Ein Dutzend Fliesenleger werkelt im neuen Vennbad

Von: Heiner Schepp
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Die Fliesenleger haben derzeit alle Hände voll damit zu tun, Becken, Böden und Wände im neuen Vennbad zu kacheln - in Weiß mit blauen Streifen, wie man im Hintergund sieht. Foto: H. Schepp

Monschau. Nein, wie in einem Schwimmbad, in dem sich schon in 100 Tagen fröhliche Kinder tummeln sollen, sieht es in der Halle an der Wilhelm-Jansen-Straße 1 in Monschau beileibe noch nicht aus.

Unzählige Säcke Mörtel und Fliesenkleber stehen aufgereiht an der Längsseite, Werkzeug, wohin man nur schaut, und eine ganze Armada an Handwerkern werkelt sitzend, knieend und stehend rund um das riesige Becken. „Zurzeit haben hier die Fliesenleger das Sagen”, erzählt Stefan Dicks vom Bauamt der Stadt Monschau, 10 bis 14 Mann kacheln hier aktuell Becken, Böden und Wände aus.

Damit liegt die Sanierung des Vennbades, die faktisch ein Neubau ist, „voll im Zeitplan”, wie Diplom-Ingenieur Jürgen Breuer betont: „Wir werden die fertige Halle fristgerecht am 31. Mai der Stadt Monschau übergeben”, kündigt der Projektleiter des Generalunternehmens Derichs und Konertz aus Aachen an.

Offiziell eröffnet wird das runderneuerte Vennbad dann am Freitag, 22. Juni, wenn NRW-Bauminister Harry K. Voigtsberger nach Monschau kommen und das Bad für den Schwimmbetrieb freigeben wird.

Über eine Holztreppe gelangt man derzeit noch in den weitläufigen Eingangsbereich der Halle, der zukünftig über drei Stufen und eine Rampe für Kinderwagen und Rollstühle zu erreichen ist. „Die Barrierefreiheit ist ein ganz wichtiges Thema bei diesem Bauprojekt”, verweist Stephan Dicks auf den breiten Aufzug, großzügige Sanitärbereiche für Körperbehinderte oder auch ältere Besucher sowie rollstuhlgeeignete, breite Ein- und Zugänge auf allen Ebenen.

Den Weg, den die Besucher hier einmal vom Parkplatz bis zum Wasser gehen werden, kann man bereits nachempfinden, wenn auch derzeit noch mitten durch die Baustelle und über provisorische Treppen. Im Erdgeschoss finden sich neben Kasse und Aufzug ein Aufenthalts- und ein Fönbereich sowie die Gruppenumkleiden, die vor allem von den Schulen genutzt werden können. Über eine breit angelegte Treppe geht es auf das Obergeschoss, wo sich Umkleiden für Einzelbesucher und Familien befinden, ebenso Duschen und Schließfächer sowie schließlich der riesige Badebereich.

Dieser ist dreigeteilt in einen Baby- und Kleinkinderbereich mit extrem flachem Wasserspiegel, das Lehrschwimmbecken mit 1,25 Meter Wasserhöhe und das große wettkampftaugliche Hauptbecken mit 1,80 bis 3,80 Meter Wassertiefe. Die stattliche Tiefe ist notwendig, damit man sowohl vom Ein-Meter-Brett als auch vom Drei-Meter-Turm einen Kopfsprung wagen kann.

An der Längsseite des Hauptbeckens werden sieben große Lagerboxen für Schulen und Vereine die Ausrichtung des Bades auf den Sport- und Schulbetrieb dokumentieren, und auch hier wurde mit einem Schwimmbadlift an behinderte Besucher gedacht.

Der Erste-Hilfe-Bereich neben dem Schwimmmeisterraum, zwei Notausgänge und eine Rettungszufahrt waren unverzichtbare Vorschriften, die es bei der Planung zu berücksichtigen galt.

Natürlich - und das war eine der Auflagen für die Bezuschussung des Sechs-Millionen-Projekts - ist das neue Vennbad mit dem Vorgänger energetisch nicht mehr zu vergleichen. Dämmung und Heizung nach dem neuesten Stand der Technik und bis zu 80 Prozent Wärmerückgewinnung werden die Energie- und damit Folgekosten für die Stadt drosseln, „vergleichbar mit Niedrigenergiestandard bei Wohnhäusern”, erläutert Stephan Dicks.

Der Clou aber ist für die beiden Bauexperten die Schwimmbadtechnik, denn das Vennbad wird vollkommen ohne Gefahrstoffe gereinigt und desinfiziert. „Das Chlor entsteht über Elektrolyse aus Kochsalz in der Anlage”, erläutert Dicks.

Die Mörtel- und Klebersäcke werden bis Ende dieses Monats leer sein und Platz machen für die Farbeimer der Maler, die das Bad dann im April in hellen, freundlichen Farben streichen werden. Apropos Farbe: Blau war gestern - die drei Becken wurden weiß gefliest, auch der Helligkeit wegen. Denn trotz der riesigen Glasfront liegt das Vennbad nunmal recht weit im Tal und wird nicht den lieben langen tag von der Sonne geküsst.

Wenn die Maler den letzten Pinselstrich getan und die Elektriker die letzte Lampe verkabelt haben, geht es an die Beschilderung und schließlich ans große Reinemachen vor dem großen Tag. Dass der Minister am 22. Juni die Schwimmhose dabei hat, ist wohl eher nicht anzunehmen. Zu groß wäre die Gefahr, dass unsere Zeitung am 23. Juni titelt: „Minister Voigstberger geht in Monschau baden”...
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