Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte

Von: avl
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Die Filmwerkstatt Eifel starte
Die Filmwerkstatt Eifel startet ihr nächstes, größeres Projekt und besichtigte dazu den künftigen Drehort, die Tuchfabrik Müller in Foto: van Londen

Roetgen/Euskirchen. Nach ihren zwei letzten, größeren Filmprojekten, dem abendfüllenden Eifelkrimi „Schwarzes Requiem” aus der Feder von Brigitte Commichau und dem etwas anderen Stadtrundgang „Monschaugeschichte(n)”, der die Eifelperle sehr facettenreich und aufwendig in Szene setzt, starten die Filmschaffenden der Filmwerkstatt Eifel ihr nächstes Projekt.

„Kette und Schuss”, heißt die filmische Auseinandersetzung mit einem düsteren Kapitel deutscher Geschichte. „Uns ist es sehr wichtig, dass wir in Zeiten wiedererstarkenden, rechten Gedankenguts ein Zeichen gegen Faschismus setzen”, so Regisseur und Filmemacher Wolfgang Merz. „Natürlich spielt die Handlung nicht irgendwo in Deutschland, sondern in der Eifel”, erklärt der Vorsitzende der Filmwerkstatt mit Sitz in Roetgen. Drehort und Zentrum des Geschehens ist die Tuchfabrik in Euskirchen.

Inzwischen liegt die Drehgenehmigung des Verlegers Ralf Kramp der Autorin Brigitte Glaser und des LVR-Industriemuseums (Tuchfabrik Müller in Euskirchen-Kuchenheim) vor. Nach dem abschließenden Feinschliff, ist nun auch das Drehbuch fertig. Eigentlich kann es jetzt wieder losgehen und die Beteiligten können es kaum noch erwarten, dass es wieder heißt: „Kamera läuft und Action!”

Erst kürzlich hat das Team der Filmwerkstatt den Drehort besichtigt, um sich über die Einstellungen und technischen Herausforderungen beim Dreh Klarheit zu verschaffen. Schließlich wollten sich alle Beteiligten, vor und hinter der Kamera, eine Gelegenheit geben, sich mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen.

Aber noch müssen sich die Darsteller und Filmtechniker gedulden, denn die Tatsache, dass es sich bei der Filmwerkstatt Eifel um einen Verein handelt, der Profis und Laien für sehenswerte Projekte zusammenführt, birgt auch einige Probleme. Bei allen Produktionen arbeitet das Team aus Freude am Metier und kostenlos. Lediglich die Produktionskosten müssen aufgebracht werden. „Aber auch dann fallen einige tausend Euro an, die wir erst einmal aufbringen müssen”, sorgt sich Wolfgang Merz.

So werden für das neue Projekt noch Sponsoren, Schauspieler, Statisten und Requisiten gebraucht. Dringend gesucht, werden zwei ältere Herren (zwischen 65 und 75 Jahren) mit Leidenschaft für die Schauspielerei. Ein weiteres Problem liegt darin, dass eine Wohnung gesucht wird, die über möglichst viel Ambiente der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verfügen sollte. Darüber hinaus wird eine alte SA-Uniform und Arbeitskleidung aus den 50er Jahren gesucht. „Eigentlich können wir alles gebrauchen, was zum Alltag dieser Zeit gehört. Von kleinen Accessoires, bis hin zu Möbeln. Ein Traum wäre auch ein Auto”, schwärmen die Vorsitzenden.

Der Inhalt der Geschichte ist trotz des schwierigen Themas schnell erzählt: Leo, ein ehemaliger Weber, wird von seiner Enkelin zu einem Museumsbesuch gedrängt. Dabei geht es nicht um irgendein Museum sondern um die Fabrik, in der Leo als junger Mann mal gearbeitet hat. Widerwillig begleitet er sie und ihren französischen Freund dorthin, denn er ahnt, dass dieser Besuch schmerzhafte Erinnerungen wachrufen wird. Erinnerungen an seinen eigenen französischen Freund aus Jugendtagen, einen Zwangsarbeiter im dritten Reich, und an dessen „Mörder”, der Jahre später als Kollege wieder auftaucht. All das wirft auch die unbeantwortete Frage nach eigener Schuld wieder auf.

Interessierte Sponsoren, Darsteller und Menschen, die geeignete Requisiten zur Verfügung stellen wollen, können sich telefonisch unter 02471/4285 bei Wolfgang Merz melden. Weitere Informationen zur Filmwerkstatt Eifel gibt es im Internet unter filmwerkstatt-eifel.de
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