Ein denkwürdiger Musikabend mit „Eintracht“ Mützenich

Von: hes
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Eine Ehrung von höchstem Rang und eine Verabschiedung gab es im Rahmen des Frühjahrskonzerts beim Musikvereins Mützenich. Helmut David (stehend, links) ist seit 1975 Dirigent des großen Orchesters der „Eintracht“ und erhielt dafür vom Volksmusikerbund NRW die Goldene Verdienstnadel mit Diamant und eine gesonderte Ehrung „seines“ Vereins durch den Vorsitzenden Rolf Müller (re.). Nathalie Schepp verabschiedete sich nach zwölf Jahren als Dirigentin des prächtig gediehenen Jugendorchesters, bleibt dem Verein aber als aktive Musikerin treu.

Monschau. Eine höchst seltene Auszeichnung und einen emotionalen Abschied, eine Welturaufführung und vor allem einen bunten Strauß mitreißender Musik erlebten die Besucher des Frühjahrskonzerts der „Eintracht“ Mützenich am Sonntagabend in der Aula des Monschauer Gymnasiums.

Leider hatte das höchst unfrühlingshafte Wetter für einige Lücken in den Zuhörerreihen gesorgt, doch die Musikfreunde, die den Weg zur Haag gefunden hatten, wurden für ihr Kommen belohnt und mehr als zwei Stunden lang bestens unterhalten. Dafür sorgte nach der Begrüßung durch den „Eintracht“-Vorsitzenden Rolf Müller auch wieder Moderator Heinz-Hermann Palm, der längst eine feste Größe beim Frühjahrskonzert des Musikvereins ist und die Zuhörer humorvoll mit Wissenswertem zum Programm und kleinen Anekdoten „füttert“.

Dirigentin nimmt Abschied

Die ersten Töne gehörten auch in diesem Jahr dem Jugendorchester des Vereins, das letztmalig von Nathalie Schepp dirigiert wurde. Die 34-Jährige hatte „aus beruflichen und familiären Gründen schon länger ihren Abschied angekündigt“, wie Rolf Müller bedauerte, jedoch sei eine Fortführung des Nachwuchsensembles gesichert.

Für ihr letztes Dirigat hatte Nathalie Schepp, die das „JO“ als 21-Jährige von ihrem Vater Gottfried Sommer übernommen hatte, die 38 jungen Musikerinnen und Musiker noch einmal zu Höchstleistungen motiviert, stellten der Mysterie-Rock „Superspy“ und die unvergängliche „Bohemian Rhapsody“ von Queen doch sehr anspruchsvolle Literatur dar.

Der „Eintracht“-Nachwuchs meisterte die beiden Stücke jedoch mit Bravour und verabschiedete sich und seine Dirigentin mit dem Stimmungslieder-Medley „Das geht ab!“ Als Jugendvertreter bedankten sich nach dem letzten Akkord Sascha Ungermann und Sonja Funken bei Nathalie Schepp für ihre Arbeit und schenkten ihr im Namen des Jugendorchesters einen Wellness-Tag im Carat-Hotel.

Viel Vorbereitung samt Probewochenende hatte auch das große Orchester unter Dirigent Helmut David in die Vorbereitung des Frühjahrskonzerts gesteckt, und die Früchte dieser Arbeit waren gut hörbar. Beeindruckend war vor allem die Vielseitigkeit des Repertoires, das das fast 60 Aktive starke Orchester an diesem Abend präsentierte.

Dieses reichte vom schmissigen Deutschmeister Regimentsmarsch über ohrwurmverdächtige Popsongs („Nessaja“ aus Peter Maffays Kindermusical „Tabaluga“) und angesagtesten Schlager („Helene-Fischer-Mix“) bis hin zu konzertanter Blasmusik wie den „Variationi in Blue“ oder dem „Queens Park Medley“. Zu den Favoriten von Dirigent und Orchester gehören Musical-Medleys, und so brachte die „Eintracht“ noch einmal „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ mit seinen vielen schönen Melodien und Tempowechseln zur Aufführung.

Großen Applaus erntete nach der Pause Trompeter Sascha Ungermann, der in Begleitung von Helmut David (Flügel) eine sehr anspruchsvolle Variation solistisch darbot.

Vorsitzender Rolf Müller für den Musikverein und Alfred Kaulard als Vertreter des Volksmusikerbundes ehrten dann Helmut David mit der Goldenen Verdienstnadel mit Diamant sowie einer persönlich gravierten Uhr für unglaubliche 40 Jahre als Dirigent der „Eintracht“.

„Ich mache das gerne und werde das gerne auch weiterhin machen, so lange die Gesundheit es zulässt“, versprach der sichtlich gerührte musikalische Leiter und durfte dann den flotten Swing eines sechsköpfigen „Eintracht“-Ensembles als Ständchen und mal ganz ohne Taktstock genießen.

Überraschung im Trio

Das Beste aber hatte sich die „Eintracht“ an diesem Tag für den Schluss aufbewahrt: Helga und Rolf Müller hatten beim Profimusiker, Komponisten und Arrangeur Peter Züll eine Blasmusikfassung der Mützenicher Dorfhymne „E Dörpche litt em Monscher Land“ in Auftrag gegeben und der Mechernicher hat daraus einen klangvollen Marsch gemacht.

Die „Eintracht“ spielte das Heimatlied mit viel Leidenschaft und sorgte für eine Überraschung, als sich zum Trio Saxofone und tiefes Register erhoben und aus voller Brust den schönen Mundarttext intonierten – sogleich unterstützt vom textsicheren Publikum. Die Zuhörer waren so begeistert, dass man der Welturaufführung gleich eine Wiederholung folgen ließ und mit „Alte Kameraden“ einen Klassiker als glanzvollen Schlusspunkt setzte.

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