Rollesbroich - „Ein großer Schritt nach vorne“ beim Breitbandausbau

„Ein großer Schritt nach vorne“ beim Breitbandausbau

Von: Peter Stollenwerk
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Das schnellere Netz ist nur noch eine Frage der Zeit: Die Vertreter der Telekom und des Bauunternehmens starteten gemeinsam mit Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (2. v. re.) den Breitbandausbau in Rollesbroich. Foto: P. Stollenwerk

Rollesbroich. Die Bagger sind da, und die Kabeltrommeln liegen bereit, aber es wird noch einige Zeit dauern bis weitere 2500 Haushalte in der Gemeinde Simmerath in den Genuss einer verbesserten Breitbandversorgung kommen.

Der Ausbau des sogenannten „schnellen Internets“ für Simmerath, Witzerath, Bickerath, Paustenbach und Rollesbroich hat in dieser Woche begonnen, und im Frühjahr 2017 soll laut Telekom, die die Arbeiten ausführt, das neue und flottere Netz verfügbar sein. Eingebunden ist in die jetzt begonnene Maßnahme auch das Gewerbegebiet Simmerath.

Eine Besonderheit gibt es im Baugebiet In der Schlad in Rollesbroich. Hier werden die Voraussetzungen für das wirklich schnelle Internet mit der sogenannten FTTH-Technik geschaffen, indem ein Glasfaseranschluss bis in die Häuser gelegt wird. Diese Häuser sind allerdings noch nicht vorhanden, denn erst im nächsten Jahr beginnt die Erschließung und Vermarktung des Neubaugebietes, was eine gute Gelegenheit für die Telekom ist, hier gleich die modernste Technik anzubieten. Nach dem Ausbau werden hier Anschlüsse bis zu 200 Mbit/s im Download zur Verfügung stehen.

Aber auch die jetzt anstehende Verbesserung der anderen 2500 Haushalte kann sich sehen lassen, wie Telekom und Gemeinde Simmerath jetzt bei einem Ortstermin zum Beginn der Tiefbauarbeiten in Rollesbroich versicherten. Auch wenn die Glasfasertechnik bis ins Haus nur in einem kleinen Gebiet zum Einsatz komme, „ist das ein großer Schritt nach vorne“, sagte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns.

Meist 25 bis 50 Mbit/s

Die Leistungsstärke des künftig verfügbaren neuen Netzes meistert problemlos gleichzeitiges Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen. Zwischen 70 und 90 Prozent der Anschlüsse werden Übertragungsgeschwindigkeiten von 25 bis zu 50 Mbit/s erhalten. Die Telekom spricht sogar von einem „Quantensprung“ vor dem Hintergrund, dass aktuell 98 Prozent der Haushalte in Rollesbroich lediglich Übertragungsgeschwindigkeiten von unter sechs Mbit zur Verfügung stehen würden.

Für den Breitbandausbau in Rollesbroich, Simmerath und Paustenbach muss die Telekom eine Deckungslücke in Höhe von 630.000 Euro schließen. Bund, Land und EU finanzieren den Hauptanteil über entsprechende Förderprogramme, 160.000 Euro übernimmt die Gemeinde Simmerath. Bei diesem Projekt werden fast neun Kilometer herkömmliches Kupferkabel durch Glasfasertechnik ersetzt. In den neu errichteten Multifunktionsgehäusen endet das Glasfaserkabel.

Das Signal wird dann über bestehende Kupferleitungen bis zum Endgerät geführt. Je näher der Kunde also an der Schaltstelle wohnt, je höher ist die Geschwindigkeit. Die damit verbundenen Tiefbauarbeiten in Rollesbroich sind überschaubar. Lediglich in der Otto-Voss-Straße und der Fuhrtstraße müssen Kabelgräben angelegt werden, ansonsten kann das beauftragte Tiefbauunternehmen aus Mechernich auf vorhandene Leerrohre zurückgreifen. Bis Ende August sollen hier die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die komplette Verlegung von FTTH-Technik bis in Haus, die ja für den Kunden auch kostenpflichtig wäre, ist aus Sicht der Telekom unrealistisch. „Für die meisten Haushalte reicht eine Bandbreite von 50 Mbit vollkommen aus“, sagt Ursula Schauf-Paschek, die kommunale Ansprechpartnerin für den Breitbandausbau. Ziel sei es selbstverständlich die Technik kontinuierlich auszubauen, aber eine flächendeckende Versorgung mit FTTH-Technik würde in Deutschland 70 Milliarden Euro kosten und 20 Jahre Ausbauzeit in Anspruch. „Unsere Strategie ist es daher, in einem möglichst kurzen Zeitraum möglichst viele Haushalte zu versorgen.“

Wenn dann im nächsten Frühjahr das schnellere Netz zur Verfügung steht, muss der Kunde von sich aktiv werden und auf die Telekom zugehen, damit die Umschaltung erfolgen kann. Höhere Kosten sollen in der Regel mit der Umstellung nicht verbunden sein. Bestehende Verträge und Tarife wurden lediglich aktualisiert, heißt es.

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