Eiflerin erkämpft Platz drei beim Rennsteiglauf

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Nordeifel. Langstreckenläuferin Marion Braun aus Witzerath hat beim ebenso berühmten wie gefürchteten Rennsteiglauf einen hervorragenden dritten Platz erreicht. Zum 38. Mal wurde der GutsMuths-Rennsteiglauf, der größte Crosslauf Mitteleuropas und gewiss einer der schönsten, am letzten Wochenende ausgetragen.

Der Rennsteiglauf zählte schon zu DDR-Zeiten zu den Laufklassikern. Wie jedes Jahr zog es auch dieses Mal fast 15.000 Läufer in den Bann des „langen Kanten”. Neben den Walking-Wettbewerben, dem Halbmarathon und Marathon ist die eigentliche Königsdisziplin der Supermarathon. In diesem Jahr wagten sich etwa 2000 Läufer auf die mit 72,7 km lange und mit etwa 1600 Höhenmetern sehr anspruchsvolle Strecke.

Vom Start in Eisenach (210 Meter Meereshöhe) morgens um sechs Uhr führt der Rennsteig-Wanderweg über die zwei höchsten Berge des Thüringer Waldes, den Inselberg (910 Meter) und Plänkners Aussicht (973 Meter) und viele andere zahlreiche Gipfel bis zum Ziel in Schmiedefeld auf 711 Metern Meereshöhe.

Zwar ist dieses zermürbende, stete Auf und Ab unter den Läufern gefürchtet, aber um so beliebter ist die wunderschöne Mittelgebirgslandschaft des Thüringer Waldes, die Kloßparty am Vorabend, die einmalig gute Verpflegung auf der Strecke, mit gut gelaunten Helfern, und schon legendär ist die Stimmung auf der Läuferparty im Ziel in Schmiedefeld, die einem wahren Volksfest gleicht.

In diesem Jahr sollten 1570 Männer und 288 Frauen beim Supermarathon das Ziel zwischen 5:30 und 12 Stunden erreichen.

Streckenlänge nicht bedacht

Als erfahrene Ultraläuferin ging Marion Braun, die für Germania Eicherscheid startet, den Lauf gelassen an, wurde nach dem ersten Drittel als Achte gezählt, wechselte ein paar Worte mit den „jungen Hasen”, die hoch motiviert vorbeizogen und schon früh nach vorne hasteten, unbedacht der Streckenlänge, die noch zu bewältigen war.

Da die Strecke meist über Waldboden, mit Wurzelwerk und steinigen Passagen führte, hieß es, den Weg nicht aus den Augen zu lassen, wollte man einen Sturz nicht provozieren. Waren es beim Start noch 8 Grad Celsius, so ging es in den Höhen bis auf drei Grad runter. Restschnee lag am Wegesrand, den der Veranstalter in den Tagen zuvor noch vom Weg geräumt hatte. Waren es für die Läufer eher angenehme Temperaturen, froren die Helfer an den Verpflegungsständen. Trotzdem war die Stimmung hervorragend, und das Angebot reichte von allerlei Getränken über sehr bekömmlichen Haferschleim bis hin zu Thüringer Würstchen.

Nach 50 km folgte die Stunde der Wahrheit, sprich der Tribut für zu hohes Anfangstempo wurde gezollt, die „Hasen” hoppelten jetzt nur noch, und so konnte Marion sich auf den vierten Platz vorarbeiten. Ist die höchste Stelle des Laufes passiert, geht es die letzten zehn Kilometer „fast” nur noch bergab. Zuschauer an der Strecke gaben immer wieder die Positionen durch und signalisierten Marion, dass die dritte Frau nur einige 100 Meter vorweg laufe. Die Eifelerin setzte noch einmal alles auf eine Karte und spielte ihre Ausdauer und Willenskraft voll aus, was ihr fünf Kilometer vor Ende als Belohnung den sensationellen dritten Platz einbrachte, den sie bis ins Ziel noch um zweieinhalb Minuten ausbauen konnte.

Der Zieleinlauf ist die absolute Krönung, der Lauf durch ein jubelndes Spalier von Zuschauern ist unglaublich, und eine Gänsehaut jagt die nächste. Drittbeste Frau von 288 beim Rennsteiglauf und in der Gesamtwertung 112. von 1858 Läufern - das ist aller Ehren wert. Vor zwei Wochen hatte Marion Braun als letzten langen Vorbereitungslauf beim Bonn Marathon noch mit 3:27:48 Stunden den siebten Gesamtplatz erreicht.
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