Ein extrem seltener Singvogel im Lande: Die Ringdrossel

Von: Günter Krings
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In den letzten 15 Jahren wurden Ringdrosseln auch in der Nordeifel mehrfach beobachtet. Foto: stock/Nature in stock

Nordeifel. Die Langstreckenzieher unter den Zugvögeln haben jetzt längst ihre Winterquartiere südlich des Äquators aufgesucht. Die Kurzstreckenzieher, die nur bis in den Mittelmeerraum ziehen, sind bei dem milden Wetter zum Teil noch unterwegs: Lerchen, Rotdrosseln, Bergfinken, Bergpieper, Ringdrosseln.

Während aber zum Beispiel Rotdrosseln und Bergfinken bei mildem Wetter und ausreichendem Nahrungsangebot durchaus auch in unserer Region den ganzen Winter über bleiben, können Ringdrosseln nur auf dem Durchzug bei uns beobachtet werden.

Die Hauptdurchzugszeiten der Vögel sind im Frühjahr der Monat April und im Herbst der Monat Oktober. Aber auch im März, Mai, September und November sind sie hier zu beobachten, hauptsächlich jedoch im Bereich der Dörfer am Vennrand. In den letzten 15 Jahren wurden Ringdrosseln im Bereich Hatzevenn, Höfen, Konzen, Imgenbroich, Bickerath – Lammersdorf, Mützenich, Quellgebiet Belgenbach, Obere Kall, Brackvenn, Nahtsief, Rotes Venn und Lammersdorf entdeckt.

Es gibt allerdings Jahre, von denen kaum Beobachtungsmeldungen vorliegen, aber auch andere Jahre, wo sich die Beobachtungen häufen. So wurden aus dem Jahr 2011 insgesamt 13 Beobachtungen aufgeschrieben. Dabei wurden auf Wiesen nahe der Quelle des Belgenbaches neun Ringdrosseln gezählt.

Im April 1999 wurden im Hatzevenn zwölf Ringamseln in einem Trupp Wacholderdrosseln beobachtet.

Völlig aus dem Rahmen fällt die Beobachtung einer Ringdrossel Anfang Januar 2001 in Woffelsbach. Beste Beobachtungsplätze sind Wiesen in Waldnähe am Vennrand. Die bei uns durchziehenden Ringdrosseln dürften Brutvögel in Skandinavien sein, wo sie in lockeren Birken- und Fichtenwäldern der Tundra, in Moor- und Heidegebieten zu Hause sind. Die Ringdrossel ist nur unwesentlich kleiner als eine Amsel, aber gut zu erkennen an dem weißen Halsring.

Die kleinere Wasseramsel, die auch einen weißen Kehlfleck hat, lebt in einem völlig anderen Lebensraum, nämlich an sauberen Gebirgsbächen. Wie die Amsel sucht auch die Ringdrossel ihre Nahrung am Boden: Regenwürmer, Schnecken, Insekten und deren Larven.

Auf dem Zug in die Winterquartiere nimmt sie auch Beeren verschiedenster Art auf.

Laut Landesamt für Natur in NRW ist die Ringdrossel ein extrem seltener Brutvogel in NRW. Es soll ein Brutnachweis aus dem Hochsauerlandkreis vorliegen. Nach diesem Bericht sollen Ringdrosseln auch im Hohen Venn brüten. Die belgische Naturschutzorganisation BNVS vermeldet, dass es im Holzwarchetal zu Bruten der Ringdrossel gekommen ist.

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