Ein herrenloses Kajak sorgt für helle Aufregung

Von: Ernst Schneiders
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Die Rur (hier bei Monschau) führt Hochwasser. Was Behörden Sorge bereitet, lässt das Herz der Wildwassersportler höher schlagen. Foto: Manfred Hilgers

Nordeifel. Schneeschmelze und Regen haben in weiten Landesteilen dafür gesorgt, dass aus ansonsten eher betulich dahinfließenden Flüssen und Bächen reißende Gewässer geworden sind. Was Behördenvertretern mancherorts die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, lässt das Herz der Wildwassersportler höher schlagen.

Auch auf der Rur stürzen sich viele Kanuten in die brausenden Fluten - „und bringen sich dabei in Lebensgefahr, vor allem, wenn sie nicht durchtrainiert sind”, warnt Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) in Düren.

Grundsätzlich verboten ist das Befahren der Rur auch bei solchen Verhältnissen nicht, so Seiler. Sollte sich allerdings, wie ansonsten durchaus üblich, der eine oder andere Kanut beim WVER nach dem Wasserstand erkundigen, werde der Verband demjenigen dringend davon abraten, in der augenblicklichen Situation seinem Hobby zu frönen. Seiler: „Das ist derzeit viel zu gefährlich!”

Meldungen über Zwischenfälle liegen dem Wasserverband nicht vor. Die gab es anderswo zur Genüge. Aus der Wupper beispielsweise mussten die Rettungsdienste einige Kanuten herausfischen. In der Lippe gab es am Sonntag sogar einen Toten.

„Manche Leute brauchen offenbar einen solchen Adrenalin-Kick”, vermutet Bruno Wilden vom Ordnungsamt der Gemeinde Simmerath, der die Sportler nur dringend davor warnen kann, bei den derzeitigen Wassermassen und Strömungsverhältnissen in ein Kajak zu steigen. Immer wieder, weiß Wilden, kommt es bei Hochwasser zu gefährlichen Situationen oder gar zu Unfällen. Glücklicherweise sei in den vergangenen Tagen noch nichts passiert.

Am Samstagnachmittag sah es allerdings zunächst anders aus, denn auf der Rur bei Hammer trieb ein herrenloses Kajak und löste einen größeren Einsatz der Rettungskräfte aus. Wie sich später herausstellte, waren die Eigentümer wohlbehalten an Land, während sich ihr Gefährt selbstständig gemacht hatte.

Feuerwehr verärgert

Bei der Dedenborner Feuerwehr, die mittendrin im Geschehen war, löste dieser Vorfall nach uns vorliegenden Informationen reichlich Verärgerung aus. Forderungen nach Übernahme der Kosten durch die Eigentümer des Sportgeräts wurden laut.

Das bedarf allerdings noch einer juristischen Klärung, so Bruno Wilden. Ein Rettungseinsatz sei nämlich nur dann kostenpflichtig, wenn er nicht der Menschenrettung diene. Im Falle des verwaist im Wasser treibenden Kajaks sei allerdings die Annahme naheliegend gewesen, dass ein Mensch in Gefahr sein könnte. Wilden: „In einem solchen Falle wäre der Einsatz der Feuerwehr nicht kostenpflichtig, auch wenn sich die Situation im Nachhinein anders darstellt.” Die Juristen haben vermutlich das Wort.
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