Nordeifel - Eifelwetter: Soviel Sonne wurde noch nie gemessen

Eifelwetter: Soviel Sonne wurde noch nie gemessen

Von: kjl
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Winterweg im Sonnenschein: Mit 97 Sonnenstunden war der Dezember 2016 in der Region Aachen der sonnenreichste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1898. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. „Zu mild, schneearm, sehr sonnig und extrem trocken“, so könnte man in Kurzform den letzten Monat des Jahres 2016 meteorologisch charakterisieren. Bei genauerer Betrachtung der Monatsmitteltemperaturen zeigen die Stationen Simmerath-Strauch und Roetgen positive Abweichungen.

Hier einige Ergebnisse der Durchschnittstemperaturen: Monschau-Höfen 1,7 Grad Celsius (Abweichung +1,0 Grad), Aachen 4,7 Grad (Abweichung +0,5 Grad).

Fröste und Nebelbänke

Auf den Eifelbergen war die Abweichung vom Mittelwert (1981-2000) also deutlich größer als in den Niederungen der Bördenlandschaft oder den Eifeltälern, sicherlich eine Folge der vielen Fröste und der häufigen Nebelbänke. Im Hohen Venn meldete Mont Rigi auf fast 700 Metern Seehöhe bei 2,1 Grad Mitteltemperatur sogar eine positive Abweichung von +1,5 Grad.

Die höchsten Temperaturen des Monats schaffte ein leichter Eifelföhn am 9. und 10. Dezember, so z. B. bei 13 Grad in Nideggen-Schmidt, 14 Grad in Heimbach und Stolberg sowie 16 Grad im Dürener Rurtal. Die niedrigsten Werte der Lufttemperatur wurden am zweiten Advent (3./4. Dezember) sowie zum Jahresende (30./31. Dezember) ohne Schneedecke über gereiften Böden gemessen.

Hier einige sehr kalte Orte: -10,0 Grad in Höfen, -9,3 Grad in Kalterherberg und -8,3 Grad in Roetgen. Am Erdboden war es im Rurtal sogar -12,8 Grad kalt. Die Zahl der Frosttage entsprach im Dezember den Langzeitwerten und schwankte zwischen acht Tagen in Aachen und sogar 20 Tagen in Höfen.

Herausragend war die Sonnenscheinsumme im letzten Monat des vergangenen Jahres. Der Dezember 2016 lag im Raum Aachen mit 97 Stunden auf dem ersten Platz seit Beginn der Messungen im Jahr 1898. Auch rund um Monschau gab es neue Rekorde für den Dezember: Schöneseiffen Windpark 103 Stunden, Kalterherberg 91 Stunden und Nideggen-Schmidt an der Grenze zum Kreis Düren mit 97 Stunden (206 Prozent des Normalwertes).

Sehr auffallend waren die Luftdruckwerte des Monats. Der monatliche Durchschnittswert von 1030,4 Hektopascal (hPa) in Simmerath sucht in den letzten 30 Jahren seinesgleichen. Am 27. und 28. Dezember wurden zwischen Trier, Aachen und Köln die höchsten Luftdruckwerte seit Beginn der Beobachtungen im Rheinland notiert: Aachen-Orsbach 1046,4 hPa, Nideggen-Schmidt 1047,3 hPa, Elsenborn (B) 1047,2 hPa.

Wintersport unmöglich

Auch beim Niederschlag gab es neue Rekordwerte durch die extreme Trockenheit im Dezember. Atlantische Tiefs hatten gegen die kräftigen Hochs kaum eine Chance. Sturmböen blieben eine Rarität, stattdessen verzauberten starke Rauhreifablagerungen die Täler. Im Vergleich zu den Langzeitwerten fielen nur zehn bis 20 Prozent der üblichen Summen.

Zwischen Höfen (25 Liter pro Quadratmeter) und dem Windpark Schöneseiffen (16 l/qm) war es besonders trocken. In Schöneseiffen war es ein neuer Rekord seit 1958 und im Raum Höfen war nur der Dezember 1963 mit 19 l etwas trockener. Die seit 1897 bestehende Niederschlagsreihe aus Monschau zeigt den Dezember 1933 als den bisher trockensten mit nur 6 l/qm seit Beginn der Wetterbeobachtungen.

In Aachen fiel im bisher kältesten Dezember 1890 sogar nur 1 l/qm, trockene Dezember gab es also immer mal, wenn auch nur selten. Weitere Niederschläge des Monats: Schmidt 17 l/qm, Aachen 20 l, Perlenbachtalsperre 22 l, Kalterherberg 23 l (Rekord 8 l im Jahr 1933), Mützenich 24 l und Roetgen 30 l/qm. Schnee oder Wintersport fielen wie im Vorjahr komplett in den Teich.

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