Fahrer des Streuwagens, der sich gleich um ihn gekümmert und die Rettungskette in Bewegung gesetzt habe. Noch immer ein wenig unangenehm ist Roman Wagner die Erinnerung an seine erste Begegnung mit einem Helfer des THW Lammersdorf, der ihn gebeten habe, die Beifahrertür zu öffnen. „Wie soll denn das gehen?“, habe er schmerzverzerrt und nicht gerade freundlich geantwortet. Bei diesem Helfer entschuldigte er sich bereits einige Zeit später. Wagner hatte einen Oberarmbruch erlitten, der ihn fast zwei Monate arbeitsunfähig machte, der immer noch nicht ganz hergestellt ist und regelmäßige Behandlung im Klinikum Aachen erfordert.

Nach der Begegnung mit dem THW-Helfer tauchte Roman Wagner in eine Phase der Finsternis ein, ehe er im Stolberger Krankenhaus wieder in der realen Welt erwachte. Ob die dortigen Ärzte, die DRK-Helfer am Unfallort, Polizei, Abschleppdienst oder die Unterstützer aus dem privaten Umfeld: Allen Beteiligten fühlt sich Wagner zu tiefem und nachhaltigem Dank verpflichtet.

„Das wird zu oft vergessen. Die Arbeit von vielen Menschen im Dienste des Nächsten wird oft nicht genug gewürdigt“, sagt der 49-Jährige, der aus dem Geschehen vor einem Jahr seine Lehren gezogen hat: Mehr als Tempo 50 kommt für ihn bei winterlichen Verhältnissen auf Landstraßen nicht mehr in Frage.

Und wenn er heute auf dem Weg zur Arbeit an der Unfallstelle im Buhlert täglich vorbeifährt, dann wird er immer wieder an diesen guten Vorsatz erinnert. Allen Autofahrern kann er nur raten: „Winterreifen sind kein Freibrief. Glatteis ist heimtückisch.“

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