Ein eher stilles Fest zum 60. Jahrestag

Von: M. S.
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Stoßen im familiären Kreis auf das vor sechs Jahrzehnten erteilte Eheversprechen an: Alois und Wilma Carl aus Mützenich. Foto: Manfred Schmitz

Mützenich. „Wir sind von zwei Weltkatastrophen betroffene Kriegskinder, mussten, wie für unsere Nordeifel–Generation üblich, seit unserer Jugend hart arbeiten, arge Entbehrungen erleiden und so manch herben Schicksalsschlag verkraften“, sagen Alois und Wilma Carl . Ihren Humor und die positive Einstellung zu den täglichen Herausforderungen des Lebens haben die Eheleute aber nicht verloren.

Am Samstag, 3. Mai, feiern Alois und Wilma Carl geborene Mertens aus Mützenich das Fest der diamantenen Hochzeit. Alois (bald 82) ist Ur–Eicherscheider. „Ich stamme von Dohnschet, dort steht mein Elternhaus, dort wohnen Angehörige.“ Ehefrau Wilma, gebürtige Monschauerin mit Imgenbroicher Wurzeln, wird demnächst das 79. Lebensjahr vollenden.

Das Paar hat sechs Kinder und acht Enkel, die, als sie flügge wurden und eigene Familien gründeten, allesamt der Eifelheimat verbunden blieben. Der Kontakt der jungen Generation zu den Diamanthochzeitern und nahen Verwandten besteht in enger und guter Nachbarschaft.

Kommenden Samstag werden Repräsentanten der Städteregion, der Stadt Monschau und Mützenichs Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz im Hause der Jubilare (Jungchenbüchel 8) ihre Aufwartung machen. „Den 29. Mai, den Tag unserer kirchlichen Trauung samt Ja-Wort in der Walheimer Kirche, möchten wir im relativ kleinen Familienkreis verbringen. Trotzdem erwarten wir mehr als 20 Angehörige und Gäste, möchten mit ihnen froh gestimmt in gemütlicher Runde beisammen sein und uns an frühere Jahre und alte Zeiten erinnern“, sagt Alois Carl.

Die Kriegswirren überstanden die Ehejubilare mit Evakuierung nahe Burg Vogelsang und im Venn: „Wir suchten Schutz vor feindlichen Tieffliegern, die gnadenlos selbst auf mit weißen Fahnen markierte Flüchtlingstrecks aus Frauen und Kindern schossen, und verkrochen uns zur Nacht in moorigen Erdlöchern. Die liefen voll Wasser, und morgens standen wir bis zum Bauch in der Brühe“, erinnern sich die Eheleute.

Alois Carl arbeitete zunächst in einem Kalkwerk in Walheim und in der Landwirtschaft, ehe er 1966 in den öffentlichen Dienst nach Bad Godesberg wechselte. Der tägliche Dienstweg war weit. „Es waren schwere aber auch schöne Jahre, die zu meinem Lebenslauf gehören und ich nicht missen möchte“, stellt er rückblickend zufrieden fest. Die Arbeit im Garten mache ihm und Wilma heute noch Freude, sagt er.

Die Jubilare waren sportlich beim TuS Mützenich als Turnerin beziehungsweise Fußballer aktiv. Gefeiert haben beide stets für ihr Leben gern, „runde Geburtstage, Silber– und Goldhochzeit im Kreise von Freunden, Nachbarn und Verwandten, heute lieben wir es allerdings etwas ruhiger, darum diesmal auch ein eher stilles Fest zur Diamantenen“. Den Unternehmungsgeist von Alois und Wilma bremst die verhaltene Feierlaune freilich nicht: „Wir machen uns nun auf zu den lieben Verwandten in Eicherscheid“, verabschieden sich die Eheleute.

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