Ein Abend mit wahren Perlen der Chormusik in der Aukirche

Von: Josef Schreier
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Die drei vereinigten Chöre am Schluss des Konzerts unter Leitung von Bruno Sprengers. Foto: Josef Schreier

Monschau. In der Monschauer Aukirche begeisterte am vergangenen frühen Samstagabend ein internationales Chorkonzert ein zahlreiches Publikum. Unter dem Motto „...denn es will Abend werden“ waren der Roetgener Chor „SingPhonie“ sowie die beiden belgischen Chöre „Musica Cantica“ aus Eupen und „Exsultate“ aus Heusden-Zolder mit einem interessant zusammengestellten Programm einzeln und auch in wechselnder Gemeinschaft zu hören.

Dem Zuhörer wurde zunächst einmal dieses Erlebnis selbst, beinahe ein musikalisches Gesamtkunstwerk, zum großen Eindruck. Zu Recht deutete der Roetgener Dirigent Manfred Lutter (er leitet auch den Eupener Chor) die große Vergünstigung der überwundenen Grenzen in Europa an. Der bewegende musikalische Abend in Monschau war ein lebendiges Zeugnis davon.

Das Programm enthielt eine Anzahl wahrer Perlen, die im einzelnen zu vertiefen wären. So etwa die „Hymne à la nuit“ („Hymne an die Nacht“), die vom musikalischen Bestand her auf eine Opernszene von Jean Philippe Rameau aus „Hippolyte et Aricie“ zurückzuführen ist, aber neuerdings in einer romantisierten Chorfassung mit neuem – ebenfalls romantisch inspirierten – Text gern aufgeführt wird. Die Interpretation durch das „Exsultate“-Ensemble unter der Leitung von Bruno Sprengers vermittelte an Emotion und Musikalität alles, was das Stück zu bieten hat. Der Klang des Chores entfaltete sich in der günstigen Akustik der Aukirche hierbei auf ausgewogene, geradezu wundersame Weise. Man konnte gerade dieses Werk in mehrfacher Hinsicht als den Zentralpunkt des Abends empfinden.

Was hier exemplarisch an musikalischer Exzellenz zu erleben war, stellte sich in der einen oder anderen Weise in nahezu allen Stücken des Programms dar. So war bereits der warme Chorklang und die differenzierte musikalische Gestaltung im ersten Teil zu bewundern, der von den beiden Chören unter der Leitung von Manfred Lutter bestritten wurde. Hier ging es von der Renaissance (Orlando di Lasso) bis zu Claude Debussy und dem amerikanischen Zeitgenossen Norman Ramsey in gleichbleibender interpretatorischer Qualität.

In einem zweiten Block machten die „Lutter-Chöre“ noch einen beeindruckenden Ausflug nach Finnland. Im Beitrag von „Exsultate“ ragte vielleicht noch ein Satz aus dem zweiten „Sacred Concert“ des Jazzmusikers Duke Ellington mit dem Titel „Freedom“ heraus. Allein schon der Hinweis auf dieses Werk sowie die ebenso bewegende wie bewegte Darbietung des belgischen Chores verdient allen Dank. Hervorzuheben hier zudem die inspirierte Begleitung am Klavier durch Guido Leenders.

Zum Schluss des Konzerts vereinten sich alle beteiligten Chöre unter abwechselnder Leitung ihrer Dirigenten zu drei den Abend glücklich abrundenden Stücken, darunter dann auch den Chorsatz von Joseph Rheinberger, der dem ganzen Konzert den Titel gab: „Bleib‘ bei uns, denn es will Abend werden“. Dieses Stück ergänzte emotional aufs Beste die Nachthymne nach Rameau in der Mitte des Programms und entließ die Zuhörer mit dem Eindruck eines außerordentlich gelungenen Konzerts.

Die Spenden, um die nach dem Konzert gebeten wurde, kommen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Aachen zugute.

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